Charles Berlitz und die Inselwelt von Atlantis

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Abb. 1 Der berühmte Mysterienjäger, Atlantisforscher und Erfolgsautor Charles Berlitz

(red) Der ebenso bekannte wie umstrittene [1] Forscher und Sachbuch-Autor Charles Berlitz aus den USA gehört zu den wesentlichen Protagonisten der Atlantologie des 20. Jahrhunderts. Wie kaum ein anderer Repräsentant der Atlantisforschung seiner Zeit hat er das Interesse eines breiten, internationalen Publikums für dieses Thema geweckt, aber auch kontroverse Diskussionen - nicht nur - in und um diesem grenzwissenschaftlichen Forschungsbereich ausgelöst.

Seine Interessengebiete waren durchaus vielfältiger Natur, was sich im Themenspektrum der von ihm verfassten Bücher widerspiegelt. "Die Ergebnisse seiner Forschungen veröffentliche er in Weltbestellern wie 'Geheimnisvolle Welten' (dt. Übers. 1973) 'Atlantis' (dt. Übers. 1976) 'Das Bermudadreieck' (dt. Übers. 1975) und 'Weltuntergang 1999' (dt. Übers. 1981)." [2] Neben dem Atlantisproblem und alternativ-historischen Themen beschäftigten ihn vorwiegend Unterwasserarchäologie, Weltraumforschung, UFOlogie sowie ganz besonders mysteriöse Orte und Regionen, an denen sich 'unerklärliche' Phänomene ereignen: "Berlitz hat gegenüber dem Bermudadreieck in der Meeresregion südlich und östlich von Japan ein weiteres mysteriöses Katastrophengebiet ausgemacht, wo seit einem Jahrtausend zahllose Schiffe spurlos verschwanden: das Drachendreieck (jap. Ma-no Umidas) und in einer umfassenden Studie zu deuten versucht >Das Drachendreieck<." [3]

Berlitz atlantologisches Gesamtwerk umfasst mindestens drei - auch in Deutschland erschienene - Bücher, die sich ganz oder teilweise diesem Komplex widmen. Während er in seinem 1974 erschienenen Buch Das Atlantis Rätsel (orig. 'Atlantis') noch eindeutig atlantologische (und wissenschaftlich weitgehend konforme) Positionen vertrat, wandte er sich in Der achte Kontinent und Das Bermuda-Dreieck auch esoterischen Positionen und Methoden ('Channelings') zu, die sich im Grenzbereich bzw. jenseits der Trennlinie zwischen Atlantisforschung und esoterischem Atlantismus bewegen.

Insbesondere tendierte er immer mehr zu einer undifferenzierten Übernahme von Inhalten aus den bekannten 'Readings' des 'Schlafenden Propheten' Edgar Cayce, und, wie ein Kritiker bei alien.de bemerkt "während das Buch von 1974 um sachliche Aufklärung bemüht ist, beutet Berlitz in seinem zehn Jahre später erschienen Buch gnadenlos dieselben Beweise auf unterstem grenzwissenschaftlichen Niveau aus. So mutiert eine im ersten Buch klar erkennbare (von Berlitz aber fehlgedeutete) aztekische Figur in Vogelmaske, die Blut aus einem herausgerissenen Herzen trinkt, durch Fortlassung wichtiger Bildteile im zweiten Buch plötzlich zu einem Elefanten..." [4]

Tatsächlich lassen sich in Berlitz' alternativ-historischen Publikationen eine Reihe von Irrtümern und Fehlinterpretationen nachweisen (siehe dazu: Wenn der Berg zum Propheten kommt: Die Berlitz-Pyramide), was seinem ansonsten durchweg hohen journalistischen Niveau [5] nur geringen Abbruch tut. Und auch bei aller notwendigen Kritik am 'späten' Berlitz' bewegt auch er sich insgesamt keineswegs auf "unterstem grenzwissenschaftlichen Niveau". Gerade aufgrund der vielen von ihm gut recherchierten Detailinformationen stellen Charles Berlitz atlantisbezogene Schriften für den kritischen Leser eine ideale Einstiegs-Lektüre für eine weitergehende Beschäftigungen den Ideengebäuden im Rahmen der 'Klassischen Atlantis-Theorie' (= Atlantis als Großinsel oder 'Kleinkontinent' im Atlantik) und der jungen westatlantischen im 20. Jahrhundert dar.

Team Atlantisforschung.de


Beiträge zu diesem Thema

Die atlantischen Inseln - Inselwelt von Atlantis (Charles Berlitz)


Mehr von und über Charles Berlitz bei Atlantisforschung.de:

Das Bermuda-Dreieck und Atlantis (Charles Berlitz)

Wenn der Berg zum Propheten kommt: Die Berlitz-Pyramide (bb)


Anmerkungen und Quellen

  1. In Bezug auf die Atlantologie dürfte der Begriff "umstritten" vermutlich auf ALLE Vertreter dieser (grenz-)wissenschaftlichen Forschungsrichtung zutreffen. Das "Strittigkeitspotential" steigt in diesem Zusammenhang offenbar nicht zuletzt mit der jeweiligen Popularität der betreffenden Person an. In Berlitz´ Fall ist zudem noch eindeutig zwischen seinen 'frühen' und seinen 'späten' Aussagen zum Atlantis-Komplex zu unterscheiden.
  2. Quelle: http://www.sphinx-suche.de/lexeso/berlitz.htm
  3. Quelle: ebd.
  4. Quelle: http://www.alien.de/doernenburg/Litlinks.html (nicht mehr online!)
  5. Siehe: D. Robson: "Charles Berlitz, An Inquiry into Journalistic Credibility", in: Pursuit, Vol. 19/No. 1, 1986


Bild-Quelle

(1) http://www.atributetohinduism.com/Vimanas.htm (nicht mehr online!)