Chile: 15.000 bis 16.000 Jahre alter menschlicher Fußabdruck entdeckt

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Abb. 1 Der Uralt-Fußabdruck von Pilauco Bajo im Süden Chiles macht einmal mehr deutlich, dass die hartnäckig kolportierte Behauptung der Erstbesiedlung Amerikas via Beringia definitiv auf den 'Müllhaufen der Wissenschaftsgeschte' gehört. (Foto: Universidad Austral de Chile)

(red) Über einen weiteren 'Sargnagel' für die überkommene altamerikanistische Lehrmeinung einer endpleistozänen Erstbesiedlung Amerikas von Norden (Sibirien) aus - via Beringia -, berichtete unlängst [1] das Internet-Portal Ancient Origins, u.a. unter Berufung auf den Wissenschafts-Feedreader phys.org [2].

Abb. 2 Die Región de los Lagos in Chile, wo sich die Fundstätte des Fußabdrucks befindet

Dabei geht es um die bereits im Jahr 2011 erfolgte Entdeckung eines uralten menschlichen Fußabdrucks (Abb. 1) auf der archäologischen Fundstätte von Pilauco Bajo im Süden Chiles, dessen wissenschaftliche Auswertung bzw. deren Ergebnisse jetzt von einem Forscherteam um Dr. Karen Moreno von der Universidad Austral de Chile vorgelegt wurde/n. [3] Die jetzt publizierte Datierung des Fundstücks auf ein Alter zwischen 16.000 und 15.000 Jahren mag zwar in der sogenannten 'Fachwelt' aufgeregte Diskussionen auslösen, kann regelmäßige Leser/innen von Atlantisforschung.de allerdings kaum in Erstaunen versetzen. [4]

"Laut Plos One liefert der Fund", wie es bei Ancient Origins heißt, "Hinweise auf die >Besiedlung Nordpatagoniens< im späten Pleistozän. Der Fußabdruck stützt Beweise, die auf dem Monte Verde [5] in Chile gefunden wurden, dass diese Region im äußersten Süden Amerikas viel früher als gedacht besiedelt wurde. Dies unterstützt wiederum das sogenannte Küstenmigrationsmodell. Dies bedeutet, dass die ersten Siedler, die Amerika besiedelten, an den Küsten entlangzogen. Dies könnte darauf hindeuten, dass die Pazifikinsulaner die ersten waren, die sich auf dem Kontinent niederließen. Der Abdruck und das umgebende Sediment wurden vom Standort Osorno entfernt und werden nun in einer speziell geregelten Umgebung gelagert. Er ist etwas gesprungen, als die Feuchtigkeit im Boden getrocknet ist, aber der Abdruck ist noch immer deutlich." [6]

Dr. Mario Pino, einer der Koautoren der Studie, bemerkte zudem, bei besagtem Fußabdruck scheine es sich um den eines barfüßigen Mannes mit einem Gewicht von ca 70 Kilogramm gehandelt zu haben, der vermutlich der Spezies Hominipes modernus angehörte, einem Verwandten des Homo sapiens. [7] Es bleibt anzufügen, dass schon zuvor an einer Fundstätte südlich von Osorno - in der Región de los Lagos (Abb. 2) gelegen - ein weiterer menschlicher Fußabdruck entdeckt wurde, der offenbar nur etwa 1000 Jahre jüngeren Ursprungs ist als der des Hominipes modernus. [8]

Pilauco Bajo im Stadtgebiet von Osorno ist übrigens nicht nur als paläontologische und archäologische Fundstätte von Bedeutung. Die Örtlichkeit liefert auch starke Evidenzen zur Stützung der These eines oder mehrerer Impakte im Zusammenhang mit den Umwälzungen der jüngeren Dryaszeit. [9] "Zu diesen Nachweisen zählen Sedimentschichten mit Holzkohle- und Pollen-Anhäufungen, die sowohl größere Störungen [der Umwelt; d.Ü.] als auch seltene metallische Kügelchen, Schmelzglas und Nanodiamanten anzeigen." [10]



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Anmerkungen und Quellen

Fußnoten:

  1. Siehe: Ed Whelan, "Discovery of 16,000-year-old Footprint That Could Change the History of the Americas", 30. April 2019, bei Ancient Origins (abgerufen: 09. Mai 2019)
  2. Siehe: o.A., "Footprint found in Chile is 'oldest' in Americas: Scientists in Chile say they have found a footprint dating from at least 15,600 years ago, making it the earliest such sign of man's presence in the Americas.", 28. April 2019 bei phys.org (abgerufen: 09. Mai 2019)
  3. Siehe: Karen Moreno, Juan Enrique Bostelmann, Cintia Macías, Ximena Navarro-Harris, Ricardo De Pol-Holz und Mario Pino, "A late Pleistocene human footprint from the Pilauco archaeological site, northern Patagonia, Chile", 24. April 2019, bei PLLOS ONE - https://doi.org/10.1371/journal.pone.0213572 (abgerufen: 09. Mai 2019)
  4. Siehe dazu zahlreiche Beiträge in unserer Sektion: "Farewell Clovis! - Vom langsamen Sterben eines Paradigmas - Zum endlosen Wissenschaftsstreit um die urzeitliche Besiedlung Amerikas" (red)
  5. Red. Anmerkung: Siehe zu den Funden von Monte Verde auch: William R. Corliss, "Wir haben es ja schon immer gewusst!" (1997)
  6. Quelle: Ed Whelan, op. cit. (Siehe hier: Fußnote 1; Übersetzung ins Deutsche durch Atlantisforschung.de)
  7. Quelle: phys.org (28. April 2019); siehe hier: Fußnote 2
  8. Quelle: ebd.
  9. Siehe: Mario Pino, Ana M. Abarzúa, Giselle Astorga, Alejandra Martel-Cea, Nathalie Cossio-Montecinos, N. Ximena Navarro, Maria Paz Lira, Rafael Labarca, Malcolm A. LeCompte, Victor Adedeji, Christopher R. Moore, Ted E. Bunch, Charles Mooney, Wendy S. Wolbach, Allen West und James P. Kennett, "Sedimentary record from Patagonia, southern Chile supports cosmic-impact triggering of biomass burning, climate change, and megafaunal extinctions at 12.8 ka". Nature 9, 2019
  10. Quelle: Wikipedia - The Free Encyclopedia, unter: "Pilauco Bajo" (abgerufen: 09. Mai 2019)

Bild-Quellen:

1) Luis Felipe Leiva P., "Huella humana de 15.600 años refuerza la idea de un poblamiento temprano de Sudamérica" 26. April 2019, bei Diario UACh
2) NordNordWest bei Wikimedia Commons, unter: File:Los Lagos in Chile 2018.svg (Lizenz: Creative-Commons, „Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland“)