Das 43. TIGRIS Expeditionsjubiläum

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von Dr. Dominique Görlitz

Abb. 1 Die TIGRIS auf hoher See. Sie wies bereits zahlreiche Verbesserungen auf, so dass sie immerhin schon bis 114° am wahren Wind segeln konnte. Das war ausreichend, um dem Wintermonsun vom Zweistromland aus über den Indischen Ozean bis zum Eingang des Roten Meeres zu folgen.

Diese Woche fand das 43. Jubiläum der TIGRIS-Expedition statt. Die Fahrt dieses ambitioniertesten Heyerdahl-Unternehmens begann am 24. November 1977 in Al-Qurna (Irak) und führte durch den Persischen Golf nach Bahrain (historisch Dilmun), dann durch die Straße von Hormus nach Oman (hist. Magan) und weiter in östlicher Richtung nach Karatschi in [Pakistan (westlich lag das historische Meluhha) unweit des Indus-Deltas.

Abb. 2 Ohne Thor Hererdahl und seine TIGRIS-Expedition vor 43 Jahren würde es heute auch keine Mission ABORA geben.

Der zweite Teil der Reise der elfköpfigen, unter der Flagge der Vereinten Nationen segelnden Besatzung führte in westlicher Richtung über das Arabische Meer nach Dschibuti am Horn von Afrika – Ziel war das „Goldland Punt“ im Gebiet des heutigen Somalia. Wie wir alle wissen, fand die Expedition mit der symbolträchtigen Verbrennung der TIGRIS durch Heyerdahl und seine Crew dort ihr jähes Ende.

Was die meisten jedoch nicht wissen, ist der Fakt, dass Thor Heyerdahl mit der TIGRIS eigentlich nicht das Rote Meer hinauf segeln wollte, sondern das Horn von Afrika umrunden, um schließlich in Richtung Mexiko weiterzusegeln! Die kulturellen Ähnlichkeiten zwischen den proto-indischen Kulturen und den Völkern in Mesoamerika sind so hoch, dass man bestimmte Fassaden von Tempeln im Maya-Land eher indisch als „amerikanisch“ anmuten.

Leider stellte sich die TIGRIS, obwohl leistungsfähiger als RA I und II, nicht als manövrierfähig genug heraus, um den 'Husaren-Ritt' um Afrika herum zu realisieren. Dennoch war die zurückgelegte Strecke von 6.800 km beachtlich und zeigt, dass es zumindest mit dem Monsun-Windsystem auf dem Indischen Ozean möglich war, alle drei großen Hochkulturen (Sumer, Meluhha und Ägypten) mit einem Schilfboot zu bereisen. Mich hat diese Expedition 1977/78 als Jugendlicher so sehr begeistert, dass ich beschloss, in die Fußstapfen von Thor Heyerdahl zu treten, und auch später als Erwachsener in seinem 'Kielwasser' weitersegelte.

Danke Thor! ohne Dich und deine TIGRIS-Expedition vor 43 Jahren würde es heute auch keine Mission ABORA geben. [1]


Anmerkungen und Quellen

Fußnote:

  1. Quelle: Presseinformation ABORA-Projekt - 27. November 2020 - www.abora.eu Kontakt: Dr. rer. nat. Dominique Görlitz; +49 163 511 57 66 oder dominique.goerlitz@t-online.de. Redaktionelle Bearbeitung durch Atlantisforschung.de.

Bild-Quellen:

1) Bild-Archiv Mission ABORA / Dr. Dominique Görlitz
2) ebd.