Das Geheimnis von Aztalan

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Frank Joseph auf den Spuren einer verschollenen Hochkultur in Wisconsin

(bb) Wenn wir von den Annahmen konventioneller Geologie ausgehen, erhielt das Gebiet des heutigen US-Bundesstaates Wisconsin sein topographisches 'Gesicht' am Ende des jüngsten Glazials, vor etwa 12 000 Jahren. Der US-amerikanische Alternativ-Historiker und Atlantologe Frank Joseph bemerkt dazu: "Als sich die letzten Gletscher nordwärts über Wisconsin hinweg zurückzogen, hoben sie dort, wo heute Jefferson County liegt, einen winzigen See aus, kaum mehr als ein tiefer, länglicher Weiher. Im Verlauf der folgenden neun Jahrhunderte sickerten dort über den südlichen Teil des Staates kleine Gruppen primitiver Jäger ein, die von Anthropologen bisweilen als >Paläo-Indianer< etikettiert werden." [1]

Abb. 1 Diese Karte zeigt die geographische Lage der alten Stadt Aztalan in Wisconsin und der späteren Neugründung Cahokia in Illinois.

Etwa um das Jahr 3000 v. u. Zt. drangen dann - vermutlich auf dem Seeweg – Neuankömmlinge in das Gebiet ein, die mit diesen "Paläo-Indianern" nicht viel gemeinsam hatten. Joseph schreibt über diese mysteriösen Fremden: "Sie segelten von der oberen Halbinsel Michigans hinab, wo sie kolossale Mengen an Roh-Kupfer abbauten [vergl. 'Gesucht: 500 000 Tonnen Kupfer von William R. Corliss'] und einige von ihnen ließen sich entlang des See-Ufers nieder. Sie begruben ihre verehrten Toten unter großen Stein-Monumenten - konusförmigen Pyramiden, vulkanähnlichen Grabmalen und zeltartigen Krypten. Die Zahl dieser Denkmäler nahm im Lauf der Jahre immer mehr zu, bis sie eine Nekropole oder Totenstadt bildeten, welche, nach einer königlichen Familie dieser Seefahrer, Tirajana genannt wurde. Tirajana wurde ihr lokaler Stützpunkt für den Kupfer-Handel, durch welchen es achtzehn Jahrhunderte lang prosperierte.

Dann, etwa 1200 v. Chr., brach dieser Handel zusammen und Tirajana wurde unter dem Druck feindseliger Eingeborener aufgegeben. Doch zuvor öffneten seine Bewohner, um die Gräber ihrer Vorfahren vor Entweihung zu schützen, einen Kanal von einem nahe gelegenen Fluss auf höher gelegenem Terrain. Eine massive Flut füllte den See auf und begrub die Nekropole unter zusätzlichen 50 Fuß [ca. 15 m] Wasser, was seine Uferlinien ringsherum um etwa 2 Meilen erweiterte." [2] Erst danach, so Joseph, zogen sich die vormaligen Bewohner fluchtartig aus der Region zurück, wobei einige bis nach Mittelamerika migrierten, wo sie sich mit der Maya-Aristokratie vermischt zu haben scheinen.

Die benachbarten Plain-Indianer Wisconsins bewahrten jedoch in ihren Überlieferungen die Erinnerung an 'Tyranena', wie sie die die alte Stadt in ihrer Sprache nannten, und betrachteten das Gebiet des Sees mit seinen versunkenen Bauwerken über viele Jahrhunderte hinweg als 'heiligen Boden'. "Etwa im Jahr 900 n.Chr. verließ", so Joseph weiter, "die Führungsschicht der Maya [...] mit ihrer Gefolgschaft den Golf von Mexiko" und sie "wanderten den Mississippi hinauf", wo sie im südlichen Zentral-Illinois eine große Stadt und ein religiöses Zentrum gründeten, das heute als Cahokia bekannt ist. [3]

Dieses zeremonielle Zentrum entwickelte sich innerhalb der folgenden zweihundert Jahre zu einer regelrechten "Großstadt" mit bis zu 30 000 Einwohnern, die allerdings im Jahr 1100 n. Chr. - vermutlich aus religiösen Gründen - ebenfalls aufgelassen wurde. Ihre Einwohner machten sich erneut auf und zogen ins südliche Wisconsin, bis in die Nähe des alten Tyranena, wo sie unweit des Rock Lake einen gewaltigen schlangenförmigen Figuren-Mound errichteten. "Östlich von Tyranena", heißt es bei Joseph, "bauten sie eine verkleinerte Ausgabe von Cahokia, eine einundzwanzig Morgen große Stadt mit drei Pyramiden, umgeben mit einem dreifachen Palisadenwall und versehen mit einem weißen Pflaster.

Abb. 2 Der große, terassierte Mound im Südwesten Aztalans. Als Aztalan bewohnt war, war dieser Mound nicht mit Gras bedeckt, sondern mit einer Lehm-Verkleidung. Bei der Rekonstruktion der Palisaden im Hintergrund fehlt ebenfalls die früher vorhandene Erd- und Lehm- Verkleidung.

Die Herren dieser komplexen Befestigung waren Priester-Astronomen, deren Himmelsbeobachtungen ihnen großen Einfluss verschafften. Die Menschen kamen aus enormen Entfernungen dorthin, um Informationen über Anbau, Ernte, Schiff-Fahrt und religiöse Zeremonien aller Art zu erhalten, wobei sie Nahrungsmittel und Luxusgüter gegen diese Weisheiten des Himmels eintauschten. Wissen bedeutete Macht, und die mit Wällen bewehrte Stadt dehnte ihren politischen Einfluss über das südliche Wisconsin und das nördliche Illinois aus." [4]

Die alte Nekropole in und am Rock Lake nannten diese Menschen Chicomoztoc, und ihre blühende Stadt erhielt wegen ihrer Lage am Crawfish River den Namen Aztalan, die "Wasser-Stadt". "Doch nach Anbruch des vierzehnten Jahrhunderts begann sich innerhalb dieser Feste eine größere gesellschaftliche Krise zu entwickeln", und eine weitere Epoche des Volkes ihrer Erbauer ging dem Ende zu. "Etwa um das Jahr 1320 n.Chr. setzten die Einwohner von Aztalan ihre eigene Hauptstadt in Brand. Die Flammen verschlangen die Wälle und alles, was sich darinnen befand, während sich die Aztalaner nach Süden absetzten. Sie wanderten bis in das Tal von Mexiko, wo sie mit einer neuen Stadt, Tenochitlan, der Hauptstadt des Azteken-Staates, ihr geheiligtes Chicomoztoc neu erschufen." [5]

Nur in den Erinnerungen seiner indigenen Nachbarn lebte Aztalan fort. "Als im frühen 19. Jahrhundert die modernen europäischen Immigranten die Ufer des kleinen Sees in Wisconsin erreichten, der bei den einheimischen Winnebago-Indianern immer noch unter dem Namen Tyranena bekannt war, da hatten sie keine Ahnung von seiner dramatischen Vergangenheit, abgesehen von den Mythen der Natives über >steinerne Tipis< unter seiner Oberfläche. In Anlehnung an diese Legende nannten die Neuankömmlinge ihn Rock Lake. Selbst diese mündliche Überlieferung geriet schließlich in Vergessenheit, bis die versunkenen Strukturen im Jahr 1900 während einer Trockenzeit von zwei Anglern erspäht wurden." [6] (Vergl. dazu: Die Pyramiden vom Rock Lake; d. Red.)

"Das gesamte 20. Jahrhundert hindurch hat es", wie Joseph feststellt, "mit unterschiedlichem Erfolg Versuche gegeben, die überflutete Nekropole wiederzufinden, zu identifizieren und zu studieren, wobei eine Sonar-Abtastung des See-Bodens im Jahr 1989 den Höhepunkt darstellte. Seither sind pyramidenartige Objekte entdeckt und fotographiert worden, doch um ihren wahren Ursprung gibt es nach wie vor Kontroversen." [7]

Für den US-Atlantologen und viele seiner Kollegen steht jedoch fest, dass die Siedler, Bergleute und Handelsherren, die sich dort vor etwa fünf Jahrtausenden niederließen und den Abbau und Vertrieb von insgesamt mehr als einer halben Million Tonnen Kupfer organisierten, keine indigenen Amerikaner, sondern Immigranten aus dem atlantischen Großraum waren.


Anmerkungen und Quellen

  1. Quelle: Frank Joseph, Atlantis in Wiscionsin - New Revelations About Lost Sunken City, Galde Press, Lakeville, USA, 1998, Introduction, XVI
  2. Quelle: ebd.
  3. Quelle: ebd., XVII
  4. Quelle: ebd.
  5. Quelle: ebd.
  6. Quelle: ebd., XVIII
  7. Quelle: ebd.


Bild-Quellen

(1) Frank Joseph, Atlantis in Wiscionsin - New Revelations About Lost Sunken City, Galde Press, Lakeville, USA, 1998, S. 17

(2) David Zavadsky, unter: http://www.zavadsky.net/david/trips/2002-aztalan/?0761