Die 'Great Hopewell Road' in Ohio

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von William R. Corliss (2000)

Abb. 1 Die Position der 'Great Hopewell Road' in Ohio.

Altertümliche Völker hatten ein Faible für Prozessions-Straßen; das sind Straßen, die eher für Rituale als für den Kommerz genutzt wurden, oder [als Verkehrswege], um einfach von einem Ort zum andern zu gelangen. In Britannien gibt es beispielsweise die großartigen Prozessions-Prachtstraßen von Avebury und den noch längeren und breiteren Icknield Way. In Südamerika gingen den berühmten Inka-Straßen von 100 Fuß breiten Passagen voraus, die keinen ersichtlichen praktischen Sinn hatten. Die hunderte von Meilen unnötiger gerader Straßen, die zum Chaco Canyon in New Mexico führen, scheinen in erster Linie für Pilger dagewesen zu sein, die Wallfahrten zum großen Zeremonial-Komplex im Canyon unternahmen.

Konstruierten auch die Indianer östlich der Rockies spezielle Straßen für ihre rituellen Prozessionen? Wir kennen den Mohawk Trail, den Virginia Warriors Trail und andere utilitaristische Straßen durch die Wildnis. Und bevor die Siedler sie weggepflügt haben, gab es sechs Fuß tief ausgetretene Wege in der Erde Iowas. Nun erfahren wir tatsächlich, dass die Hopewell-Kultur möglicherweise eine lange Straße, hauptsächlich für rituelle Prozessionen, gebaut hat.

Sie wird Great Hopewell Road genannt und man nimmt an, dass sie gebaut wurde, um die Hopewell Zentren von Newark und Chillicothe zu verbinden - eine Distanz von 60 Meilen durch das Herzland von Ohio.

1862 wurden die ersten sechs Meilen dieser umstrittenen Straße, die von parallelen Erd-Dämmen markiert wird, von zwei Brüdern, C. und J. Salisbury, untersucht. Sie stellten fest, dass die Straße sich viel weiter in Richtung Chillicothe erstreckte. B. Lepper, eine der gegenwärtigen Koryphäen in Sachen Great Hopewell Road, setzt voraus, dass es auch noch Spuren der Straße an vier weiteren Plätzen entlang einer 60 Meilen langen Linie gibt, die Newark und Chillicothe miteinander verbindet. Die Skeptiker stellen nicht in Frage, dass die hochentwickelte Hopewell-Kultur (circa 200 v.Chr. bis 400 n. Chr.) fähig war, eine solche Straße zu konstruieren, noch bestreiten sie die Forschungen von 1862, die sich auf die ersten sechs Meilen bezogen. Sie bezweifeln schlicht die Existenz der letzten 54 Meilen. [1]


Anmerkungen und Quellen

Dieser Beitrag von William R. Corliss (© 1997) erschien erstmalig unter dem Titel "THE GREAT HOPEWELL ROAD" bei Science Frontiers Nr. 127, Jan. / Feb. 2000; Übersetzung ins Deutsche nach http://www.science-frontiers.com/sf127/sf127p15.htm durch Atlantisforschung.de

Fußnote:

  1. Quelle: Hicks, Ronald; "The Great Hopewell Mystery," Archaeology, 52:76, November/December 1999

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