Die 12 Thesen des Ignatius Donnelly

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(red) Ignatius Loyola Donnelly (Abb. 1) gilt heute unter Atlantologie-Historikern als Begründer der nonkonformistischen Atlantisforschung. [1] In seinem, 1882 erschienenen Hauptwerk "Atlantis, the Antediluvian World", stellte der Forscher zwölf Kern-Thesen zur Lösung des Atlantis-Problems auf, die wir hier noch einmal vorstellen wollen.

Abb. 1 Ignatius Donnelly (1831-1901) wies als erster auf die Ähnlichkeiten zwischen bestimmten kulturellen Manifestationen auf beiden Seiten des Atlantik hin und betrachtete sie als Evidenz für die Existenz einer kulturellen Brücke zwischen den Kontinenten.

Obwohl - oder gerade weil - diese Thesen heute, im Licht jüngerer Forschungen, nicht mehr in toto haltbar sind, stellt die kritische Beschäftigung mit ihnen einen wesentlichen Aspekt jedes atlantologischen Grundlagen-Studiums dar. Die folgende Wiedergabe seiner 12 Kernthesen wurde der frühesten, uns bekannten, deutschsprachigen Übersetzung seines Hauptwerks durch Wolfgang Schaumburg entnommen (S. 3 u. 4), die 1911 im Verlag von Franz Gußmann, Eßlingen, erschienen ist. Darin postulierte Donnelly:

1) "... daß einst inmitten des Atlantischen Ozeans, gegenüber der Ausmündung des Mittelländischen Meeres eine große Insel existierte, welche den Überrest eines atlantischen Festlandes bildete und die der Welt des Altertums bekannt war unter dem Namen: Atlantis;

2) ... daß die Beschreibung, die uns Plato von dieser Insel gibt, keineswegs wie man lange Zeit glaubte, eine phantastische Fabel, sondern wahrhafte prähistorische Geschichte ist;

Abb. 2 Atlantis verstand Ignatius Donnelly als Mutterkultur aller späteren Zivilisationen rund um den Atlantik sowie als dominierende Großmacht eines 'Goldenen Zeitalters', das durch kataklysmische Umwälzungen vor ca. 11 500 Jahren sein Ende fand. (Gemälde von Dovilio Brero)

3) ... daß Atlantis jene Region war, in welcher der Mensch zu allererst sich aus dem Zustande der Barbarei erhob und zur Zivilisation emporwuchs;

4) ... daß die Bevölkerung von Atlantis im Verlauf unermeßlicher Zeitalter zu einer volkreichen mächtigen Nation heranwuchs, deren überquellende Bestandteile die Ufer des mexikanischen Golfes, des Mississipi, des Amazonenstromes, der Pazifikküste Südamerikas, des Mittelländischen Meeres, und ferner die Küsten von Westeuropa und Westafrika, der Ostsee, des Schwarzen Meeres und des Kaspischen Meeres mit gebildeten Volksstämmen bevölkerte;

5) ... daß Atlantis nichts anderes war, als die vorsintflutliche Welt mit dem Garten Eden oder dem Paradies; mit den Gärten der Hesperiden; den Eleusischen Feldern; dem Garten des Alkinoos, des Mesomphalos; mit dem Olymp; dem Asgard aus den Traditionen der alten Völker - die allesamt die Erinnerung an ein großes Land bilden, in dem Menschen seit unvordenklichen Zeiten in Glück und Frieden lebten;

6) ... daß die Götter und Göttinnen und Heroen der alten Griechen, der Phönizier und Hindus und der nordischen Mythologie nichts anderes waren, als die Könige und Königinnen und Heroen von Atlantis und die ihnen in der Mythologie zugeschriebenen Taten und Handlungen waren nichts anderes, als die durcheinandergewürfelten Erinnerungen an wirkliche vorgeschichtliche Ereignisse;

7) ... daß die Mythologie von Ägypten und Peru die ursprüngliche Religion von Atlantis darstellte, welche in Sonnenverehrung bestand;

8) ... daß Ägypten vielleicht die älteste aller von den Atlantinern gegründeten Kolonien war und daß die altägyptische Kultur ein treues Abbild der Kultur von Atlantis darstellt;

9) ... daß die Werkzeuge und sonstigen Hilfsmittel des Bronzezeitalters in Europa von Atlantis herstammen und daß die Atlantiner ebenso die ersten Bearbeiter des Eisens waren;

10) ... daß Atlantis der ursprüngliche Wohnsitz sowohl der arischen oder Indo-europäischen Völkerfamilie, als auch der semitischen Rasse, vielleicht auch der turanischen Rasse gewesen ist;

11) ... daß Atlantis durch ein furchtbares Naturereignis vernichtet wurde, durch das die ganze Insel bis auf die höchsten Bergspitzen - die heutigen Azoren - mit fast allen ihren Bewohnern in das Meer hinabsank;

12) ... daß nur wenige Personen auf Schiffen und Flößen entkamen, und den umwohnenden Völkern im Osten und Westen des Ozeans Kunde brachten von der entsetzlichen Katastrophe, deren Andenken bis in unsere Zeit hinauf in Gestalt einer Sintflut-Sage bei vielen Völkern der alten und neuen Welt noch lebendig ist."

Team Atlantisforschung.de


Anmerkungen und Quellen

Fußnote:

Bild-Quellen:

1) http://members.chello.nl/afriele/SPELLEN/atlantis.htm (nicht mehr online)
2) Gemälde von Dovilio Brero - Bild-Archiv Atlantisforschung.de