Alkinoos

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Abb. 1 Am Hof des Alkinoos (2. von rechts) wird Odysseus (rechts) vom Vortrag des blinden Sängers Demodokos zu Tränen gerührt. (Zeichnung: John Flaxman, 1810)

Auf einen Blick

(red) König Alkinŏos (Abb. 1) (altgr.: Ἀλκίνους oder Ἀλκίνοος; lat.: Alcinous), ein Sohn des Nausithoos [1] sowie Enkel des Poseidon und der Gigantin Periboia, ist eine sagenhafte Gestalt der hellenischen Überlieferungen, der als König der Phäaken auf der Insel bzw. im Lande Scheria geherrscht haben soll.

In der antiken Literatur wir er als positive und gerechte Herrschergestalt dargestellt. "Sonst war er ein Liebhaber schöner Obstgärten, und hatte der gleichen von solcher Vortrefflichkeit, daß sie bei den Alten mit den Gärten der Hesperiden und des Adonis für die berühmtesten gehalten werden. Servius & Cerda ad Virg. Georg. II. v. 87. Nicht weniger führete er dabei eine herrliche Tafel, so daß Mensa Alcinoi auch sprüchwortsweise so viel als ein köstlicher Tisch heißt. Gregor. ap. Erasm. Chil. Adagior. p. 460. Unter seinen [fünf; d. Red.] Söhne waren, Leodamas, Halios, Klytoneus, welche alle dreie brave untadelhafte Leute waren. Homer. Ilias. Θ. v. 118" [2] Außerdem waren Alkinoos und seine Gattin Arete die Eltern der Prinzessin Nausikaa.

Argonautica

Abb. 2 Auch die heldenhaften Argonauten sollen die Gastfreundschaft des Königs Alkinoos genossen haben.

Über die urtümliche Argonautensage als Informationsquelle zum sagenhaften Alkinoos erfahren wir in der englischsprachigen Wikipedia: "Im Mythos von Jason und den Argonauten (Abb. 2) lebt Alkinoos mit seiner Frau Arete auf Drepane [etwa Korfu?; d.Ü.] . Bei ihrer Rückkehr aus Kolchis kamen die Argonauten auf seine Insel und wurden gastfreundlich empfangen. Als die Kolchier bei ihrer Verfolgung der Argonauten ebenfalls auf Drepane ankamen und forderten, dass Jasons Geliebte Medea an sie ausgeliefert werden solle, erklärte Alkinoos, wenn sie noch Jungfrau sei, würde er sie ihnen wieder zurückgenen, aber wenn sie es schon die Frau von Jason sei, werde er sie und ihren Mann vor den Kolchier schützen. Die Kolchier waren [auch] durch das Eingreifen von Arete gezwungen, ohne ihre Prinzessin abzureisen, und die Argonauten setzten ihre Reise nach Hause fort, nachdem sie von Alkinoos teure Geschenke erhalten hatten." [3] [4] [5] [6]

Odyssee

Dazu heist es in unserer Quelle weiter: "Laut Homer war Alkinoos der glückliche Herrscher der Phaiaken auf der Insel Scheria [...] Die Beschreibung seines Palastes und seiner Herrschaften, die Art und Weise, in der Odysseus empfangen wird, die ihm gegebenen Unterhaltungen und die Geschichten, die er mit dem König über seine eigenen Wanderungen machte, nehmen einen beträchtlichen Teil der Homerischen Odyssee ein (von Buch vi. Bis xiii.).) und bilden einen seiner reizvollsten Teile." [7] [8]

Andere Erwähnungen

In Konons 'Erzählungen' (Photius 3) heißt es: Als Phaiax, der auf der Insel Koryra (vermutl. Korfu) regierte, starb, einigten sich Alkinoos und sein Bruder Lokros nach einem Streit darauf, dass Alkinoos der König der Phaeazier (Phäaken) sein werde, und Lokros werde die Familien-Erbstücke und einen Teil der Bevölkerung (orig.: ἔθνος / Ethnos) erhalten solle, um damit eine Kolonie zu gründen. Letzterer segelte dann nach Italien, wo er Laurine heiratete, die Tochter des Königs Latinus der Italiener. Deshalb betrachteten die Phäaken die Lokrier in Italien als Verwandte. [9]

Alkinoos als Atlantier?

Diese zunächst einmal 'exotisch' wirkende Vorstellung wird vor dem Hintergrund der Diskussion darüber nachvollziehbar, ob Homers Scheria und Platons Atlantis gleichzusetzen seien. Der Autor Daniel Fleck, der diese Ansicht auf seiner Webseite Atlantia.de (inzwischen leider offline) vertrat, legte weiterführend nahe, dass es sich bei Alkinoos um einen der Könige von Atlantis gehandelt habe. [10]

Unabhängig von besagter Debatte bleibt anzumerken, dass Ignatius Donnelly 1882 in der fünften seiner zwölf Thesen zu Atlantis neben dem Garten Eden, den Gärten der Hesperiden, den Eleusischen Feldern usw. auch den legendären Garten des Alkinoos metaphorisch ausdeutete und als "Erinnerung an ein großes Land" darstellte, "in dem Menschen seit unvordenklichen Zeiten in Frieden und Glück lebten..." [11]


Anmerkungen und Quellen

Fußnoten:

  1. Anmerkung: Dem griechischen Mythographen Konon zufolge (Fifty narrations / Photius 3), waren Alkinoos Eltern Phaeax - ebenfalls ein Sohn des Poseidon - und Korkyra.
  2. Quelle: hellenica.de, unter: "Alkinoos" (abgerufen: 13. April 2019)
  3. Siehe: Apollonius von Rhodos, Argonautica 4.990–1225
  4. Siehe: Orphische Argonautika, 1288
  5. Siehe: Bibliotheke des Apollodor 1.9.25–26
  6. Quelle: Wikipedia - The Free Encyclopedia, unter: "Alcinous" (abgerufen: 13. April 2019; Übersetzung ins Deutsche durch Atlantisforschung.de)
  7. Vergl.: Hyginus, Fabulae 125 & 126
  8. Quelle: Wikipedia - The Free Encyclopedia, unter: "Alcinous" (abgerufen: 13. April 2019; Übersetzung ins Deutsche durch Atlantisforschung.de)
  9. Quelle: ebd.
  10. Quelle: Tony O’Connell, "Alkyone", 05. Februar 2014, bei Atlantipedia.ie (abgerufen: 13. April 2019)
  11. Quelle: Ignatius Donnelly, "Atlantis, the Antediluvian World", New York, 1882, Chapter 1

Bild-Quellen:

1) John Flaxman (1755-1826), bei Wikimedia Commons, unter: File:OdysseyDemodokos.png
2) Seebeer (Uploader) bei Wikipedia - Die freie Enzyklopädie, unter: Datei:Umzeichnung Argonauten.jpg