Die Kunstschätze des Pater Crespi

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von unserem Gastautor Reinhard Habeck (2001)

Abb. 1 Der Salesianer-Pater Carlo Crespi (1891-1982) mit einem der Fundobjekte aus seiner Sammlung

Eine der ungewöhnlichsten Sammlungen nicht klassifizierbarer Steinobjekte und Metalltafeln befindet sich in Cuenca, Ecuador. Dort hütete der 1982 verstorbene Pater Carlo Crespi (Abb. 1) im Hinterhof der Salesianer-Kirche Maria Auxiladora geheimnisvolle Schätze: Platten aus Goldblech, Silber und anderen Legierungen mit unbekannten Schriften, rätselhaften Symbolen, Götterfiguren, himmlischen Drachen, Sauriern und Pyramiden-Motiven. Der Schweizer Reiseschriftsteller Erich von Däniken war einer der ersten, der 1972 in seinem Buch "Aussaat und Kosmos" [1] über die "Metallbibliothek" berichtete und weltweit für Aufsehen sorgte. Crespi hatte die Gegenstände von Indios erhalten, die sie ihrerseits aus bislang kaum erforschten, kilometerlangen Höhlensystemen ihrer Vorfahren entnahmen. Alter und Ursprung der Fundstücke bleiben umstritten. Neben Relikten, die eine Zuordnung zu einem alten Inkaschatz erlauben, existieren viele moderne Kunstobjekte und Fälschungen. Da die Klassifizierung äußerst schwierig ist, befasst sich die Fachwissenschaft nicht mit den Crespi-Stücken. Bei der Beurteilung zwischen "Fälschung" und "authentisch" will sich offenbar kein Wissenschaftler die Finger verbrennen.

Heute sind nur noch ein paar tausend Objekte der Sammlung erhalten geblieben, die in für die Öffentlichkeit nicht zugänglichen Depots des Salesianer-Ordens aufbewahrt werden. Der Großteil der Fundsachen wurde nach dem Tod von Pater Crespi aufgelöst bzw. verkauft. Dies wurde mir vor wenigen Monaten auch bei meinem Besuch in der Banco Central de Ecuador vom Direktorium bestätigt. Die Bank sei zwar ebenfalls im Besitz von Crespi-Schätzen, nicht aber der "Metallbibliothek", vielmeht habe man das Interesse auf die christlichen Motive und Darstellungen des Gekreuzigten und historische Ölbilder gelenkt. Dass die Platten und Steinobjekte nicht von der Bank erworben wurden, wird von dem Chefrestaurator der Crespi-Sammlung heute bedauert. Jüngste Meldung: Der noch vorhandene Fundus von Metallplatten und Steinobjekten wurde kürzlich von Wiener Profifotografen erfasst, für eine Ausstellung reserviert und soll demnächst erstmals der Öffentlichkeit präsentiert werden. [2] Eines sticht bei vielen Ornamenten und Zeichen der Metall- und Steinarbeiten sofort ins Auge: der Gleichklang mit "Burrows Cave" und Konsorten. Hatürlich wieder nur ein Zufall...


Anmerkungen und Quellen

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Dieser Beitrag von Reinhard Habeck (©) wurde seinem Buch "Atlantis - Der verschollene Kontinent" (Abb. 4) entnommen (S. 99-100); Auszug aus Kapitel XI, "Die >unlesbaren< Schriften"), das 2001 in der Taschenbuchreihe Rätselhafte Phänomene des Tosa-Verlags veröffentlicht wurde. Bei Atlantisforschung.de erscheint er im Mai 2017 mit freundlicher Genehmigung des Autors in einer redaktionell bearbeiteten (Links und Illustration) Online-Fassung.

Fußnoten:

  1. Siehe: Erich von Däniken, "Aussaat und Kosmos", Econ, 1972
  2. Vergl. dazu: Unsolved Mysteries, "Die Sammlung des Pater Crespi"

Bild-Quelle:

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