Die Metallröhren von Saint-Jean de Livet

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Seit mehr als 40 Jahren rätselhaft und umstritten

Abb. 1 Zeichnung einer der Metallröhren von Saint-Jean de Livet. Lagen diese artifiziellen Objekte dort seit 65 Millionen Jahren im Boden?

(red) Einen besonders bemerkenswerten krypto-archäologischen Fund aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts stellen die Metallröhren von Saint-Jean de Livet (Abb. 1) dar. 1968 gaben die Speläologen [1] Y. Druet und H. Salfati die Entdeckung rotbrauner, "semi-ovoider Metallröhren" in einer Kreideformation bei Saint-Jean de Livet im französischen Départment Calvados bekannt [2], die - der geologischen Datierung zufolge - ein Alter von ca. 65 Millionen Jahren aufweisen sollen. [3] Nachdem sie verschiedene Hypothesen erwogen und eliminiert hatten, kamen die beiden Forscher zu dem Schluss, dass bereits in dieser frühen erdgeschichtlichen Periode intelligente Lebewesen auf unserem Planeten existiert haben müssen. Dazu werden Druet und Salfati von dem Autor J.R. Jochmans folgendermaßen zitiert: "Diese Objekte beweisen dann also die Anwesenheit von intelligentem Leben auf der Erde, lange vor dem heute von der prähistorischen Archäologie angegebenen Grenzbereich." [4]

Abb. 2 Der Mathematiker Richard L. Thompson (Bild) und Michael Cremo wurden von der Uni Caen keiner Antwort gewürdigt, als sie sich gegen Ende der 1990er Jahre nach den mysteriösen Metallröhren erkundigten.

Das mysteriöse Fundgut wurden von ihnen später, wie es übereinstimmend in allen Quellen heißt, an die Universität von Caen übergeben. Joseph R. Jochmans bemerkte dazu, es habe angeblich eine Analyse des Materials stattgefunden: "Die chemische Analyse zeigte einen Kohlenstoffgehalt, der im Einklang mit modernen Techniken des Schmiedens und Gießens steht." [5] Allerdings finden sich weder dort noch in den anderen uns zugänglichen Quellen [6] belastbare Hinweise darauf, wer diese Analyse vorgenommen hat, bzw. ob dies in Caen geschehen ist. [7]

Jedenfalls wandten sich die Forscher Michael A. Cremo und Richard L. Thompson (Abb. 2) bei den Recherchen zu ihrem Buch Forbidden Archeology mit einer schriftlichen Anfrage an das Geomorphologische Labor der Universität von Caen, auf die sie jedch keine Antwort erhielten. [8] Auch bei Keith Fitzpatrick-Matthews heißt es: "Mehrere Anfragen des Autors nach weiterer Information durch die Fakultät sind fehlgeschlagen [und] ohne Antwort geblieben". [9]

Wie auch in anderen Fällen erscheint hier die Vermutung legitim, dass ein für das wissenschaftliche Establishment mehr als brisanter Fund weiteren Untersuchungen und der öffentlichen Diskussion entzogen wurde.


Anmerkungen und Quellen

Dieser Kurzbeitrag ist ein überarbeiteter und erweiterter sowie umfassend kommentierter Auszug aus unserem längeren Beitrag Atlantis in Frankreich? Eine primhistorische Reise durch die französische Urgeschichte.

Einzelverweise:

  1. Quelle: Keith Fitzpatrick-Matthews, "Metallic tubes from St-Jean-de-Livet", bei: Bad Archaeology (abgerufen: 18.11.2013); Red. Anmerkung: Ursprünglich stammt diese Angabe vermutlich von dem Kreationisten Joseph R. Jochmans, siehe: J.R. Jochmans (Litt.D), "Strange Relics from the Depths of the Earth", Bible-Science Assoc., 1979; oder auch: J.R. Jochmans "Strange Relics from the Depths of the Earth", Forgotten Ages Research Society, Lincoln Nebraska, 1979
  2. Anmerkung: Wie der Pseudoskeptiker K. Fitzpatrick-Matthews (op. cit) erklärt, erfolgte die erste Fundmeldung der beiden Entdecker in einem Brief an die Herausgeber (vermutl. sind damit Jacques Bergier und Louis Pauwels gemeint; d.Red.) des französischen Grenzwissenschafts-Magazins Planète vom 30. September 1968.
  3. Anmerkungen: a) Dem Anomalistiker William R. Corliss zufolge, wurde der Fund in einem Steinbruch gemacht. (Quelle: "Ancient Man: A Handbook of Puzzling Artifacts", Glen Arm, Md.: The Sourcebook Project, 1978, nach: David Hatcher Childress, "Technology of the Gods", Adventures Unlimited Press, 2000, Seite 88) b) Die Röhren sollen identisch geformt, aber von unterschiedlicher Größe gewesen sein. Angaben dazu im Wortlaut leicht abweichend (z.B. Angaben in cm bzw. mm), aber inhaltlich übereinstimmend bei K. Fitzpatrick-Matthews (op. cit.) und Joseph R. Jochmans (op. cit.): "Ihre Größe variierte zwischen 30 und 90 mm in der Länge sowie 10 und 40 mm in der Breite" Dabei bezieht Fitzpatrick-Matthews sich auf eine nicht näher ausgewiesene Publikation der Entdecker: "Druet & Salfati 1969, 22".
  4. Original-Zitat: "These objects, then, prove the presence of intelligent life on earth long before the limits given today by prehistoric archaeology." Quelle: J.R. Jochmans (Litt.D), "Strange Relics from the Depths of the Earth", Bible-Science Assoc., 1979; zit. nach: David Ruffino, "Strange Relics from the Depths of the Earth", bei: THE DELUSION RESISTANCE (abgerufen: 18.11.2013; Übersetzung ins Deutsche durch Atlantisforschung.de)
  5. Original-Zitat: "Chemical analysis showed a carbon content consistent with modern forging and casting techniques" Quelle: J.R. Jochmans (Litt.D), "Strange Relics from the Depths of the Earth", Bible-Science Assoc., 1979; zit. nach: David Ruffino, "Strange Relics from the Depths of the Earth", bei: THE DELUSION RESISTANCE (abgerufen: 18.11.2013; Übersetzung ins Deutsche durch Atlantisforschung.de)
  6. Anmerkung: Auf die unserer Meinung nach reputierlichste und besonders beachtenswerte Quelle, nämlich William R. Corliss´ "Ancient Man: A Handbook of Puzzling Artifacts" (1978), haben wir derzeit leider keinen Zugriff.
  7. Anmerkung: Letzteres erscheint zumindest angesichts der Darstellung bei Keith Fitzpatrick-Matthews (op. cit.) naheliegend.
  8. Quelle: Michael A. Cremo und Richard L. Thompson, "Forbidden Archaeology", torchlight 1998, Seite 809, 810; sowie sekundär: David Hatcher Childress, "Technology of the Gods", Adventures Unlimited Press, 2000, Seite 88
  9. Quelle: Keith Fitzpatrick-Matthews, "Metallic tubes from St-Jean-de-Livet", bei: Bad Archaeology (abgerufen: 18.11.2013); Original-Zitat: "Several requests by the author for further information from the Department have failed to produce a response"; Red. Anmerkung: Es erscheint naheliegend, dass Fitzpatrick-Matthews selbst derjenige ist, der diese weiteren Anfragen gestellt hat, da er als 'wissenschaftsgläubiger' Szientist nachfolgend bemüht ist, die offenkundige Informationsverweigerung durch die Verantwortlichen der Universität Caen zu entschuldigen, indem er spekuliert: "Vielleicht hat die Fakultät keine Unterlagen; vielleicht haben die Mitarbeiter die Nase voll von Anfragen nach Information über etwas, mit dem sie entweder nie etwas zu tun hatten, oder mit dem sie vor so langer Zeit zu tun hatten, dass niemand der heutigen Mitarbeiter irgendetwas darüber weiß." (Quelle: K. Fitzpatrick-Matthews, op. cit.; Wortlaut im Original: "Perhaps the Department has no records; perhaps staff are fed up with requests for information on something they either never delt with or delt with so long ago that none of the present staff has any knowledge about.")
    Zu diesem - mit Verlaub - Nonsens ist unsererseits anzumerken: Wäre die Uni Caen zu irgendeinem Zeitpunkt mit Anfragen 'überrannt' worden oder der Beantwortung von Einzel-Anfragen überdrüssig gewesen, hatte es normalerweise - wie in derartigen Fällen üblich - eine klipp und klar formulierte, an die Öffentlichkeit geichtete Stellungnahme der dortigen, für Medienkontakte zuständigen Stelle gegeben. Eine derartige Pressemitteilung wurde jedoch offenkundig nie herausgegeben. Bei Anfragen durch Wissenschaftler (und zumindest Richard L. Thompson war Berufswissenschaftler) ist es jedenfalls akademischer Usus, in einer kurzen Antwort mitzuteilen, ob zum Gegenstand der Frage etwas gesagt werden kann - oder ob nicht. Zu solchen Anfragen und erhaltenen oder ausgebliebenen Antworten ist uns jedoch über das hinausgehend, was wir hier berichten können - gegenwärtig absolut nichts bekannt. Es erscheint also evident, dass die Uni Caen in dieser Sache seit Jahrzehnten weder irgendetwas zu bestätigen noch zu dementieren gedenkt, worauf sie im Rahmen weiterer Recherchen 'festgenagelt' werden könnte.
    Um es deutlich zu sagen: dass von dort bis zum heutigen Tag augenscheinlich noch nicht einmal eine Stellungnahnme im Sinne von "Wir wissen nichts über den Vorgang" abgegeben wurde, lässt sich eigentlich nur dadurch erklären, dass die Universitätsleitung seinerzeit - aus welchen Gründen auch immer - eine komplette Informationssperre verhängt hat. Mit ihrem letztlich unprofessionellen Verhalten in dieser Angelegenheit hat die Universität Caen allerdings zumindest all jenen einen 'Bärendienst' erwiesen, welche die Metallröhren von Saint-Jean de Livet nicht für Out-of-place Artefakte, sondern für skurrile Geofakte halten. Sollte es nämlich nun - mehr als 40 Jahre später! - eventuell doch noch eine entsprechende Stellungnahme aus Caen geben, so wäre sie kaum noch als relevant zu betrachten - und würde allenfalls die 'Gerüchteküche' anheizen.


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