Die verschollene Stadt Z

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Auf einen Blick

Abb. 1 Colonel Percy Harrison Fawcett im Jahr 1911 in Peru

(red) Die verschollene Stadt Z (Englisch: Lost City of Z) ist der Name, den Oberst Percy Harrison Fawcett (Abb. 1), ein britischer Landvermesser und Forschungsreisender, einer vermuteten uralten Stadt gab, von der er glaubte, dass sie oder ihre Überreste im Dschungel des brasilianischen Bundesstaates Mato Grosso zu finden seien. Basierend auf frühen Historien Südamerikas und seinen eigenen Erkundungen der Amazonasregion theoretisierte Fawcett, dass dort einst eine komplexe Zivilisation existierte, die er vage mit Atlantis in Verbindung brachte [1], und dass von ihr möglicherweise isolierte Ruinen erhalten geblieben seien. [2]

Forschungsgeschichte

Abb. 2 Hier die erste Seite des faszinierenden 'Manuscrito 512'

Fawcett stieß bei seinen Recherchen in der Nationalbibliothek von Brasilien auf ein Dokument mit der offiziellen Bezeichnung Manuskript 512 (Abb. 2) , das vermutlich von dem portugiesischen Bandeiranten João da Silva Guimarães verfasst wurde. Da Silva schrieb, dass er 1753 die Ruinen einer antiken Stadt entdeckt habe, in der es überwölbte Gänge [Torbögen?; orig.: "arches"; d.Ü.], eine Statue und einen Tempel mit Hieroglyphen gab. Er beschrieb die Stadtruine sehr detailliert, allerdings ohne ihren Standort anzugeben.

Besagtes Manuskript 512 war auf Grundlage der Ergebniss von Erkundungen früher portugiesischer Exploratoren in der Sertão der Nordostregion (Região Nordeste) Brasiliens verfasst worden. [3] Fawcett beabsichtigte, diese Stadt als sekundäres Ziel nach "Z" zu suchen. Er bereitete gerade eine Expedition vor, um "Z" zu finden, als der Erste Weltkrieg ausbrach und die britische Regierung ihre Unterstützung des Projekts einstellte. Fawcett kehrte nach Großbritannien zurück und diente während des Krieges an der Westfront. 1920 unternahm Fawcett eine von ihm selber organisierte Expedition, um die Stadt zu finden, musste diese jedoch abbrechen, nachdem er unter schweren Fieberschüben gelitten hatte, völlig erschöpft war und sein Lasttier erschießen musste. Auf einer weiteren Expedition, fünf Jahre später, verschwanden Fawcett, sein Sohn Jack und dessen Freund Raleigh Rimell im Dschungel des Mato Grosso.

Viele Forscher sind der Ansicht, dass Colonel Fawcett hinsichtlich seiner Ansichten zur Prähistorie Südamerikas durch Informationen beeinflusst wurde, die er von amerinden Ureinwohnern über die heutige archäologische Fundstätte von Kuhikugu in der Nähe des Oberlaufs des Rio Xingu erhalten hat. [4] Kuhikugu wurde erst nach Fawcetts mutmaßlichem Tod im Dschungel im Jahr 1925 von Nicht-Indios entdeckt. Dort befinden sich die Ruinen von schätzungsweise zwanzig altertümlichen Städten und Dörfern, in denen einst bis zu 50.000 Menschen gelebt haben könnten. Die Entdeckung anderer großer geometrischer Erdwerke [5] in interfluvialen Zonen des südlichen Amazonasgebiets wurde inzwischen als Beleg für Kernaspekte von Fawcetts lange belächelter Theorie zur verschollenen Stadt 'Z' gewertet. [6]


Externum:


Anmerkungen und Quellen

Dieser Beitrag basiert auf dem Artikel "Lost City of Z" bei Wikipedia - The Free Encyglopedia (Stand: 10. Juli 2019). Übersetzung ins Deutsche und redaktionelle Bearbeitung durch Atlantisforschung.de.

Fußnoten:

  1. Siehe: Bernhard Beier, "Colonel P.H. Fawcett, "Manoa" und Atlanter in Brasilien", Teil II, "II. Fawcett, der Okkultismus, die Indianer und Atlantis"
  2. Siehe: David Grann, "The Lost City of Z", in: The New Yorker LXXXI (28): 56–81 (19.September 2005) ISSN 0028-792X
  3. Siehe dazu Fawcetts posthum veröffentlichtes Buch "Exploration Fawcett" (Erstveröffenlichung 1953, diverse Neuauflagen)
  4. Siehe: David Grann, "The Lost City of Z: A Tale of Deadly Obsession in the Amazon" Doubleday, 2009 - ISBN 978-0-385-51353-1
  5. Siehe dezu z.B.: "Das Rätsel der alten Erdwerke Amazoniens - Neue Studie zeigt: Altertümliche Strukturen existierten bereits, bevor der Regenwald entstand" (red)
  6. Siehe: Jonas Gregorio de Souza et al, "Pre-Columbian earth-builders settled along the entire southern rim of the Amazon", 27. März 2018 auf Nature.com (abgerufen: 10. Juli 2019)

Bild-Quellen:

1) Daniel Candido (Uploader) bei Wikimedia Commons, unter: File:PercyFawcett.jpg
2) Giro720 (Uploader) bei Wikimedia Commons, unter: [File:Manuscrito 512 01.jpg]