Amerind

Aus Atlantisforschung.de
Wechseln zu:Navigation, Suche

Definition

Abb. 1 Das Portmanteau "amerind" bietet eine sinnvolle sprachliche Alternative zum gängigen Begriff "indianisch", den viele indigene Amerikaner ablehnen.

(red) Das Adjektiv amerind (seltener auch: amerindisch) ist ein, als Neologismus aus dem Amerikanischen Englisch übernommenes, aus den Begriffen "American" (amerikanisch) und "Indian" (hier: Indianer) [1] zusammengesetztes Portmanteau [2], das zur kollektiven Bezeichnung indigener Völker und Kulturen Amerikas (sowie ihrer Sprachen) verwendet wird, die dort bereits zu präkolumbischen Zeiten existierten. Außerdem lässt sich amerind auch auf solche modernen ethnischen Gemeinschaften anwenden, die von den entsprechenden Völkerschaften abstammen.

Geprägt wurde dieser Begriff von der American Anthropological Association in Washington, D.C. Zu den frühesten nachweislichen Verwendern gehören J. D. McGuire von der American Anthropological Association in seinem Papier "Anthropology in Early American Writings" und Dr. Alexander F. Chamberlain in "The Algonquin Linguistic Stock". [3] 1902 entbrannte, nach einem Protest des Anthropologen Franz Boas gegen die Verwendung des Begriffs, auf dem International Congress of Americanists in New York City ein regelrechter Gelehrtenstreit um seine Zulässigkeit. [4]

Im englischen Sprachraum soll durch die Verwendung des Begriffs amerind der Konfusion entgegengewirkt werden, die durch die Doppelbedeutung des Worts "Indian" (Inder und Indianer) hervorgerufen wird. Außerdem gilt er dort heute häufig als politisch korrekte, alternative Wortwahl, da viele amerikanische "Indianer" selbige Bezeichnung strikt ablehnen, oder sogar als beleidigend empfinden.

Im Bereich nonkonformistisch-alternativer, insbesondere diffusionistischer Anthropologie, Ethnologie und Zivilisationsgeschichts-Forschung, in welchem in Bezug auf die präkolumbische Vorgeschichte Amerikas z.B auch die Existenz "schwarzer" und "weißer" UreinwohnerInnen des Doppelkontinents diskutiert wird, ermöglicht der Begriff eine terminologisch unkomplizierte, sprachliche Unterscheidung zwischen amerinden und non-amerinden 'Native Americans' bzw. aboriginalen Kulturen. [5]


Anmerkungen und Quellen

Dieser Beitrag beruht auf dem Artikel Amerind (people) in der englischsprachigen Wikipedia (Stand: 05.03.2010) Bei Atlantisforschung.de erscheint er in einer übersetzten, redaktionell überarbeiteten und erweiterten Fassung.

  1. Anmerkung: Bei der englischsprachigen Wikipedia wird darauf hingewiesen dass man den Begriff auch als Portmanteau aus "American" und "Indigenous Peoples" verstehen kann.
  2. Siehe: "Americanists in dispute", The New York Times, 22. Oktober 1902
  3. Siehe: "July-December 1902", Science (New York: The Macmillan Company) 16 (414): 891–892. December 5, 1902. OCLC 1644869
  4. Siehe: "Americanists in dispute", The New York Times, 22. Oktober 1902
  5. Siehe dazu bei Atlantisforschung.de etwa: "Schwarze Präkolumbier in Nordamerika?" (bb); "Schwarze Zivilisationen Alt-Amerikas (Muu-Lan) und Mexikos (Xi)" (Paul A. Barton); "Schwarze Atlantiker in Amerika" (Alexander Braghine); "Die beerdigten Olmeken-Skulpturen in Mexiko" (William R. Corliss); "Afrikanische Skelette in Mittelamerika" (Dr. Clyde Ahmad Winters)


Bild-Quelle

(1) de:User:Sputnik, Wikimedia Commons, unter: File:Pok ta pok ballgame maya indians mexico 5.jpg (Bildbearbeitung durch Atlantisforschung.de)