Hans-Joachim Zillmer: Die Erde im Umbruch. Katastrophen form(t)en diese Welt, Beweise aus historischer Zeit

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eine Rezension von Roland M. Horn

Abb. 1 Hans-Joachim Zillmer: "Die Erde im Umbruch. Katastrophen form(t)en diese Welt, Beweise aus historischer Zeit". F. A. Herbig Verlagsbuchhandlung GmbH, München, 2011, ISBN: 978-3-7766-2672-8; Preis: EUR 19.99; 300 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag, 93 Abb., 71 Farbfotos

Offensichtlich lehnt sich der Autor mit dem Titel seines Buches an ein bekanntes Werk des Neo-Katastrophisten Immanuel Velikovsky (Earth in Upheaval / Erde im Aufruhr) an. Und wie Velikovsky sieht Zillmer Katastrophen in der Zeit der letzten Jahrtausende als Ursache des geologischen Zustandes der Erde, wie sie heute ist. Massive Naturkatastrophen und einschneidende Klimaumstürze in jener Zeit. Derartige Ereignisse führten Zillmer zufolge zu einer Veränderung der Erdkruste. So wuchsen ihm zufolge in Südamerika die Anden in kürzester Zeit in die Höhe.

Zillmer erinnert an die Arbeiten von Arthur Posnansky von 1945, in denen festgestellt wurde: „Titicaca und Popóo, der See und das Salzbett von Coipaga, die Salzlager von Uyni: Mehrere dieser Seen und Salzlager sind in ihren chemischen Eigenschaften ähnlich wie die des Ozeans“. (S. 36)

Dies und andere Entdeckungen wie z. B. die Auffindung von Krustentieren im Titicacasee lassen vermuten, dass die Hochebene auf den Anden, wo diese Funde gemacht wurden, von Meereshöhe in eine Höhe von 4000 Kilometern angehoben wurde. Zillmer verweist auch alte Strandlinien. Zillmers Forschungen lassen darauf schließen, dass der Mensch diese Hebung, die in mehreren Stufen abgelaufen sein soll, miterlebt hat. Vorausgesetzt er hat Recht, müssen die Anden in extrem kurzer Zeit hochgestemmt worden sein, was nicht in den Rahmen der heute gültigen geologischen Ansichten, nach denen alle Veränderungen auf der Erde allmählich ablaufen, passt.

Aber Zillmer geh noch weiter: Er bestreitet, dass es Eiszeiten gegeben hat ebenso wie die Richtigkeit der Plattentektonik. Stattdessen spricht er von einer kurzen „Schneezeit“ und hält die Expansionstheorie, nach der Erdball ständig anwächst, für richtig und führt für beide Szenarien Argumente an.

Weiter führt der Autor Begründungen für eine ehemalige Landbrücke zwischen Madagaskar und Südamerika an. Außerdem bestreitet er die Richtigkeit der Subduktionstheorie.„Die Wassertiefe beträgt in Ozeanen meist 5 km, und die Ozeankruste ist nur wenige Kilometer mächtig. Wie hoch soll die starre und bei Biegung bruchgefährdete tektonische Platte federartig nach oben schnellen?“, fragt er und bohrt noch weiter. (S.284)

Doch das Buch enthält noch viele weitere Annahmen von Naturkatastrophen. So propagiert und begründet Zillmer, wie besiedelte Steppen in Ost- und Nordsee versanken und Wald- und sich Seelandschaften auf der der Arabischen Halbinsel sind in Wüsten verwandelten.

Das Buch besticht durch eine ausgezeichnete Recherche- und Quellenarbeit. Ob nun Zillmers Thesen tatsächlich wahr sind und seine Sicht von der Vergangenheit und Gegenwart der Erde die bestehenden Lehrmeinungen zur Erdgeschichte tatsächlich ins Wanken bringen kann und ob die gängigen Vorstellungen von unserem Klima falsch sind, ist eine schwere Frage, die wahrscheinlich nur die zukünftige Forschung beantworten kann. Zumindest in einzelnen Positionen sieht es jedoch so aus, als ob Zillmer tatsächlich Recht haben könnte.