Jean-Baptiste-Claude Delisle de Sales

Aus Atlantisforschung
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Abb. 1 Jean-Baptiste-Claude (Isoard) Delisle de Sales (1741-1816)

(red) Jean-Baptiste-Claude Delisle de Sales - auch Jean-Baptiste Isoard de Lisle - (1741–1816) war ein französischer Universalgelehrter und Philosoph, der seinerzeit durch sein, vielbändiges im Lauf der Jahre immer wieder überarbeitetes und erweitertes, Opus "De la Philosophie de la Nature" Bekanntheit erlangte. [1] Er war eng befreundet mit Voltaire, der ihn 1777 im Gefängnis besuchte - zu dieser Zeit war Delisle de Sales wegen seiner, "im Gegensatz zu Religion und Moral" stehenden, Schriften zu lebenslänglicher Verbannung verurteilt, saß also praktisch in 'Abschiebehaft' - und ihm 500 Pfund übergab, um seine Freilassung bzw. eine Wiederaufnahme des Verfahrens [2] zu ermöglichen. [3] Außerdem gehörte zu seinem Bekanntenkreis auch der prominente Schriftsteller, Historiker und Okkultist Antoine Fabre d’Olivet. [4] Diese drei Männer verband u.a. ihr gemeinsames - wenn auch unterschiedlich ausgeprägtes - Interesse an Atlantis.

Mit seiner, im Jahr 1770 erstmals veröffentlichten, "Philosophie der Natur" zeigte sich der Polyhistor Delisle de Sales zumindest in Hinblick auf die Erd-, Menschheits- und Zivilisations-Geschichtsbetrachtung seiner Zeit in der Tat als mutiger Freigeist und Querdenker, der den Mainstream der gelehrten Welt seiner Zeit mit wirklich 'häretischen' Ideen konfrontierte. So stellte er beispielsweise die aus der Bibel abgeleitete Vorstellung einer 'jungen', vor gerade einmal 6000 Jahren von Gott geschaffenen Erde in Frage, welche damals die gängige Lehrmeinung zur Erdgeschichte bildete. Er selber war auf Basis astronomischer Daten und Beobachtungen zu der Meinung gelangt, das Erdalter betrage ca. 140.000 Jahre, und der Planet habe nach seiner Entstehung 40062 Jahre benötigt, um sich abzukühlen. Bereits diese Feststellungen waren für die Obrigkeit Grund genug gewesen, ihn ins Gefängnis zu stecken und die meisten seiner Bücher zu verbrennen. [5]

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Abb. 2 Der Kaukasus - nach Delisle de Sales die
Heimat einer primhistorischen Uralt-Zivilisation.

In der 1779 erschienenen, gemeinsam mit Louis-Sébastien Mercier und Charles-Joseph de Mayer unter dem Titel "Histoire nouvelle de tous les peuples du monde ou Histoire des homes" herausgegebenen, Ausgabe seines Werks publizierte Delisle de Sales zudem das Modell einer Ur-Zivilisation, die bereits vor den im Alten Testament geschilderten (prä-)historischen Ereignissen existiert habe. Wie Tony O’Connell in seiner Enzyklopädie Atlantipedia bemerkt, formulierte er darin die "Vorstellung, dass Atlantis ursprünglich im Kaukasus (Abb. 2) gelegen habe". Dann hypothetisiert Delisle de Sales weiter, "dass nach einer katastrophalen Flut in jener Region Flüchtlinge nach Osten und Westen abwanderten. Einige kamen bis zu den Bergen des Atlas, deren Namen sie erhielten. Delisle De Sales glaubte, dass Platos Atlantis zwischen Italien und Karthago gelegen habe. Diese Ansicht war eine Konsequenz aus seiner Gleichsetzung von Homers Ogygia, der Insel der Kalypso, mit Atlantis. Er nahm an, dass Sardinien ein Überrest dieser Insel sei." [6]





Anmerkungen und Quellen

Fußnoten:

  1. Siehe: Antonello Gerbi, "The Dispute of the New World: The History of a Polemic, 1750-1900", Univ. of Pittsburgh Press, 2010, S. 111–113, ISBN 978-0-8229-6081-2 (Ital. Erstveröffentl. 1973)
  2. Anmerkung: In der Tat wurde das erste Gerichtsurteil gegen Delisle de Sales schließlich revidiert. Er kam frei und reiste auf den Rat von Voltaire hin nach Berlin, wo es ihn aber nicht lange hielt. Er kehrte nach Paris zurück und legte sich dort auch weiter unbeirrt nit den Autoritäten an. Quelle: Wikipédia - L'encyclopedie libre, unter: Jean-Baptiste-Claude Delisle de Sales (abgerufen: 09.11.2013)
  3. Quelle: Wikipedia - The Free Encyclopedia, unter: Jean-Baptiste-Claude Delisle de Sales (abgerufen: 09.11.2013)
  4. Quelle: Tony O’Connell auf Atlantipedia.ie, unter: Delisle de Sales, Jean-Baptiste Izouard, 7. Juni 2010 (abgerufen: 09.11.2013)
  5. Siehe: Gustav Jahoda, "Images of savages: ancients (sic) roots of modern prejudice in Western culture", Routledge, 1999, S. 75; sowie: Joscelyn Godwin, "Atlantis and the Cycles of Time: Prophecies, Traditions, and Occult Revelations", Inner Traditions - Bear & Company, 2010, S. 36
  6. Quelle: Tony O’Connell auf Atlantipedia.ie, unter: Delisle de Sales, Jean-Baptiste Izouard, 7. Juni 2010 (abgerufen: 09.11.2013)

Bild-Quellen:

1) Zusasa bei Wikimedia Commons, unter: File:Jean-Baptiste-Claude Delisle de Sales.png (Bildbearbeitung durch Atlantisforschung.de)

2) ChrisM et al. bei Wikimedia Commons, unter: File:Kaukasus.jpg (Bildbearbeitung durch Atlantisforschung.de)