John Blashford-Snell & ein alter Wasserweg zwischen Pazifik und Atlantik in Nicaragua

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Abb. 1 Colonel Blashford-Snell und sein Team am Strand von La Virgen (Foto nach: DAILY ECHO)

(red) Insbesondere für Diffusionisten und Anhänger der Annahme präkolumbischer transozeanischer Kontakte zwischen Menschen der sogenannten 'Alten' und 'Neuen Welt' ist die Frage von besonderer Bedeutung, ob für maritime Handelsreisende des Altertums die Möglichkeit bestand, in Mittelamerika auf dem Wasserweg vom Atlantik zum Pazifik und umgekehrt zu gelangen. Bereits 1993 stellte der US-anerikanische Forschungsreisende und Autor David Hatcher Childress Überlegungen dazu an, ob eine solche Möglichkeit vormals in Gebiet des heutigen Staates Nicaragua bestanden habe. [1] Im Februar 2010 meldete dann der britische Explorer und Privatforscher Colonel John Blashford Snell (Abb. 1), er habe konkrete Evidenzen für eine solche Route, die "Flüsse, einen See und Überschwemmungsgebiete" umfasse, auf einer Expedition in Nicaragua entdeckt.

Abb. 2 Dieser kleine 'Canyon' könnte, so meint Blashford-Snell, ein Abschnitt des alten Wasserweges gewesen sein. (Foto nach: DAILY ECHO)

Dazu hieß es online bei der Zeitung DAILY ECHO aus Bournemouth: "Ein Forscher aus dem Norden von Dorset hat Hinweise auf eine alte Wasserstraße entdeckt, die den Pazifik und den Atlantik verbindet. Col John Blashford-Snell gelang der Durchbruch auf seiner kürzlichen Reise in das zentralamerikanische Land Nicaragua." [...] Blashford-Snells "Forschung konzentrierte sich auf den Streifen der Westküste, welcher den Nicaraguasee vom Pazifik trennt. Ein örtlicher Fischer erzählte, wie er es geschafft habe, den Streifen auf einem temporären See zu überqueren, der während der Überschwemmungen der Regenzeit entstanden war.

>Es ist wahrscheinlich, dass frühe Kartographen diesen See auch dann auf ihren Karten verzeichnet haben, falls sie ihn nicht gesehen haben, denn dann hätten die einheimischen Leute ihnen davon erzählt<, sagte Col Blashford-Snell. >Ich bin sicher, dass so die Geschichte der legendären Route zwischen den Ozeanen begann.< An der Stelle des vermuteten Sees wurden vom Expeditionsteam deutliche Hinweise auf Überschwemmungen gefunden. Col Blashford-Snell erwägt derzeit eine Durchquerung Nicaraguas von Meer zu Meer, um die [gesamte] alte Route zu ermitteln."

Blashford-Snells "Wasserstraßenforschung greift auf eine breiter angelegte Theorie zurück, die der Schriftsteller Gavin Menzies vorschlug, welcher den berühmten Entdecker aufforderte, die Expedition zu unternehmen. Alte Karten weisen auf einen Kanal hin, der Mittelamerika durchquerte, und in der Region wurden auch chinesische DNS und Artefakte gefunden. Die örtliche Geschichte erzählt ebenfalls von einer chinesischen Präsenz, und europäische Entdecker haben chinesische Wracks registriert.

Das Team hat mehrere Gebiete gefunden, in denen Flüsse, die in östlicher Richtung zum Nicaraguasee und in westlicher Richtung zum Pazifik fließen, nur wenige hundert Meter voneinander entfernt sind. Eine Stelle zwischen zwei Flüssen (Abb. 2) deutet auf mögliche Wände eines [vormals mit Wasser] gefüllten Kanals hin." [2]



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Anmerkungen und Quellen

Fußnoten:

  1. Siehe dazu bei Atlantisforschung.de: Berhard Beier, "David Hatcher Childress über die rätselhaften Statuen von Zapatera Island - Eines der bis heute ungelösten archäologischen Rätsel Nicaraguas"
  2. Quelle: James Morton, "Dorset explorer Col John Blashford-Snell identifies link between Pacific and Atlantic", 14th February 2010, bei DAILY ECHO (abgerufen: 21. Mai 2019; Übersetzung ins Deutsche durch Atlantisforschung.de)

Bild-Quellen:

1) James Morton / DAILY ECHO, op. cit.
2) ebd.