David Hatcher Childress über die rätselhaften Statuen von Zapatera Island

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Eines der bis heute ungelösten archäologischen Rätsel Nicaraguas

Abb. 1 Eine Karte des Nicaraguasees mit seinen größeren Inseln, darunter auch die Isla Zapatera im Nordwesten des Gewässers

(bb) Zu den vielen mysteriösen - und kaum mit den gängigen Vorstellungen zur präkolumbischen Vergangenheit der 'Neuen Welt' vereinbaren Artefakte, die der US-amerikanische Privatforscher und Autor David Hatcher Childress in seinen 1993 erstveröffentlichten Buch Lost cities of North et Central America (Abb. 3) vorstellt, gehören auch einige der steinernen Relikte auf der ca. 52 Quadratkilometer großen Vulkaninsel Zapatera in Nicaragua. Dazu zitieren wir ihn hier ausführlich:

"In der Nähe von Managua auf Zapatera Island [spanisch: Isla Zapatera; d.Ü.], inmitten des Nicaraguasees, befand sich einst eine erstaunliche Kollektion alter Statuen. Es handelte sich um eine Ansammlung von zehn bis fünfzehn Fuß [ca. 3,05 m bis 4,57 m; d.Ü.] hohen Standbildern und aus dem Fels gehauenen Heiligtümern, die von mesoamerikanischen Gelehrten der Gegenwart weitgehend ignoriert werden.

Abb. 2 Nachzeichnung eines Monumental-Reliefs von der Insel Zapatera (Nicaragua) mit der Abbildung eines bärtigen, also nicht indianischen Mannes oder Gottes - eine von vielen Evidenzen für präkolumbische Kontakte zwischen Menschen der Alten und der Neuen Welt.

Die meisten der riesigen Statuen befinden sich heute in einem Museum in Juigalpa, einer am Atlantik-Highway entlang der östlichen Seite des Nicaraguasee gelegenen Stadt. Die Insel Zapatera liegt direkt gegenüber der Stadt [...], zum nordwestlichen Ufer hin im See, nahe der Bergkette, die [ihn] vom Pazifischen Ozean trennt, der nur 30 Kilometer entfernt ist. Die gigantischen Statuen und [...] Kolossal-Köpfe wurden am nördlichen Rand der Insel an einer Stelle gefunden, die Punta de las Figuras genannt wird, Östlich davon liegt Punta del Zapote.

Der schwedische Forschungsreisende Carl Bovallius besuchte 1882/83 die wuchtigen Ruinen, wenngleich das meiste davon schon durch Erdbeben zerstört worden war und Teile unter Wasser im See lagen. Dies ist eine hochaktive Erdbeben-Zone, und es müssen sich dort im Verlauf der jüngsten drei oder vier Jahrtausenden viele gewaltige Erdbeben ereignet haben. Es wird angenommen, dass sich Unterwasser-Ruinen in der Nähe kleiner Inseln westlich von Zapatera befinden, so bei Punta Arenosa, Pedrarias, Guanacaste und Estero de La Cruz. Diese Gegend ist allgemein als Charco Muerte, oder so ähnlich, bekannt und auf [einer] Karte von Bovallius abgebildet.

Zapatera Island scheint ein größeres Verwaltungs- und vermutlich auch religiöses Zentrum des Handels quer durch Nicaragua gewesen zu sein. Gold, Jade, Pelze, exotische Federn, fremdartige Kräuter und halluzinogene Pilze sowie andere Metalle und wertvolle Steine, wie Obsidian, wurden von Küste zu Küste gebracht, und weiter in den Süden nach Kolumbien, oder in den Norden nach Guatemala. Es könnte sich eine wohlhabende Gesellschaft entwickelt haben, wo sich ägyptische Kaufleute, phönizische Händler, Inder und Chinesen trafen. Nicaragua war, wie das gesamte Zentralamerika, ein Treffpunkt, wo sich Ost und West begegneten, und es entwickelte seine eigene spezielle Kultur, seine Traditionen und künstlerischen Stilrichtungen.

Die Evidenzen legen nahe, dass in Nicaragua eine Menge mehr Ruinen zu finden sein sollten. Lt. Lawrence Frego, ein Satellitebild-Experte des Explorers Club, hat neuere Satelliten-Scans nach Spuren der alten Zivilisation durchsucht, die einst ganz Nicaragua umfasste. Er hat entdeckt, dass Nicaragua augenscheinlich einst die 'Panama-Kanalroute' des Altertums war, welche das natürliche System von Flüssen und Seen nutzte, um von der Atlantikküste bis zum Pazifik Handel zu betreiben.

In sofern Zentralamerika die einfachste Möglichkeit war, eine Verbindung vom Atlantik zum Pazifik herzustellen, dürfte es Sinn machen, über Nicaragua und seine Fluss-Systeme als wesentliche Wegkreuzung der Welt des Altertums nachzudenken. Alte Phönizier, Ägypter, Juden, Römer und keltische Seefahrer könnten gut den Río San Juan hinauf zum Nicaraguasee gesegelt sein, und von dort aus den kurzen Weg über die Berge, hiab zu den Häfen an der Pazifikküste genommen haben. [...] Die Insel Zapatera war offenbar ein wichtiges altertümliches Zentrum, und die vorrangigen Megalith-Funde wurden in dieser Gegend gemacht. Merkwürdigerweise scheinen die Zapatera-Statuen in sumerischem Stil (Abb. 2) hergestellt zu sein..." [1]



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Literatur-Hinweis

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David Hatcher Childress, "LOST CITIES OF NORTH AND CENTRAL AMERICA" (Abb. 3) , Kempton, Illinois (Adventures Unlimited Press), 1993, 590 Seiten


Anmerkungen und Quellen

Fußnoten:

  1. Quelle: David Hatcher Childress, op. cit., S. 24-25 (Übersetzung ins Deutsche durch Atlantisforschung.de)

Bild-Quellen:

1) TYC bei Wikimedia Commons, unter: File:Ometepemap.png (Lizenz: Creative-Commons, „Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 nicht portiert“)
2) David Hatcher Childress, "Lost Cities of North & Central America", Adventures Unlimited Press, 1992, S. 37
3) Adventures Unlimited Press / Bild-Archiv Atlantisforschung.de