Erdbeben

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von Tony O’Connell

Abb. 1 Eine phantasievolle Darstellung des Erdbebens, welches die Überflutung von Atlantis einleitete

Platos Bericht zufolge führte ein Erdbeben (Abb. 1), nicht aber ein Vulkanausbruch, zur Überflutung von Atlantis. Trotzdem ist es für diejenigen, welche glauben,dass die Vernichtung der altertümlichen Vulkaninsel Santorin die hinter Platos Atlantis-Erzählung stehende Inspiration war, nicht schwer ist, sich ein Erdbeben vorzustellen, welches eine Eruption wie jene begleitet, die sich im zweiten Jahrtausend v.Chr. auf Thera ereignete, zumal in einem Gebiet, das über tausende von Jahren hinweg anfällig für Erdbeben war.

Abb. 2 Die Thera-Katastrophe, welche im zweiten Millennium v.Chr. die Minoer-Kultur in der Ägäis erschütterte, ging vermutlich auch mit heftigen Erdbeben einher.

Erdbeben wurden einst als eine Form göttlicher Strafe betrachtet, wie etwa im Fall des Bebens von 1570, welches Tod, Beschädigungen und die Veränderung des Laufes des Flusses Po in Italien bewirkte, worauf der 'unfehlbare' Papst Pius V. erklärte, dies sei ein Zeichen des Zorns Gottes auf die Juden. [1]

Eine Doktorarbeit von Jamie Rae Bluestone [2] untersucht das frühe Verständnis von Erdbeben, wobei unweigerlich auch die Atlantis-Erzählung berührt wird.

Ein unlängst von Marc-André Gutscher veröffentlichtes Papier diskutiert die Subduktionszone bei Cadiz, welche 'verschlossen' zu sein scheint und folglich verantwortlich dafür ist, über lange Wiederholungsperioden hinweg sehr starke Erdbeben hervorzurufen. Gutscher liefert Evidenzen für auf 12.000 v.Chr. datierte Ablagerungen, welche 'mit dem von Plato beschriebenen zerstörerischen Erdbeben und Tsunami übereinstimmen könnten'. Allerdings erkannte er an, dass Plato eine bronzezeitliche Gesellschaft beschreibt, während die Insel Spartel in der Straße von Gibraltar nur von 'einfachen Fischern' bewohnt gewesen sein könne, die den Aufzeichnungen der ägyptischen Priester keine Erwähnung wert gewesen wäre. [3] [4]

Ben Davidson befördert die Vorstellung, dass Erdbeben von der Energie der Sonne verursacht werden und offeriert seiner Meinung nach zwingende Beweise dafür in einem YouTube-Clip. [5]

Im Mittelmeer-Raum sind die Ägäis und die Türkei seismisch [6] am höchsten aktiv, gefolgt von Italien (einschließlich Sizilien) [7] [8] und Nordafrika von Marokko bis Tunesien. Es gibt einen Erdbeben-Katalog Europas [9], der Erdbeben-Aktivitäten während der jüngsten 1000 Jahre graphisch illustriert. Aktuellle Erdbeben-Informationen sind auf der Geofon-Webseite zu erhalten. [10]


Anmerkungen und Quellen

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Dieser Beitrag von Tony O’Connell (©) wurde seiner atlantologischen Online-Enzyklopädie Atlantipedia entnommen, wo er am 26. Mai 2010 unter dem Titel "Earthquake" erschienen ist. Übersetzung ins Deutsche und redaktionelle Bearbeitung durch Atlantisforschung.de. Publikation am 23. April 2019.

Fußnoten:

  1. Quelle: Michael Harthorne, "Pope Blamed Jews for Medieval Quake That Moved River", 16. Aug. 2015, bei newser.com (abgerufen: 23. April 2019)
  2. Siehe: Jamie Rae Buestone, "Why the earth shakes: pre-modern understandings and modern earthquake science", A DISSERTATION SUBMITTED TO THE FACULTY OF THE GRADUATE SCHOOL OF THE UNIVERSITY OF MINNESOTA, Dezember 2010 (online bei University of Minnesota, University Digital Conservancy als PDF-Datei; abgerufen: 23. April 2019)
  3. Siehe: Marc-André Gutscher, "Subduction beneath Gibraltar? Recent studies provide answers", 27. März 2012, bei Eos, Volume 93, Issue 13 (abgerufen: 23. April 2019)
  4. Siehe dazu auch: Crystal Gammon, "What's Happening Under Gibraltar?", 12. April 2012, bei livescience.com (abgerufen: 23. April 2019)
  5. Siehe: ThunderboltsProject, unter: "Ben Davidson: The Sun/Earthquake Connection - Space News" (Video, 13:17 Min.; abgerufen: 23. April 2019)
  6. Anmerkung des Verfassers: Die Begriffe Seismologie und Epizentrum wurden 1858 von dem Iren Robert Mallet geprägt.
  7. Siehe: gisetc, "European Earthquake Risk Concentrated Around the Mediterranean", 29. Juli 2012, bei gisetc.com (abgerufen: 23. April 2019)
  8. Anmerkung des Verfassers: Italien ist übrigens auch die Örtlichkeit mit den aktivsten Vulkanen im Mittelmeer-Raum.
  9. Siehe: INGV - Istituto Nazionale di Geofisica e Vulcanologia - Sezione di Milano, unter: "The SHARE European Earthquake Catalogue (SHEEK) 1000-1899" (abgerufen: 23. April 2019)
  10. Siehe: GEOFON (GFZ - Helmholtz-Zentrum, Potsdam), unter: "GEOFON Earthquake Information Service" (abgerufen: 23. April 2019)

Bild-Quellen:

1) ThinkQuest Library, unter: http://library.thinkquest.org/05aug/00324/galeria2.htm (nicht mehr online)
2) http://people.freenet.de/xxl-faktor/atlantis1.htm (nicht mehr online)