Gavin Menzies

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Kurzportrait

(red) [1] Gavin Menzies (voller Name: Rowan Gavin Paton Menzies) (* 1937 in London) ist ein britischer Schriftsteller und ehemaliger Kommandant der Royal Navy, der sich als Privatforscher vor allem mit Seefahrtsgeschichte befasst.

Im Jahr 2003 popularisierte er die Hypothese, dass Amerika und andere Gebiete der Erde bereits vor Kolumbus (seiner damaligen Meinung nach: in den Jahren 1421 bis 1423) von den Chinesen im Rahmen einer Weltumsegelung entdeckt wurden. In jüngerer Zeit hat er sich auch mit dem Atlantis-Problem befasst. Menzies Thesen stoßen bei schulwissenschaftlich orientierten Kritikern zumeist auf wütende Ablehnung.

Leben

Gavin Menzies kam 1937 in London zur Welt. 1953 trat er in die Royal Navy ein und diente von 1959 bis 1970 auf Unterseebooten. Von 1968 bis 1970 war er Kommandant des U-Boots HMS Rorqual.

Abb. 1 Gavin Menzies bei einem Vortrag im Jahr 2009

Im Jahr 1969 rammte die von Menzies kommandierte HMS Rorqual auf dem US-Marinestützpunkt Subic Bay, Philippinen, das Minenräumschiff USS Endurance der United States Navy an einer Mole. Die Kollision, bei der keine Menschen zu Schaden kamen, schlug ein Loch in den Rumpf der USS Endurance, während die HMS Rorqual unbeschädigt blieb. Eine anschließende offizielle Untersuchung des Unfallhergangs kam zu dem Ergebnis, dass der Kollision eine unzulässige Einstellung des Maschinentelegrafen der HMS Rorqual seitens Menzies vorausgegangen war. [2]

Im folgenden Jahr schied G. Menzies aus dem Marinedienst aus und trat bei den britischen Unterhauswahlen 1970 als unabhängiger Kandidat im Wahlkreis Wolverhampton South West an, wo er sich für das Recht auf freie Einwanderung nach Großbritannien aussprach und lediglich 0,2 % der Stimmen auf sich vereinigen konnte. [3] Gegenwärtig lebt Gavin Menzies mit seiner Frau Marcella und zwei Töchtern in London.

Die '1421-Hypothese'

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Abb. 2 Die Flotte des Admirals Zheng He nach einem Holzschnitt aus dem 17. Jahrhundert

In seinem Buch "1421. Als China die Welt entdeckte" legt Menzies seine Annahme dar, dass chinesische Flotten auf Befehl des Kaisers Zhü Di von 1421 bis 1423 unter den Admiralen Zheng He, Zhou Wen, Zhou Man und Hong Bao den amerikanischen Kontinent bereits vor Kolumbus entdeckten und zudem die erste Weltumsegelung hundert Jahre vor Magellan durchführten. Dabei sollen nicht nur Nord- und Südamerika, sondern auch Australien, die Arktis und die Antarktis entlang ihrer Küstenlinien kartographiert worden sein. Menzies vertritt die Ansicht, erst die Kenntnis dieser Karten habe die weltweiten Entdeckungen der europäischen Seefahrer im 15. und 16. Jahrhundert möglich gemacht. Er führt unter anderem folgende Beispiele an:

  • Auf der Karte von Fra Mauro aus dem Jahr 1459 ist bereits das Kap der Guten Hoffnung abgebildet, welches 'offiziell' erst 1488 von Bartolomeu Diaz erreicht wurde.
  • Auf Martin Waldseemüllers Weltkarte von 1507 sei der amerikanische Kontinent einschließlich Floridas dargestellt, das erstmals 1513 von Juan Ponce de León betreten wurde.

Inzwischen hat G. Menzies seine Theorie in Richtung einer noch früheren systematischen kartographischen Erfassung der Erde modifiziert und will dies mit einer chinesischen Weltkarte, die aus dem Jahr 1418 stammen soll, untermauern. Die Authentizität der Karte, die nur in einer Fassung des 18. Jahrhunderts existiert, wird jedoch - wie nicht anders zu erwarten - von einer Reihe von Fachleuten bestritten. Menzies´ Thesen werden von Fachhistorikern des schulwissenschaftlichen Mainstreams nach wie vor abgelehnt [4] oder sogar als reine Phantasieprodukte dargestellt. [5]

Gavin Menzies und Atlantis

Abb. 3 Für Gavin Menzies war die Eruption des Insel-Vulkans von Thera - hier auf einer alten Karte - die Atlantis-Katastrophe.

Im Jahr 2011 veröffentlichte Menzies auch ein Buch, in dem er sich mit dem Thema 'Atlantis' befasst. In "The Lost Empire of Atlantis" [6] argumentiert er für die Annahme eines riesigen protohistorischen Minoer-Imperium, das sich über das gesamte Mittelmeer erstreckte, und dessen Seefahrer sogar Amerika entdeckten (S.245). Menzies Kernthese ist, "dass die ursprüngliche Fassung des von Platon wiedergegebenen Berichts über den Untergang von Atlantis die Vernichtung der kretisch-minoischen Zivilisation durch die Thera-Explosion ca. 1450 v.Chr. zum Gegenstand hatte. " [7]

Im Gegensatz zu anderen, zumeist schulwissenschaftlich-konventionell argumentierenden, auf die Ägäis oder allenfalls den mediterranen Raum fixierten Verfechern kretominoischer Atlantis-Hypothesen entwickelt Menzies auf dieser Basis ein nonkonformistisches Szenario interkontinentaler Aktivitäten. Zum Beispiel geht er davon aus,, dass die minoischen Atlantier die gewaltigen Kupfervorräte Michigans [8] ausbeuteten, und das Erz mit Flößen den Mississippi hinab schafften, um es zu bearbeiten, bevor sie es exportierten, um den Bedarf der mediterranen Bronze-Industrien zu decken.


Über G. Menzies bei Atlantisforschung.de


Anmerkungen und Quellen

Fußnoten:

  1. Anmerkung: Dieser Beitrag basiert auf dem Lemma "Gavin Menzies" bei Wikipedia - Die freie Enzyklopädie (abgerufen: 12.12.2013), der von uns aufgrund seiner (scientistischen (mainstream-wissenschaftsgläubigen) Tendenz überarbeitet wurde, um Interessierten eine enzyklopädische Alternative aus grenzwissenschaftlicher Sicht anbieten zu können. Ein Ausbau des Beitrags ist geplant.
  2. Siehe: USS Endurance (MSO-435) Aftermath of the Collision with the HMS Rorqual (abgerufen: 12.12.2013)
  3. Siehe: The Times: „Immigrant Girl Will Vote in Despair“, Freitag, 5. Juni 1970, Ausgabe 57888, S. 9
  4. Siehe z.B. online: The '1421' myth exposed (englisch)
  5. Siehe z.B.: Diverse Autoren, "1421: The year the Chinese did NOT discover America" (Pseudoskeptiker–Webseite in englischer Sprache; abgerufen: 12.12.2013); sowie: Ian Morris, "Wer regiert die Welt? Warum Zivilisationen herrschen oder beherrscht werden", Campus Verlag, Frankfurt am Main/ New York 2011, S.397 --- Anmerkung: Wes Geistes Kind Mr. Morris ist, zeigt sich z.B. anhand der Tatsache, dass er G. Menzies a.a.O mit Erich von Däniken (der 'Lieblings-Kinderschreckfigur' reaktionärer Neo-Scholastiker) vergleicht.
  6. Siehe: Gavin Menzies, THE LOST EMPIRE OF ATLANTIS, London, 2011, Paperback, 379 S., zahlr. Abb., Orion Books Ltd. / Phoenix
  7. Quelle: Dr. Horst Friedrich, "Gavin Menzies: The Lost Empire of Atlantis" (Rezension, 2013)
  8. Siehe zum präkolumbischen Bergbau in Michigan bei Atlantisforschung.de einführend: "Gesucht: 500 000 Tonnen Kupfer" von William R. Corliss; weiterführend dazu auch extern: Michigan Copper in the Mediterranean. By Jay Stuart Wakefield, MES & AAPF, bei: grahamhancock.com

Bild-Quellen:

1) Case Western University, Ohio, unter: NHD (Bildbearbeitung durch Atlantisforschung.de)
2) Dejvid bei Wikimedia Commons, unter: File:ZhengHeShips.gif
3) Wikimedia Commons, unter: File:Old map of Santorini.jpg