Kongressbericht: „The Secrets of the Sphinx“ im Galileo-Park, Lennestadt

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von Dr. Dominque Görlitz

Abb. 1 Dr. Dominique Görlitz (Mitte) bei der Begrüßung des Geowisseschaftlers und weltweit renommierten Sphinx-Experten Dr. Robert M. Schoch (rechts)

Anlässlich der Sonderausstellung „Das Eisen der Pharaonen“ fand im Galileo-Park, Lennestadt, am 30. April 2016 der internationale Kongress „The Secrets of the Sphinx“ statt. Namhafte Wissenschaftler und Forscher aus dem In- und Ausland hielten Vorträge über das mögliche Alter des Sphinx sowie über die mögliche Existenz vorgeschichtlicher, bisher unbekannter Hochkulturen auf der Welt.

Der Kongress wurde durch den Ausstellungskurator und Mitorganisator Dr. Dominique Görlitz eröffnet. Er stellte in seinem Redebeitrag nicht nur die Forschungsergebnisse über das Vorhandensein von Eisen in der 4. Dynastie vor, sondern sprach auch über seine geobotanischen und kartographiehistorischen Forschungen. Diese beiden Fachgebiete liefern besonders schwerwiegende Hinweise für die Theorie, dass es vor den etablierten Hochkulturen im Vorderasiatischen Halbmond (um 3.000 v.Chr.) bereits hoch entwickelte Kulturgesellschaften gab, welche sogar einen transozeanischen Kontakt in die Neue Welt gepflegt haben könnten. Handelt es sich bei dem Großen Sphinx von Gizeh womöglich um das Relikt einer solchen vergessenen Uralt-Kultur?

In diesem Sinne sprach sich der amerikanische Geologie-Professor Robert Schoch (University of Boston) aus, der ebenso für die Annahme plädierte, es könne schon viel früher als bisher angenommen hochentwickelte Kulturen gegeben haben. Diese seien jedoch noch am Ende der letzten Eiszeit ausgelöscht worden und fielen dadurch der Vergessenheit anheim. Prof. Schoch stellte bereits in den frühen 90er Jahren geologische Verwitterungsspuren fest, die Hinweise auf eine Errichtung des Bauwerks lange vor der 4. Dynastie im Alten Reich lieferten.

Abb.2 Robert Bauval (links) und David Rohl bei ihren Vorträgen auf dem Kongress am 30. April in Lennestadt

Seine jüngeren Forschungen in Göbekli Tepe (Ost-Türkei) untermauern diese Schlussfolgerungen. Seiner Meinung nach wurde das abrupte Ende der letzten Eiszeit durch eine gewaltige Sonneneruption ausgelöst, welche auch den kulturellen Kollaps der bisher wenig erforschten prähistorischen Kulturen verursacht haben könnte. Die Relikte der ältesten Großsteinanlage der Menschheit in Göbekli Tepe liefern nach Schoch ein wichtiges Argument, dass die dort festgestellten Kulturentwicklungen (z.B. Großsteinbauweise, meisterliche Gravuren und Dekor) nicht in das gängige Bild der heutigen Zivilisationsforschung passen.

Der dritte Redner, Robert Bauval, sieht das ähnlich. Er führte mit seinen astronomischen Forschungen vor Augen, dass sich auf dem Gizeh-Plateau die Überreste zweier zeitlich getrennter Kulturen befinden könnten: Die Großen Pyramiden von Gizeh aus der 4. Dynastie; und die megalithischen Tempelanlagen mit dem Sphinx, welche aufgrund ihrer Ausrichtung nach dem Sonnenlauf ein vorzeitliches Alter vermuten lassen. Allerdings kann er aus astronomischer Sicht den Sphinx und die Tempel nicht unmittelbar ins 10. Jahrtausend v.Chr. datieren.

Abb.3 Stefan Erdmann referierte über die von ihm vermutete, ursprünglich technische Funktion der Großen Pyramide.

Auch der englische Ägyptologe David Rohl befürwortet aufgrund seiner Forschungen eine Umdatierung der Sphinx, da bestimmte Bauwerksstrukturen und die Architekturmerkmale der beiden Taltempel wichtige Hinweise auf eine frühere Erbauung der Sphinx liefern. Sehr spannend waren seine Ausführungen, dass die Wassererosionsspuren möglicherweise nicht aus dem 10., sondern „nur“ 4. Jahrtausend v.Chr. stammen könnten. Zumindest war es damals viel feuchter als heute und das Fehlen von Erosionsspuren an der Nordwand des Baugrabens der Sphinx lassen auch seine Argumentation sehr realistisch erscheinen.

Stefan Erdmann, Privatforscher und Projektpartner von Dr. Dominique Görlitz, sprach über die Hinweise zu einer möglichen technischen Nutzung der Großen Pyramide. Seine älteren Forschungen ergaben Indizien für die Existenz eines unterirdischen Kanals von der Cheops-Pyramide zum Nil (Herodot-Schacht) in antiker Zeit. Interessanter Weise sieht auch der Ägyptologe David Rohl weitere Hinweise, dass in der unteren Felsenkammer vor der Errichtung der Cheops-Pyramide einst ein Heiligtum mit einem oberirdischen Wasserzulauf existiert haben könnte. Ähnlich den jungsteinzeitlichen Brunnenheiligtümern, wie z.B. auf Sardinien, könnte der Herodot-Kanal von den Pyramidenbauern zusätzlich angelegt worden sein, um das vorzeitliche Wasserheiligtum vor Entweihung zu schützen.

In der zweitägigen Paneldiskussion besprachen die Referenten aber noch viele weitere Fragen des Publikums rund um das alte Ägypten und die vermuteten vorzeitlichen Kulturen. Parallel zu diesen Aktivitäten konnten sich die Besucher noch die Sonderausstellung „Das Eisen der Pharaonen“ und die anderen attraktiven Wissenspräsentationen im Galileo-Park anschauen.

Diese Sonderausstellung, die alles Wissenswerte über den Bau der Großen Pyramide von Gizeh zusammenfasst, läuft noch bis zum 16. November 2016. Der Galileo-Park lädt dazu herzlich ein. Bitte schauen Sie in Hinlick auf mögliche kurzfristige Änderungen auch auf die Homepage des Galileo-Parks.



Mehr Informationen bei: galileo-park.de oder abora.eu


Anmerkungen und Quellen

Dieser Beitrag von Dr. Dominique Görlitz wurde von ihm am 16. Mai 2016 als Pressemitteilung erstellt. Redaktionelle Bearbeitung durch Atlantisforschung.de.

Bild-Quellen:

1) Bild-Archive Dominique Görlitz und Atlantisforschung.de
2) NuoViso.tv (Bild-Bearbeitung durch Atlantisforschung.de)
3) NuoViso.tv (Bild-Bearbeitung durch Atlantisforschung.de)