Maltas Geologie

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Auf Malta nach Atlantis reisen, Kap. 1

von Dr. Christiane Dittmann

Abb. 1 Satelliten-Bild der maltesischen Inseln. Gozo, Comino, Malta (v.l.n.r.)

Die Geologie von Malta ist ganz besonders interessant. An Folgenden Besichtigungspunkten kann man sich darüber gut informieren.

  • Wanderung am Great Fault
  • Naturkundemuseum in Mdina
  • Bucht von Dweijra auf Gozo
  • Wanderung am Maghlaq Fault

Zunächst muss man sich den Aufbau der Gesteinsschichten merken, denn sonst versteht man das Landschaftsbild nicht. Die Kalksteine der Maltesischen Inseln entstanden erst seit dem Tertiär, der Zeit der alpidischen Faltung, vor ca. 40 Millionen Jahren. Die Kalksteine in Süddeutschland stammen aus der Jura-Phase des Erdmittelalters und sind bis zu 100 Millionen Jahre älter. Auf Malta liegen folgende Schichten übereinander:

Diese Gesteinsschichten sind durch Erdbeben stark verschoben.

Die Subduktionszone, bei der sich die afrikanische Platte unter die europäische schiebt, verläuft zwischen den Maltesischen Inseln und Sizilien. Daher gibt es in diesem Gebiet viele Vulkane, die meisten untermeerisch, aber auch den Ätna, mit 3350 Metern der höchste Berg des Mittelmeerraumes oder Lampedusa, Linosa und die Liparischen Inseln. Ein Kuriosum ist der Vulkan Ferdinandea, der manchmal aus dem Wasser auftaucht.

Die Subduktionszone verursacht gewaltige Zerrungen und Brüche in der Erdkruste. Früher gab es eine Landbrücke zwischen Afrika und Europa (vgl. Kap 2: Elefanten). Die Südküsten von Malta und Gozo bestehen aus über 100 Meter hohen Felswänden, weil dort das Land abbricht. Ein mehr als 1000 Meter tiefer Grabenbruch erstreckt sich südlich der Inseln, in den die Gesteine immer wieder hineinrutschen, denn die Schichten sind wegen des Blauen Lehms sehr labil.

Der jüngste Abbruch ist am Maghlaq Fault zu sehen (ausgesprochen: Mala, vgl. Kap 14: Beute). Diese Bruchzone verläuft in Nordwest-Südost-Richtung und ist schon lange aktiv. Die Sprunghöhe beträgt 230 Meter, d. h. dass die Gesteinsschichten um diese Distanz vertikal verschoben sind. Unterer und oberer Korallenkalk liegen nebeneinander. Die Klippe Filfla, die wir von da aus sehen, besteht aus oberem Korallenkalk, der ins Meer gerutscht ist.

Vor wenigen Jahrtausenden, das ist geologisch betrachtet eine ganz kurze Zeit, ist der Maghlaq Fault um über 50 Meter abgesackt. Kratzspuren (Fachbegriff: Harnische) an der Gleitfläche des unteren Korallenkalks beweisen eine gigantische Naturkatastrophe. Weil die abgebrochenen Felsen im Brandungsbereich der Wellen nicht die geringste Spur einer Verwitterung aufweisen, glaube ich, dass die Steinzeitmenschen dieses Ereignis erlebt haben und deshalb von der Insel geflüchtet sind (vgl. Kap. 3: Megalithvolk).

Der Great Fault ist eine ältere Bruchzone mit einer Sprunghöhe von 180 Metern, der in Nordost-Südwest-Richtung verläuft und den Archipel zerteilt. So wurde Malta von Gozo abgetrennt. In der Mitte liegt die Insel Comino, die aus oberem Korallenkalk besteht. Der Great Fault wird von kleinen Trockentälern, den Gaps, zerschnitten. Das beweist, dass diese Gesteinsstufe schon während der Eiszeit existiert hat, denn unter den gegenwärtigen Klimabedingungen entsteht diese Erosionsform nicht. In der Gleitfläche des Great Fault befindet sich im Brandungsbereich eine deutliche Hohlkehle, im Gegensatz zum Maghlaq Fault, auch dies ein deutliches Indiz für den Altersunterschied. Der Great Fault ist eine markante Geländestufe. Zu Verteidigungszwecken haben die Engländer dort im 19. Jahrhundert die Victoria-Lines gebaut. Auch viele Wachtürme der Kreuzritter stehen oben. In Mgarr, dem Fährhafen auf Gozo, fährt man die steile westliche Kante des Grabenbruchs hinauf.

Die vorgeschlagene Wanderung beginnt oberhalb der Fomm ir-Riħ Bucht. Dort stoßen der Maghlaq Fault und der Grand Fault zusammen. Wie bei einer Kreuzung ist die Steilküste aus unterem Korallenkalk im Osten der Bucht im 90-Grad-Winkel abgeschnitten. Das Highlight ist aber die gigantische Verkippung der Gesteinsschichten am Great Fault. Hier wird das Ausmaß der endogenen Kräfte deutlich, die an der Erdkruste zerren.

Gozo endet im Westen durch eine Bruchzone. Die Bucht von Dweijra ist dadurch gestaltet. Man sieht den abgestürzten Fungus Rock, auf dem ein angeblich heilkräftiger Pilz wächst und kann vom eingesunkenen Inland-Meer mit dem Boot durch gespaltene Felsen zum Blauen Fenster fahren, das nicht durch Erosion, sondern durch Bruchtektonik entstanden ist. Bei ruhigem Wasserspiegel sieht man in 25 Metern Tiefe die heruntergefallenen Blöcke liegen. Gleich dahinter befindet sich eine untermeerische Steilstufe, die in eine unergründliche, tintenblau schimmernde Tiefe führt.

Es gibt auf den Maltesischen Inseln keine Faltung der Gesteinsschichten. Alle Erhebungen sind durch Brüche gebildet. Die Landschaft besteht aus einem sehr kleinräumigen Horst- und Grabensystem. Darum sieht man viele Steilhänge.


Fortsetzung: Elefanten (Kap. 2)


Bild-Quellen

(1) Wikipedia - Die freie Enzyklopädie, unter: Datei:Satelite image of Malta.jpg