PHOBOS 2

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Eine sowjetische Raumsonde als 'Pionier' alternativer Marsforschung

Allgemeines über die Sonde und ihre Aufgaben

Abb. 1 Hier eine künstlerische Abbildung der Raumsonde Phobos 2 zwischen dem Mars und seinem Mond Phobos, dem das Gerät seinen Namen verdankt

(red) Phobos 2 (Abb. 1) war die letzte von der Sowjetunion entworfene Raumsonde. Sie wurde entwickelt, um die Marsmonde Phobos und Deimos zu erkunden. Ihr Start erfolgte am 12. Juli 1988 auf dem Kosmodrom Baikonur in einer Proton-K 8K82K-Rakete, und sie trat am 29. Januar 1989 in die Umlaufbahn des Mars ein.

Nominell begann Phobos 2 seine Arbeit schon während seiner Reise, am 29. Januar 1989, wobei das Gerät und Daten über die Sonne, das interplanetare Medium, den Planeten Mars und Phobos sammelte. Phobos 2 untersuchte sowohl die Oberfläche des Mars als auch dessen Atmosphäre und lieferte 37 Bilder von Phobos [1] mit einer Auflösung von bis zu 40 Metern.

Kurz vor der, für den 4.- 5. April 1989 geplanten, Endphase der Mission, in der sich die Raumsonde knapp 50 m an die Oberfläche von Phobos annähern sollte, um dort zwei Lander abzusetzen - einen mobilen "Hopper" sowie eine stationäre Plattform mit Instrumenten -, ging der Kontakt mit Phobos 2 am 27. März plötzlich weitgehend verloren. Die Mission wurde am 15. April 1989 für beendet erklärt, nachdem es nicht gelungen war, wieder eine Verbindung mit ihr herzustellen. Als Ursache des Fehlers wurde offiziell eine Fehlfunktion des Bordcomputers angegeben. [2]

Die Instrumente der Raumsonde

Abb. 2 Eine Risszeichnung der Phobos 2 mit einem Einblick in das 'Innenleben' der Sonde

Zu den wichtigsten Instrumenten an Bord der Phobos 2 gehörte ein leistungsfähiges Infrarot-Spektrometer (ISM), das 45000 Spektren im infrarotnahen Bereich (von 0,75 bis 3,2 μm) in den äquatorialen Gebieten des Mars mit einer räumlichen Auflösung von 7 bis 25 km sowie 400 Spektren von Phobos in einer 700 m Auflösung erfasste. Diese Beobachtungen machten es möglich, die ersten mineralogischen Karten des Planeten und seines größeren Satelliten zu erstellen, aber auch die Atmosphäre des Mars zu untersuchen. Das ISM wurde am Institut aéronautique et spatial (IAS) und beim Pariser Observatorium (DESPA) mit Unterstützung des Centre national d’études spatiales CNES) entwickelt. [3]

Rätselraten um das 'Versagen' der Sonde und das 'PMO'

Nachdem die russischen Bodenkontrolleure Ende März plötzlich den Kontakt mit Phobos 2 verloren hatten und die Mission offiziell für beendet erklärt worden war, rückte die publik gemachte, letzte Nahaufnahme der Sonde von Phobos ins Zentrum des öffentlichen Interesses, denn darauf war "ein Objekt" zu sehen, "das nicht dort hätte sein sollen" (Abb. 3). [4]

Abb. 3 Das so genannte 'Phobos Mystery Objekt (PMO)', das hier rechts neben dem Marsmond zu sehen ist, aufgenommen von Phobos 2, drei Tage vor dem Ausfall der Sonde

"Natürlich wurde", wie der bekannte Anomalist William R. Corliss 1992 rekapitulierte, "dieses Phobos Mystery Object (PMO) von einigen schnell als UFO bezeichnet. Es wurde sogar spekuliert, dass die russische Mission von Aliens absichtlich beendet wurde! Solch ein Szenario passte gut zu den alten Spekulationen, dass Phobos in Wirklichkeit ein künstlicher Satellit des Mars sei, der von jemandem oder etwas als Operationsbasis benutzt wird." [5]

Wie Corliss weiter bemerkt, zeigt das besagte Foto von Phobos, "das nur drei Tage vor dem Kommunikationsausfall im Infrarotlicht aufgenommen wurde, [...] die Umrisse von Phobos und dem PMO. Alle Oberflächendetails sind verwaschen, wie es bei Infrarot-Aufnahmen üblich ist. Falls sich das PMO in der gleichen Entfernung wie Phobos selbst befand, wäre es ungefähr zwei Kilometer breit und 20 km lang. Die Oberflächenhelligkeit ist dieselbe wie bei Phobos. Die Seiten des PMO sind perfekt parallel; es ist an beiden Enden abgerundet; das Ende gegen Phobos verengt sich etwas; das andere Ende scheint einen leichten Vorsprung zu aufzuweisen.

Da das PMO keine metallische Oberfläche zu haben scheint und keine Antennen oder andere Anzeichen von Künstlichkeit aufweist, ist es vernünftig zu fragen, ob es sich [in der Tat 'nur'] um ein natürliches Phänomen handelt. Eine Möglichkeit ist, dass das PMO-Bild nur ein >trailed moonlet< ist; das heißt, das verschmierte Bild eines kleinen Trümmerstückes, das sich ebenfalls im Orbit um den Mars befindet, sich aber mit einer etwas anderen Geschwindigkeit bewegt als das Raumfahrzeug und Phobos. Da die Belichtungszeit des letzten Fotos 8 Sekunden betrug, ist ein verschmiertes Bild aufgrund der relativen Bewegung des PMO plausibel." [6]

Wie William R. Corliss zeigt, besteht - auch wenn wir diese Option nicht völlig ausschließen wollen - tatsächlich kein wirklich triftiger Grund, das von Phobos 2 dokumentierte PMO für ein außerirdisches Raumfahrzeug zu halten, zumal es kaum anzunehmen ist, dass hypothetische Aliens drei Tage Zeit für ihre Entscheidung benötigt hätten, einen unerwünschten unbemannten Beobachter zu eliminieren. Auch deutet sich nach der kürzlich erfolgten Entdeckung des - ähnlich wie das PMO geformten - interstellaren 'Vagabunden' Oumuamua [7] die Möglichkeit an, dass solch ein kosmischer Körper keineswegs einzigartig ist, sondern eine bisher unbekannte seltene Klasse im All umher wandernder Gesteinsbrocken repräsentiert.

Wenn wir also Phobos 2 in Untertitel dieses Beitrags pointiert als ">Pionier< alternativer Marsforschung" bezeichnen, dann nicht aufgrund seines Fotos des Phobos Mystery Objekts, sondern wegen einiger anderer Anomalien, die 1989 von dieser Sonde im Zusammenhang mit ihren Beobachtungen dokumentiert wurden. Mit diesen Anomalien - vor allem mit einem unerklärlichen 'spindelförmigen' Schatten auf der Marsoberfläche (Bild) sowie einer Infrarotaufnahme, welche die Existenz einer größeren unterirdischen Anlage auf unserem Nachbarplaneten andeutet - werden wir uns nachfolgend in weiteren Beiträgen (siehe unten) befassen. Außerdem wollen wir uns in dieser Rubrik auch mit dem rätselhaften, von der amerikanischen Sonde Mars Global Surveyor entdecken Monolithen auf Phobos und ähnlichen Funden beschäftigen.


Weitere Beiträge zu den Entdeckungen von Phobos 2

Sonstige Beiträge:


Anmerkungen und Quellen

Dieser Beitrag beruht auf dem Lemma "Phobos 2" bei Wikipedia - The Free Encyclopedia (abgerufen 1. Dezember 2017) sowie auf William R. Corliss’ Artikel "The Phobos Mystery Object" (siehe Fußnote ). Übertragung ins Deutsche und redaktionelle Bearbeitung im Dezember 2017 durch Atlantisforschung.de.

Fußnoten:

  1. Siehe: Nature Publishing Group, "Television observations of Phobos" (abgerufen: 01. Dezember 2017)
  2. Quellen: Wikipedia - The Free Encyclopedia, unter "Phobos 2"; sowie die russischsprachige Wikipedia, unter: "Фобос-2" (beide abgerufen: 01. Dezember 2017)
  3. Anmerkung: Für eine Übersicht über die weiteren Instrumente an Bord der Sonde siehe den Abschnitt "Instruments" des Lemmas "Phobos 2" bei Wikipedia - The Free Encyclopedias (abgerufen: 01. Dezember 2017)
  4. Quelle: o.A., "Mystery Object Encountered by Russian Phobos Spacecraft", in: Tom van Flandern (Hrsg.), Meta Research Bulletin 1:1, March 15, 1992; zit. nach: William R. Corliss, "The Phobos Mystery Object", in ''Science Frontiers (abgerufen: 01. Dezember 2017; Übersetzung ins Deutsche durch Atlantisforschung.de)
  5. Quelle: William R. Corliss, op. cit., 1992 (Übersetzung ins Deutsche durch Atlantisforschung.de)
  6. Quelle: ebd.
  7. Siehe dazu: Andreas Müller, "ESO-Astronomen: Interstellarer Besucher ist »mit nichts vergleichbar, was wir bisher kennen«”, 21. Nov. 2017; sowie: Derselbe, "Interstellarer Besucher: Könnte Oumuamua auch ein außerirdisches Artefakt sein?", 25. Nov. 2017 (beide Beiträge bei grenzwissenschaft-aktuell.de; abgerufen: 01. November 2017)

Bild-Quellen:

1) NASA (Urheber) / OS2Warp (Uploader) bei Wikimedia Commons, unter: File:Phobos Marte.jpg
2) NASA (NASA's HEASARC) (Urheber), unter: The Phobos Gallery
3) WKS (Wojenno-Kosmitscheskije Sily) / Bild-Archiv Gernot L. Geise