Skylla und Charybdis

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von Tony O’Connell

Abb. 1 Odysseus’ Schiff zwischen dem sechsköpfigen Monster Skylla und dem Strudel Charybdis. Skylla hat bereits fünf von Odysseus’ Männern von Bord gerissen, während die Charybdis versucht, das ganze Schiff zu verschlingen. (Italienisches Fresko, etwa 1575)

In der griechischen Mythologie waren Skylla und Charybidis ein Seeungeheuer und ein Strudel, die sich laut Homer und anderen Autoren in einer schmalen Wasserstraße gegenüber lagen. Dies führte zu dem idiomatischen Ausdruck „zwischen Skylla und Charybidis“, ähnlich unserem moderneren Ausdruck „zwischen dem Teufel und der tiefblauen See“, der beschreibt, wie man zwischen zwei entgegengesetzten Kräften gefangen ist.

Viele gehen, wie schon Heinrich Schliemann [1], davon aus, dass sich das Original zwischen Sizilien und dem italienischen Festland an der Straße von Messina befindet. Eine Minderheit hat sich dafür entschieden, dass die Skylla Calpe ist (der Felsen von Gibraltar) und Charybdis der Berg Abyla auf der anderen Seite der Meerenge in Nordafrika, oder anders gesagt: die beiden bilden die Säulen des Herakles [2]. Professor Arysio Nunes dos Santos, der seine Theorie von Atlantis in Indonesien bewarb, schlug jedoch vor, dass sich die ursprünglichen Säulen des Herakles in der Sundastraße befanden und später ins antike Griechenland „gebracht“ wurden, wo sie von Homer als Skylla und Charybdis in seine Odyssee aufgenommen wurden! [3]

Autoren, welche die Irrfahrten des Odysseus im Nordatlantik lokalisiert haben, sind auf ihrer Suche nach Skylla und Charybdis an die Westküste Schottlands (Pillot [4] und Nyland [5]), zu den Orkney-Inseln (Sora [6]) und südwestlich von Cornwall bis in die Nähe der Scilly-Inseln (Wilkens [7]) gelangt.



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Anmerkungen und Quellen

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Dieser Beitrag von Tony O’Connell (©) wurde seiner atlantologischen Online-Enzyklopädie Atlantipedia.ie entnommen, wo er am 13. März 2010 unter dem Titel "Halley’s Comet" erstveröffenlicht und nachfolgend weiter ausgebaut wurde. Übersetzung ins Deutsche und redaktionelle Bearbeitung nach dem Stand vom 13. März 2020 durch Atlantisforschung.de.

Fußnoten:

  1. Siehe: Heinrich Schliemann, "Ithaka, der Peloponnes und Troja", Leipzig (Giesecke & Devrient), 1869
  2. Siehe: https://web.archive.org/web/20120224202757/http://www.cadiznews.co.uk/info2.cfm?info_id=29858
  3. Siehe: Arysio Nunes dos Santos, "Atlantis: The Lost Continent Finally Found", North Atlantic Books, 2011
  4. Siehe: Gilbert Pillot, "The Secret Code of the Odyssey", New York (Abelard-Schuman), 1972
  5. Siehe: Edo Nyland, "Odysseus and the Sea Peoples: A Bronze Age History of Scotland", Trafford, 2002
  6. Siehe: Steven Sora, "The Triumph of the Sea Gods", Rochester, Vermont (Destiny Books),2007
  7. Siehe: Iman J. Wilkens, "Where Troy Once Stood" London (Rider), 1990

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