Stammen die megalithischen Strukturen auf Malta aus der 'Jungsteinzeit'?

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von Johannes Horn

Abb. 1 Der megalithische Ruinenkomplex von Ġgantija auf der Insel Gozo. Arbeiteten seine Erbauer wirklich mit simplen Flintstein-Werkzeugen, wie es die Schulwissenschaft behauptet?

Wer auf Malta und auch anderswo in der Welt die riesigen Steinquader der Megalithzeit betrachtet, wird sowohl aus fachlicher Sicht als auch aus ganz normaler Lebenserfahrung unterstellen, daß die „Megalithiker“ ganz selbstverständlich auch die unabdingbar notwendigen Werkzeuge und Geräte für das Brechen, Bearbeiten und Transportieren besessen haben müssen.

Werkzeuge und das durch sie Geschaffene stehen immer in einem bestimmten Verhältnis zueinander, unabdingbar. Selbst wenn man sich mit einer Rasierklinge ganz fürchterlich in die Finger schneiden kann, gelingt es nicht, mit ihr einen Baum zu fällen. Das gleiche gilt auch für die wenigen Flintsteinwerkzeuge, welche auf Malta gefunden wurden und dort im Nationalmuseum ausgestellt sind. Mit ihnen wurden nie und nimmer Steine gebrochen, weder kleine noch große, ebensowenig wurden mit ihnen die Tempel erbaut.

Die wenigen Funde zeigen denn auch nur Handwerkszeug in Art, Form und Größe, wie man es höchstens privat und persönlich in einem „Haushalt“ gebraucht, aber nicht solches, wie man es in einem Steinbruch benötigt

Grundsätzlich gilt, daß ganz alleine das zu Schaffende bestimmt, welches Werkzeug dafür erforderlich und geeignet ist. Der Beruf des „Werkzeugmachers“ ist wie kein anderes Beispiel der beste Beweis dafür, daß man sich Werkzeuge für besondere Aufgaben eigens erst ausdenkt und konstruiert. Man kann mit einem Zahnstocher kein Loch in eine Stahlplatte bohren und mit einer Kinderschaufel kein Schwimmbad ausheben.

Wenn es in der „Steinzeit“ keine anderen Werkzeuge als eben nur solche aus Stein gab, dann konnten die Tempel auch nicht in jener Zeit gebaut worden sein, dann ist ihre zeitliche Einordnung falsch!

Unsere Erde ist trotz aller Zerstörungen durch Katastrophen und natürlichen Zerfall noch immer voller Zeugnisse aus den Epochen unserer Vergangenheit. Da ist es notwendig, daß diese Hinterlassenschaften – unser wertvollstes Geschichtsgut, sehr sorgfältig bewertet und ihrem richtigen Platz in der Zeitgeschichte zugeordnet werden müssen.

In den vergangenen 250 Jahren wurden unendlich viele Funde und Entdeckungen gemacht, welche täglich neu das alte Weltbild veränderten, manchmal auf den Kopf zu stellen schienen. Doch die etablierten Lehrherrn verwalteten die Geschichte wie ihr persönliches Eigentum. Mit unglaublicher Verbissenheit hielten sie an den von ihnen einmal gefaßten Überzeugungen fest, so sehr, daß sie lieber die Wahrheit auf den Scheiterhaufen stellten, als ihr falsches Geschichtsbild den neuen Erkenntnissen anzupassen. [...]

Abb. 2 Warum hat die ägyptische Altertümerverwaltung den überaus erfolgreichen Roboter 'Upuaut' (Bild) vorzeitig 'in Rente' geschickt? (Foto: © Rudolf Gantenbrink)

Der bekannte Fall Gantenbrink, welcher sich vor Jahren in der Cheopspyramide abspielte, war nicht so sehr die Folge einer internen Auseinandersetzung mit seinem Institutsleiter, vielmehr hat er, Gantenbrink, mit „Upuaut“ (Abb. 2) und dessen rotem Laserstrahl unglücklicherweise einen schon lange bloß liegenden Nerv der ägyptischen Altertümerverwaltung getroffen. In seinem enthusiastischen Forscherdrang wäre er möglicherweise zu weit in eine unerwünschte Richtung vorgestoßen und hätte vielleicht die Büchse der Pandora in dieser größten und ältesten aller Pyramiden entdeckt. Doch solche Entdeckungen möchte man verständlicherweise zunächst für sich behalten und selbst auswerten.

Auffälligerweise wurden bereits in der Vergangenheit mehrere vergleichbare technische Untersuchungen dieser Art abrupt gestoppt, immer gerade dann, wenn man fast fündig geworden war. Dies reicht von Langzeit-Strahlenmessungen aus der Röntgentechnik über diverse Bohrversuche, Radarsondeneinsätze, endoskopische Untersuchungen des inneren Mauerwerks bis hin zu Gantenbrinks spektakulärer Schachtuntersuchung.

Aus diesem Bestreben unterstützt man natürlich Täuschungsmanöver wie das „Nova-Experiment“ (Abb. 3) eines amerikanischen Fernsehsenders, das beweisen sollte, daß die Pyramiden doch von Fellachen mit ihren einfachen Gärtnerhacken und der einzig ihnen bekannten und geläufigen bäuerlichen Technik zum ewigen Lob und Ruhme ihres Pharao erbaut werden konnten.

Direkt im Angesicht der Pyramiden von Gizeh wollte man deren Bau „originalgetreu“ nachvollziehen. Doch wie in einem speziellen Theaterstück für ein ausgesucht unwissendes Publikum, lieferte man weißen weichen Tura-Kalkstein mit dem Lkw an und vor laufender Kamera wurden diese Blöcke ungeniert mit Stahl-meißeln und Stahlhacken endbearbeitet – nicht mit dem für diese geschichtliche Zeit propagierten Kupferwerkzeug!

Man wählte für den Nachbau auch ganz gezielt die Pyramidenspitze aus, deren Bausteine wegen ihrer zahlenmäßig überwiegenden Dreiecksform günstigerweise weniger als halb so schwer waren wie die vollen Quader in den Lagen darunter und natürlich auch ein überzeugenderes, optisches Bild lieferten. Benötigtes Holzmaterial für Hebel, Kufen und Rutschen kam zugeschnitten aus dem industriellen Holzhandel und die Stricke zum Ziehen aus einer modernen Seilerei.

Abb. 3 Das gescheiterte „Nova-Experiment“ hat mehr als deutlich gemacht, dass die Altägypter die großen Pyramiden nicht mit den ihnen 'offiziell' zugebilligten Mitteln errichten konnten. (Foto: © J. Davidovits)

Diese Steine dann gerade mal ein paar Meter auf einer eingeschmierten Rutschbahn auf ebenem Wüstenboden zu bewegen und diese dann vom Boden aus in nur wenigen Steinlagen übereinander aufzusetzen, wurde als großer Erfolg und Bestätigung der behaupteten Pyramiden-Bautechnik gefeiert. Unbedacht gibt man aber in der schriftlichen Darstellung dieses Experiments zu – was im Film so nicht gezeigt wurde – daß nämlich die Bausteine mit einem Frontlader vom Lkw abgeladen, zur Baustelle gebracht und dort in die richtige Lage gesetzt wurden. Die im Film gezeigten hölzernen Hebekonstruktionen waren in Wahrheit unfachmännische, nicht funktionierende Filmkulisse.

Doch was man im negativen Sinn nicht mehr für steigerungsfähig halten sollte, das gelang diesen Experimenteuren, als sie im begleitenden Foto- und Textdokument erklärten, daß die vielen Granitsteine, welche innerhalb der Pyramide verbaut wurden, nicht mit dem dafür als ungeeignet erkannten Kupfer- und Bronzewerkzeug (!!) gebrochen und behauen wurden, sondern mit dem im Bild gezeigten, kopfgroßen Brocken aus Diorit-Gestein (Abb. 4) von 3 bis 5 kg Gewicht.

Diese „Werkzeuge“, Steinkugeln ähnlich, mußten mit beiden Händen gefaßt und demzufolge natürlich ohne Meißel benutzt werden. Damit ist aber der Granit, so wie er sich uns in den Pyramiden und an tausend anderen Stellen aufs Feinste bearbeitet zeigt, niemals zu gestalten.

Nachdem dann aber diese unförmigen Steinbrocken ihre Kanten und Spitzen verloren hatten, kugelrund und somit nicht mehr als Werkzeug zu gebrauchen waren, fanden sie angeblich Verwendung als „Kugellager“ unter Sarkophargen“, denn solche soll man in den Gräbern bei Gizeh gefunden haben (vergleiche: Mark Lehner – Geheimnisse der Pyramiden, S. 208, ff.). Eine tiefere Abwertung kann dieses „Experiment“ ja wohl nicht mehr erfahren als es an sich selbst vorgenommen hat. [...]

Abb. 4 In Ermangelung der Original-Illustration aus Johannes Horns Buch hier das Foto eines Diorit-Brockens aus der deutschsprachigen Wikipedia

Es fällt in diesem Zusammenhang auf, daß ausgerechnet jene, welche am wenigsten handwerkliches Geschick und am wenigsten einschlägige Erfahrung über Steine und Steinwerkzeuge besitzen, die Wortführer einer scheinbar nie enden wollenden Diskussion um unbrauchbare Werkzeuge und ungeeignete Techniken sind. Unglücklicherweise ist es dabei so, daß der „erstgeborene Irrtum“, also die zuerst in die Welt gesetzte Idee – und sei sie noch so falsch – äußerst zählebig ist, weil nur ein Bruchteil der Menschen den späteren Widerruf oder die Richtigstellung einer Falschmeldung liest!

Am 02.08.03 stellte der Archäologe Dr. Schmidt seine Ausgrabung der mindestens 11 000 Jahre alten Totenstadt Göbekli Tepe / Türkei im Fernsehen vor, eine der ganz großen Entdeckungen der letzten Jahrzehnte.

Ganz nebenbei versuchte er dort auch den Nachweis zu erbringen, daß die ausgegrabenen Totenstelen, viereckige Steinsäulen in der ungefähren Form eines „T“, mit dem obligatorischen steinernen „Schulbuch-Handwerkzeug“ der Altsteinzeit gebrochen und bearbeitet worden seien. Das Picken und Klopfen mit faustkeilgroßen Feuersteinen auf tonnenschweren Felsen erbrachte jedoch anstelle der erwarteten klaren profilierten Reliefbilder nur ungenaue flache Kerben; von tiefen Trennfugen zum Ausbrechen solcher Steine aus dem festen Felsgestein war gar nicht erst die Rede. Am gleichen Tag noch wurde von ihm der Versuch mit negativem Ergebnis abgebrochen. Dr. Schmidt gab ehrlich zu, daß diese Methode sich als vollkommen ungeeignet zur Steinbearbeitung erwiesen hat.

Auch dieser Versuch hat letztlich genau das Gegenteil von dem bewiesen, wozu er eigentlich unternommen wurde. Mit Steinwerkzeugen kann man keinen Steinbruch betreiben und auch Steine nicht exakt bearbeiten, es reicht höchstenfalls zu Kerbungen, Ritzungen und äußerst primitiven Flachreliefs. [...]

Trotzdem kommen täglich neu nachwachsende Theoretiker auf die Idee, mit Knochen-, Stein- und Kupferwerkzeugen tonnenschwere Quader aus geschlossenen Gesteinsmassen heraus-brechen, zu bearbeiten und damit gewaltige Monumente und Gebäude zu errichten. [...] Diese Theoretiker wissen in Wirklichkeit nicht, wie schwer ein Zentner Zement oder ein Sack Kohle auf die Schultern drückt, von den schwergewichtigen Megalithen ganz zu schweigen. [...] Diese weltfremde Vorstellung wäre mit einem Schlag ad absurdum geführt, wenn die Vertreter dieser Ansicht mit „ihren“ Werkzeugen in einem Steinbruch den praktischen und auch tauglichen Beweis zu Ihrer Theorie erbringen müssen. [...]

Es gibt alsdann nur noch zwei Möglichkeiten: Die eine, daß unter den technisch wenig entwickelten menschlichen Gesellschaften der historischen Zeit unbekannte, fremde Initiatoren standen – oder die andere, daß die Bauten und die vielen anderen in Betracht kommenden Objekte in einer radikal anderen Zeit jenseits unserer Schulbuch-Zeitgeschichte errichtet wurden, also noch vor der Sintflut.

Aber dann treffen wir unausweichlich wieder auf die altbekannten Götter – die Anunaki in Sumer, die Elohim hinter den biblischen Urgestalten, die Götter Griechenlands, die wir alle mit Namen kennen oder die göttlichen Herrscher Altägyptens noch vor dem ersten menschlichen König Menes.

Ob nun Götter oder Menschen am Werk waren – für das Brechen der Megalithsteine und den Bau der „Tempel“ in Malta kamen jedenfalls nur Werkzeuge aus Eisen und Stahl in Betracht. Das ist keine Glaubensfrage, sondern eine Tatsache.


Anmerkungen und Quellen

Das Rätsel von Malta.jpg
Dieser Beitrag von Johannes Horn © wurde seinem Buch „Das Rätsel von Malta – Die Cart Ruts geben ihr Geheimnis preis“ entnommen (Kapitel: „Das Werkzeugmaterial“), das im Nov. 2006 im Verlag Ancient Mail Verlag, Groß Gerau veröffentlicht wurde. Bei Atlantisforschung.de erscheint der Text mit freundlicher Genehmigung des Autors in einer gekürzten und redaktionell bearbeiteten Fassung.

Bild-Quellen:

1) Wikimedia Foundation, unter: http://en.wikipedia.org/wiki/Portal:Malta/Selected_picture
2) Morgaine, morgaine-avalon.de, unter: Der Cheops-Roboter Upuaut
3) Joseph Davidovits, unter: NOVA mini-pyramid: fiasco and swindle
4) Siim Sepp, bei Wikimeida Commons, unter: File:Diorite.jpg (Lizenz: Creative-Commons, „Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 nicht portiert“)