Agricol-Joseph Fortia d'Urban

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Historisches Forscher- und Autorenportrait

Allgemeine Informationen

Abb. 1 Hier das Frontcover einer aktuellen Gesamtausgabe von Fortia d'Urbans ursprünglich in zehn Bänden erschienenem Werk 'Mémoires pour servir à l histoire ancienne du globe'

(red) Agricol-Joseph-Francois-Xavier-Pierre-Esprit-Simon-Paul-Antoine - oder einfacher: Agricol-Joseph, Marquis von Fortia d'Urban - (* 18. Februar 1756 in Avignon; † 3. August 1843 in Paris) war ein französischer Universalgelehrter der vor allem als Historiker in Erinnerung geblieben ist. Er war Mitglied der Société des Antiquaires de France sowie Ehrenmitglied der Académie des inscriptions. Des weiteren war er von 1834 bis zu seinem Tod der erste Ehrenpräsident der Société de l'histoire de France. [1]

Fortia d'Urban und Atlantis

Im Band Nr. 8 seiner Reihe Mémoires pour servir à l histoire ancienne du globe... stellte Fortia d'Urban, wie Thorwald C. Franke notiert, "Überlegungen über verschiedene Flutsagen an und besprach dabei auch Platons Atlantisdialoge ausführlich. Fortia d'Urban entfaltete einen bunten Mythenmix aus König Ninus, der Flut des Ogyges, der Flut des Deukalion, Kometen und Elefantenfossilien. Fortia d'Urban lobte Bory de Saint-Vincent und berichtete von einer Statue, die auf den Azoren gefunden worden sein soll. Offenbar glaubte Fortia d'Urban im Jahr 1809 an ein im Atlantik versunkenes Atlantis.

1828 stellte Fortia d'Urban vor der Socièté Asiatique in Paris die französische Übersetzung eines neu entdeckten antiken Manuskriptes des völlig unbekannten Autors Eumalos von Kyrene vor. Das Manuskript soll Aussagen über Atlantis aus der verlorenen >Geschichte Libyens< von Aristippos, einem direkten Schüler des Sokrates enthalten haben! [2] Malta wurde in diesem Manuskript als die Bergspitze des versunkenen Atlantis bezeichnet." [3]

Nach Frankes Ansicht [4] handelt es sich bei diesem Text "offenbar um eine Fälschung". Das "Originalmanuskript wurde nie der Öffentlichkeit präsentiert. 1832 hielt August Boeckh einen Vortrag [5] in lateinischer Sprache über diesen Betrugsversuch. Seiner Meinung nach hatte Fortia d'Urban die beiden Malteser Giorgio Grognet de Vassé und Joseph Felix Galea dazu angestiftet, diese und andere Fälschungen in die Welt zu setzen." [6]





Anmerkungen und Quellen

Fußnoten:

  1. Quelle: Wikipédia - L'encyclopédie libre, unter: "Agricol-Joseph Fortia d'Urban" (abgerufen: 23. September 2017)
  2. Red. Anmerkung: Siehe dazu auch ausführlicher: Wilhelm Gesenius, "Ueber phönizische Palaeographie", 1835, S. 462-464
  3. Quelle: Thorwald C. Franke, "Kritische Geschichte der Meinungen und Hypothesen zu Platons Atlantis - Von der Antike über das Mittelalter bis zur Moderne", Norderstedt (BoD), 2016, S. 348
  4. Siehe dazu auch: Thorwald C. Franke, "Der Atlantis-Malta-Schwindel von Fortia d'Urban und Grognet von 1828 -Ein phönizischer Atlantis-Stein und das Atlantis-Manuskript eines gewissen Eumalos von Kyrene: Fälschungen!", 7.-10. November 2013, bei Atlantis-Scout.de; sowie für eine Gegenrede: Anton Mifsud, "Response to Thorwald C. Franke...", archiviert bei Atlantipedia.ie; beide abgerufen: 23. September 2017)
  5. Siehe: August Boeckh, "De Titulis Quibusdam Suppositis Augusti Boeckhii Prolusio Academica", Vortrag, Berlin 8. Januar 1832; in: The Philological Museum Vol. 2 / 1833 (hrsgg. von Julius Charles Hare / Connop Newell Thirlwall, Cambridge); S. 457-467
  6. Quelle: Thorwald C. Franke, op. cit. (2016), S. 348

Bild-Quelle:

  • Ulan Press / Bild-Archiv Atlantisforschung.de