Andrew Collins: Göbekli Tepe - Die Geburt der Götter... (Rezension)

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Eine Buchbesprechung von Roland M. Horn

Abb. 1 Andrew Collins: "Göbekli Tepe – Die Geburt der Götter – Der Tempel und die Wächter und die Entdeckung von Eden", Einführung von Graham Hancock, Kopp Verlag, Rottenburg, November 2015 ISBN: 978-3-86445-252-9 Preis: EUR 9,99, 511 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag, 16 Seiten mit Farbfotos auf Glanzpapier und etwa 50 s/w-Abb., Register

Andrew Collins’ Buch Göbekli Tepe – Die Geburt der Götter – Der Tempel und die Wächter und die Entdeckung von Eden (Abb. 1) besteht aus sechs Teilen: 1. Die Errichtung; 2. Der Kosmos; 3. Katastrophobie; 4. Kontakt; 5. Konvergenz; 6. Das fehlende Glied.

Im ersten Teil geht Collins intensiv auf den megalithischen Komplex Göbekli Tepe ein, der in der Südosttürkei liegt und größtenteils in einer Zeit gebaut wurde, in der es nur Sammler- und Jägergemeinschaften gegeben haben soll: 9500 bis 9000 v.u.Z. Collins beschreibt dieses monumental-architektonische Werk sehr detailliert, entdeckt aber auch seltsame Glyphen und Ideogramme auf dem Göbekli Tepe. Um die Anlage unter die Lupe zu nehmen, war Collins selber vor Ort.

Im zweiten Teil entdeckt Collins ein 'Tor zum Himmel' - Astronomie im Bauwerk - und stellt fest, dass es auf den Stern Deneb im Sternbild Schwan ausgerichtet ist.

Im dritten Teil erkennt Collins, dass menschliche Formen dort so dargestellt werden, als ob sie lange und schmale (hyper-dolichocephale) Köpfe gehabt hätten und zudem Kapuzen trugen. (Abb. 2) Collins hält es jedoch für unwahrscheinlich, dass dies Abbilder jener Personen waren, die Göbekli Tepe erbaut haben.

Abb. 2 Einer der 'Kapuzen-Männer' in Form einer Statue aus Göbekli Tepe, die heute im Museum der Stadt Sanliurfa zu besichtigen ist.

Des weiteren stellt er Überlegungen dazu an, dass die Erbauung der monumentalen Anlagen durch ein bedeutsames Ereignis ausgelöst worden sei. Er theoretisiert, dass Vertreter anderer Kulturen in Südostanatolien aufgetaucht seien, die ihren Beitrag dazu leisteten, dass die Jäger und Sammler Göbekli Tepe erbauten. Aus Darstellungen und Mythen schließt er, dass die fremden Ankömmlinge Überlebenden einer Apokalypse waren, und ganz kurz fällt auch das Wort „Atlantis“. Diese „Apokalypse“ soll durch einen oder mehrere Kometen-Einschläge erfolgt sein.

Im vierten Teil sieht Collins Hinweise auf Zusammenhänge zwischen den Gesellschaften in der Türkei und jenen auf der Krim und bemerkt außerdem „eine gewisse Ähnlichkeit bei der Jagdweise zwischen den Bewohnern Südostanatoliens in der Epoche, in der Göbekli Tepe errichtet wurde und den Rentierjägern des Nordens.“ Er kommt auf die Swiderier zu sprechen, die in der Zeit zwischen 10.900, und 9.600 v. u. Z. im Rahmen groß angelegter Wanderungen, die er auf die Flucht vor dem Kataklysmus zurückführt, bis kurz vor Anatolien gelangten. Mit den Swideriern in Verbindung bringt Collins die Solutréener.

Im fünften Teil kommt Collins zur Ansicht, dass der Garten Eden in der Osttürkei lag, und im sechsten führt er seine Ausführungen dazu weiter. Hier kommt er auch auf die Anunnaki aus der mesopotamischen Mythologie zu sprechen. Sie hätten dort den Menschen die Grundlagen der der Zivilisation gebracht und seien in Wirklichkeit jene fremden Überlebenden des Kataklysmus gewesen, welche die indigene Bevölkerung dazu brachten, Göbekli Tepe zu errichten.

Er geht unter anderem auf das oft erwähnte Buch Henoch ein und glaubt, das der Berg Hermon, auf dem die „Wächter“, niederstiegen sein sollen, in Wirklichkeit ein Berg namens „Armon“ war, der mit dem Ararat identisch sei und in Armenien lag und nicht in der Levante. Zum Schluss philosophiert Collins noch über den „Baum des“ Lebens , die „Verlust der Unschuld“ und ähnliche Themen.

Der erste Teil ist nicht nur der umfangreichste, sondern meiner Meinung nach auch das Beste, was es in der alternativen Literarur zum Thema Göbekli Tepe gibt. Der zweite und dritte Teil enthält durchaus nachvollziehbare Vermutungen, die sich auf solides Quellenmaterial stützen, und auch der vierte Teil kann da durchaus noch mithalten. Im fünften und sechsten Teil stüzt sich Collins für meine Begriffe aber zu sehr auf pseudepigraphisches Schrifttum und verliert sich immer mehr in mehr oder weniger haltlosen Fantasien.

Insgesamt aber kann ich das Buch durchaus empfehlen, und der Clou ist, dass sein Preis mittlerweile von ursprünglich 24.95 € auf 9.99 € herabgesetzt wurde. Ein echtes Schnäppchen!



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Anmerkungen und Quellen

Diese Rezension von Roland M. Horn wurde von ihm im Februar 2020 für Atlantisforschung.de verfasst.

Bild-Quellen:

1) Kopp Verlag / Bild-Archiv Atlantisforschung.de
2) Klaus-Peter Simon (Urheber) bei Wikimedia Commons, unter: File:Totem pole from Göbekli Tepe, Layer II, 8800-8000 BCE Sanliurfa Museum.jpg (Lizenz: Creative-Commons, „Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 nicht portiert“)