Atlantis und Kuba: Der ECOS-Artikel von 1952

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von Andrew Collins

Abb. 1 Die im Süden Kubas gelegene Isla de la Juventud ('Insel der Jugend') - bis 1978 Isla de Pinos ('Kieferninsel') - auf einer alten Karte aus dem Jahr 1837. Auf dieser Insel befinden sich womöglich noch konkrete Hinweise auf die Atlantis-Katastrophe.

Es macht ganz den Anschein, dass bereits 1951, also ein Jahrzehnt vor Beginn der kommunistischen Herrschaft auf der Insel, kubanische Archäologen an der Theorie arbeiteten, dass die Petroglyphen in der Cueva Número Uno (Höhle Nummer eins) der Punta del Este Caves [1] eine Art kosmische Katastrophe wiedergeben, welche Atlantis zerstörte.

1952 erschien in der Februar-Ausgabe der Zeitschrift ECOS ein zweiseitiger Artikel mit dem Titel "Formó Cuba Parte de la Atlándida?". Verfasst von Francisco Garcia-Juarez, dem Pressesprecher des Instituto Cubano de Arqueologia (Kubanisches Institut für Archäologie, ICA), warf er die Frage auf: War Kuba einst Teil von Atlantis? Garcia-Juarez schilderte, wie Mitglieder des Instituts die Idee untersuchten, dass auf Kuba und Hispaniola Spuren einer atlantischen Kultur gefunden werden könnten, eine Ansicht, die ihnen Egerton Sykes unterbreitet hatte, damals eine weltbekannte Autorität in Sachen Atlantis. 1949 schrieb er eine Einführung für eine überarbeitete Ausgabe von ATLANTIS: THE ANTEDILUIAN WORLD, dem Allzeit-Klassiker zu diesem Thema, verfasst von dem vormaligen US-Kongressabgeordneten Ignatius Donnelly, erstmals 1882 veröffentlicht - und noch immer im Verlagsprogramm von Dover Publications. Sykes war zudem der Herausgeber einer 'Atlantis' betitelten Zeitschrift, die u.a. Hanns Hoerbigers Welteis-Theorie darlegte, und in der eine teilweise Übersetzung des oben erwähnten ECOS-Artikels erschien.

Abb. 2 Der Zugang zur Cueva Número Uno des Höhlenkomplexes von Punta del Este. Alleine in dieser 'Höhle Nr. 1' finden sich 213 Piktogramme mit z.T. astronomischer Bedeutung, was ihr den Beinamen "Die Sixtinische Kapelle der karibischen Höhlenkunst" eingebracht hat. (Foto: isladelajuventud-cuba.com)

Laut Sykes Übersetzung kam die ICA zu dem Schluss, dass der wahrscheinlichste Ort, an dem Spuren der atlantischen Kultur auf Kuba gefunden werden könnten, der Höhlenkomplex von Punta del Este sei. In einer der Höhlen wurden Stufen gefunden, die zu einer Nische führen, welche möglicherweise von Priestern benutzt wurde, um die Bewegungen der Sterne zu beobachten. Petroglyphen innerhalb der Höhlen (vermutlich jene in der Cueva Número Uno) präsentieren astronomische Informationen, die sie mit den Ursprüngen des kalendarischen Systems der Maya in Verbindung bringen, und somit sollte die Möglichkeit nicht übersehen werden, dass Kuba eine Station auf den Wanderungen der Maya nach Mittelamerika war. Darüber hinaus heißt es in der Übersetzung:

Abb. 3 Eines der faszinierenden Symbolbilder in den Höhlen von Punta del Este. Einige von ihnen sollen, wie es 1952 seitens des Pressesprechers der ICA hieß, die Kollision großer Fragmente eines Kometen mit der Erde darstellen. (Foto: isladelajuventud-cuba.com)

An der Südküste Kubas, in der Provinz Camagüey, gibt es viele teilweise überschwemmte Hügel, die "Caneyes" [2], genannt werden, und welche womöglich Zufluchtsorte für ürtümliche Menschen waren. Dort finden sich zahlreiche Artefakte, die nie ausreichend untersucht wurden. Zahlreiche Skelettreste zeugen von einem plötzlichen und gewaltsamen Tod durch eine Katastrophe. Zu den Artefakten gehören Steinkugeln, spherisch geformte Steine, längliche Steine ​​und Stäbe mit gegabelten Enden, die an Schlangen erinnern. Das Fehlen großer Monumente könnte lediglich bedeuten, dass noch nicht ernsthaft nach ihnen gesucht wurde.

Sykes hatte der ICA gesagt, dass, wenn Kuba einen Teil von Atlantis bilden würde, seine Archäologen Beweise auf der Insel der künstlichen Deformation des Schädels unter seinen alten Bewohnern finden würden, ebenso wie Stufenmonumente oder Zikkurats und Methoden zum Schneiden und Orientieren von großen Felsen. Warum genau er das Gefühl hatte, diese Dinge zu finden, wird nicht klargestellt, obwohl ich vermute, dass seine Theorien auf Donnellys Konzept einer Verbreitung gemeinsamer Ideen zwischen alten Kulturen auf beiden Seiten des Atlantischen Ozeans basierten, aufgrund der vorgeschlagenen Migration von Völkern aus Atlantis nach seiner Zerstörung. Was auch immer die Gründe waren, so bestätigten jedenfalls die Archäologen, dass all diese Dinge auf Kuba gefunden wurden, aber, wie der Artikel aussagt, müsse es erst eine Revolution hinsichtlich der etablierten Denkweisen geben, bevor ihre Präsenz als Beweis für die Existenz von Atlantis angesehen werde.

Viel wichtiger jedoch waren die Interpretationen der Petroglyphen, welche 1951 von den kubanischen Archäologen in den Höhlen von Punta del Este gefunden wurden (wiederum in der Cueva Número Uno). Bildunterschriften zu zwei Beispielen, die als Linienzeichnungen gezeigt wurden, erklärten, dass die Symbole einen Kometen mit seinem Schweif abbilden, der auf einen astralen oder himmlischen Körper trifft und zerbricht, was meine eigene Theorie bestätigt, dass die Petroglyphen von Cueva Número Uno eine Erinnerung an eine Katastrophe durch die Fragmentierung eines Kometen während eines früheren Zeitalters verkörpern. Doch welche Beweise könnten wir dafür finden, dass die ehemalige Landmasse der Bahamas einstmals die selbe atlantische Kultur beherbergt haben könnte?


Literaturhinweis

Collins new book.jpg
Andrew Collins, "Atlantis in the Caribbean - and the Comet That Changed the World", Inner Traditions / Bear & Co, 2016


=== Anmerkungen und Quellen:

Dieser Beitrag von Andrew Collins (©) ist ein Auszug aus seinem längeren Artikel "THE SEARCH FOR ATLANTIS IN CUBA", der seiner Webseite andrewcollins.com entnommen wurde. Übersetzung ins Deutsche und redaktionelle Bearbeitung durch Atlantisforschung.de im Januar 2018.

Fußnoten:

  1. Red. Anmerkung: Diese Höhlen befinden sich auf der zum Canarreos-Archipel (spanisch: Archipiélago de los Canarreos) vor der Südküste Kubas gehörenden Insel Isla de la Juventud. (Abb. 1)
  2. Red. Anmerkung: Leider haben wir noch keine weiterführende Literatur zu diesen - offenbar bewohnten Hügelanlagen auf Englisch oder Deutsch gefunden. Auf Spanisch siehe dazu: Roberto Pérez de Acevedo, ">Mounds<, >Caneyes<, >Cerritos< o >Lometones<", Imp. Pérez Sierra, 1943

Bild-Quellen:

1) Geographicus Rare Antique Maps, bei Wikimedia Commons, File:1854 Hidrografica Nautical Chart of Map of Cuba - Geographicus - CubaWest-hydrografica-1837.jpg
2) isladelajuventud-cuba.com, unter: Punta del Este Caves (Auf dieser wirklich besuchenswerten, u.a. englischsprachigen Webseite befinden sich noch zahlreiche andere Fotos zu diesen Höhlen sowie viele Hintergrund-Informationen.)
3) ebd.