Charles-Joseph de Grave

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Historisches Forscher- und Autorenportrait

Abb. 1 Das Titelblatt des 3. Bands von de Graves "République des champs élysées: ou, Monde ancien ..." aus dem Jahr 1806

(red) Charles Joseph de Grave (* 23. Oktober 1731 in Ursel [1] als Karel Jozef de Graeve; † 2. August 1805 in Sint-Denis-Westrem) war ein flandrischer Jurist, Politiker und Autor rechtskundlicher, administrativer und historischer Werke.

De Graeve studierte zunächst an der Alten Universität Löwen Literatur, Philosophie und Jurisprudenz. 1760 begann er in Gent als Rechtsanwalt zu arbeiten, und fungierte danach für einige Zeit als Ratspensionar der Stadt Brügge. Zurück in Gent war er von 1773 an als Schepen (Beigeordneter) des Stadtrats tätig und hauptsächlich für die städtischen Finanzen zuständig. Anno 1775 wurde er in die oberste Ratsversammlung des Landes, den Raad van Vlaanderen, berufen.

Ab 1787 beteiligte de Graeve sich an den Protesten gegen die Politik Josephs II., Kaiser des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation, das den kleineren Teil Flanderns rechts der Schelde ("Reichsflandern") kontrollierte. In der Folge des Aufstands flandrischer Patrioten und ihrer Eroberung Gents im Jahr 1789 wurde de Graeve in das 'Comité civil' berufen, das nun die Stadt kontrollierte. Schließlich wurde er zum Interims-Ratspensionär des flandrischen Staatsverbunds ernannt, um seinen Vorgänger François d'Hoop zu ersetzen, der dem Kaiser gegenüber loyal war. Im Jahr 1789 heiratete er - im Alter von mehr als fünfzig Jahren - Françoise Cathérine Kervyn de Oud Mooreghem (1744-1824), die Witwe von Jean-Pierre Zoetaert, einem Sekretär des Raad van Vlaanderen. Die Ehe blieb kinderlos. [2] Karel Jozef de Graeve starb plötzlich und unerwartet im August 1805 während eines Sommeraufenthalts auf der Burg der adligen Familie seiner Gattin in Sint-Denijs-Westrem. [3]

Von atlantologie-historischem Interesse ist sein 1806 posthum von Freunden in drei Bänden veröffentlichtes Werk, "République des Champs Elysées, ou Monde ancien..." (Abb. 1) [4]. Es verschaffte dem Autor unter seinem französisierten Namen, Charles-Joseph de Grave, trotz oder auch wegen einer gewissen Skurrilität des Inhalts über sein Heimatland hinaus einige Bekanntheit. So vermutete er den Ursprung der westlichen Zivilisation u.a. im Süden der Niederlande, vor allem in der Grafschaft Flandern [5]. Bei Thorwald C. Franke heißt es über dieses Buch: "Darin behauptete de Grave, dass die Atlantiserzählung von zwei Städten in Nordfrankreich bzw. am Niederrhein [??; d. Red.] - seiner Heimat - Elisée und Enfer. Enfer war laut de Grave die Wiege der Mysterien unter der Göttin Circe, auch Odysseus wurde dort initiiert. Elisée war die Wiege von Kunst, Wissenschaft und Mythologie. Die Bewohner von Elisée waren die Atlanter bzw. Hyperboräer bzw. Kimmerer. Von dort aus gelangte die Kultur nach Ägypten und Griechenland. Homer und Hesiod kamen aus Belgien, so de Grave." [6]





Anmerkungen und Quellen

Fußnoten:

  1. Anmerkung: Nach anderen Quellen kam de Graeve dort erst 1736 zur Welt.
  2. Hauptquelle: Wikipedia - The Free Encyclopedia, unter: Karel Jozef de Graeve (Stand: 2. September 2016)
  3. Quelle: Wikipedia - De vrije encyclopedie, unter: "Karel Jozef de Graeve" (Stand: 2. September 2016)
  4. Siehe: Charles-Joseph de Grave, "République des Champs Elysées, ou Monde ancien: Ouvrage dans lequel on démontre principalement: Que les Champs Elysées et l'Enfer des anciens sont le nom d'une ancienne république d'hommes justes et religieux, située a l'extrémité septentrionale de la Gaule, et surtout dans les îles du Bas-Rhin; Que cet Enfer a été le premier sanctuaire de l'initiation aux mystères, et qu'Ulysse y a été initié; Que la déesse Circé est l’emblème de l’Église élysienne; Que l’Elysée est le berceau des Arts, des Sciences et de la Mythologie; Que les Elysiens, nommés aussi, sous d’autres rapports, Atlantes, Hyperboréens, Cimmériens, &c., ont civilisé les anciens peuples, y compris les Egyptiens et les Grecs; Que la Voûte céleste est le tableau des institutions et de la philosophie des Législateurs Atlantes; Que l’Aigle céleste est l’emblème de la Fondateurs de la Nation Gauloise ; Que les poètes Homère et Hésiode sont originaires de la Belgique, &c.", l'imprimerie de P.-F. de Goesin-Verhaeghe, Gent, 1806; OCLC: 53145878
  5. Quelle: ebd.
  6. Quelle: Thorwald C. Franke, "Kritische Geschichte der Meinungen und Hypothesen zu Platons Atlantis", Norderstedt (BoD), 2016, S. 372 - ISBN 978-3-7412-5403-1

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