John G. Bennett, Atlantis und Hyperborea

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Zur Erinnerung an das mehr und auch weniger interessante alternativ-historische Vermächtnis des britischen Philosophen

(bb) Der Mathematiker, Philosoph, Spritualist und Autor John Godolphin Bennett (Abb. 1) (* 8. Juni 1897 in London; † 13. Dezember 1974 in Sherbourne, Gloucestershire) gilt als einer der bedeutenden britischen Philosophen des 20. Jahrhunderts. Er gehörte zu den Anhängern der kretominoischen Atlantis-Hypothesen und gewissermaßen auch zu den frühen Vertretern der Hyperborea-Forschung. Seine diesbezüglichen, im deutschen Sprachraum fast unbekannt gebliebenen Ansichen werden in diesem Beitrag vorgestellt.


John Bennett und Atlantis

Bereits 1925 war Bennett, wie der irische Atlantologie-Enzyklopädist Tony O’Connell notiert, "Zeuge niederschwelliger vulkanischer Aktivität auf Santorin, was ihn dahin führte, die Möglichkeit zu untersuchen, dass viele historische Ereignisse durch Vulkanausbrüche ausgelöst worden seien." [1] Dies mag durchaus dazu beigetragen haben, dass Bennett sich spätestens in den frühen 1960er Jahren ziemlich kritiklos der kretominoischen Atlantis-Lokalisierung des Angelos Galanopulos anschloss. Letztlich war sein Forschungsinteresse auch keineswegs explizit atlantologischer Natur, sondern er griff das Atlantis-Problem quasi als Demonstrationsobjekt für die von ihm entwickelte wissenschaftliche, "das philosophische Verständnis von Qualitäten und Prozessen" betreffende Methode namens „Systematics“ zur Lösung von Problemen auf, "die sich nicht mit quantitativen mathematischen Analysen verstehen lassen." [2]

Abb. 1 John Godolphin Bennett (1897-1974)

So bemerkte Bennett in seinem, 1963 in der Zeitschrift Systematics erschienenen 'Atlantis-Papier' eingangs: "In der vorliegenden Arbeit werde ich die Beweise für ein noch bemerkenswerteres Beispiel historisch-geophysikalischer Homologie diskutieren, die auf dem gleichzeitigen Verschwinden von Platons Atlantis, der Zerstörung der Kultur der minoischen Kreta, dem Exodus der Israeliten aus Ägypten, der in der griechischen Historie verzeichneten Flut des Deukalion, und einer ungeheure Eruption auf der Vulkaninsel Santorin beruht, die von Erdbeben von außergewöhnlicher Schwere begleitet wurde." [3]

Bennetts Beschäftigung mit verschiedenen Möglichkeiten der Exegese (Auslegung) des Atlantisberichts sowie Atlantis-Lokalisierungen war nicht nur extrem 'orthodox' bzw. schulwissenschaftlich, sondern auch, um dies in aller Deutlichkeit zu sagen, dilettantisch. Sie soll hier vor allem deshalb etwas ausführlicher angesprochen werden, weil sie als durchaus exemplarisch erweist, was eine verkürzte, vorutreilsbeladene und letztlich überhebliche Sichtweise angeht, wie sie häufig bei sich betont 'wissenschaftlich' gebenden Autoren finden lässt, die diesen Themenbereich behandeln.

Sein ausgesprochen konservativer Denk- und Forschungs-Ansatz wird bereits anhand der für schulwissenschaftliche Exegeten des Atlantisberichts typischen Chronologie-Revision deutlich, die er vornahm: "Schon eine sehr geringe Kenntnis der Altertums-Geschichte und Prähistorie reicht aus, um uns zu überzeugen, dass die von Plato angegebene Beschreibung von Atlantis auf eine bronzezeitliche Kultur zutrifft. Nun datiert die Bronzezeit von etwa 2600 bis 1000 v.Chr. Vor 2600 v.Chr. befanden sich die Völker Europas und Asiens noch im Neolithikum oder der Jungsteinzeit. Nach 1000 v.Chr. begann zügig die Eisenzeit. Es gibt in Platos Erzählung über Atlantis keine Beschreibung von Eisen, doch dort finden sich viele Bezugnahmen auf Gold, Kupfer, Orichalcum und, was von allem am bedeutsamsten ist, auf Zinn. Diese Bezugnahmen berechtigen uns, die äußersten Grenzen des Zeitalters von Atlantis sicher auf zwischen 2200 v.Chr. und 1000 v.Chr. festzulegen." [4]

Abb. 2 Minoische Wandmalerei aus Akrotiri auf der insel Thera (Santorin). Bennet folgend, müsste es sich bei den abebildeten Kämpfern um Atlantier handeln.

Neben dieser ebenso rigorosen wie simplistischen chronologischen Zuordnung des platonischen Atlantisberichts in die Bronzezeit (dazu unten mehr) ist auch Bennetts 'ohne Wenn und Aber'-Lokalisierung von Atlantis im Mittelmeer [5] höchst bezeichnend. Dazu nutzt er in erster Linie keineswegs den Atlanticus, um anhand der darin enthaltenen Angaben die Stimmigkeit seiner Sichtweise zu belegen. Vielmehr attackiert er in einem Rundumschlag (höchst unsachlich!) die Position der 'Atlantiker', zu denen er vehement auf Distanz geht. Deren Lokalisierungs-Ansätze trachtet er als unhaltbar darzustellen, indem er sie auf die These einer Großinsel oder eines 'Kleinkontinents' im Atlantik reduziert.

Bennetts diesbezügliche Abgrenzung beschränkt sich auf eine längere Fußnote (No.3), in der er bemerkt: "Wir sollten hier die unüberschaubare und in den meisten Fällen phantastische [sic!; bb] Literatur erwähnen, die das `Verlorene Atlantis' mit einer großen Insel im Atlantischen Ozean assoziiert. Eine Bibliographie, die 1920 [richtig: 1926; bb] von A. Roux [richtig: C. Roux; bb] und G. Lattejoue [richtig: J. Gattefossé; bb] zusammengestellt wurde, beinhaltete 1700 Bezugnahmen auf die Atlantis-Legende. [6] Ein früher Anstoß für eine Reihe überspannter Spekulationen stammte aus Ignatius Donnellys Buch Atlantis, the Antedeluvian World, auf welches sich H. P. Blavatsky bei der Abfassung der Secret Doctrine (Buch IV S. 311-30) stützte. Dies führte wiederum zu einer Welle von Erfindungen, von denen keine in Bezug auf die Verhaltensweisen und Gebräuche der atlantischen Rasse [sic!; bb] irgendeine historische, archäologische oder geologische Grundlage hatte." [7]

Abb. 3 Eine Karte des minoischen Kreta (zur Vergrößerung bitte einfach das Bild anklicken!)

Die in diesem Zitat präsentierte, rein fiktionale, d.h. unhistorische und an den Haaren hebeigezogene Ideengeschichte (-> von Donnelly über Blavatsky zu jüngeren Autoren, die Atlantis im Atlantik verorteten), findet sich interessanter Weise auch bei anderen, späteren 'Atlantologie-Kritikern' [8], wobei stets das Bestreben erkennbar wird, die Atlantisforschung - zumindest in ihren nonkonformistischen oder nach heutiger Sprachregelung 'grenzwissenschaftlichen' Ausformungen - zu diskreditieren. Dazu müssen natürlich auch solche Schul- und Fachwissenschaftler 'ins Abseits gestellt' werden, die 'häretische' Positionen zum Thema 'Atlantis' beziehen. Dass und wie dabei die Fakten zurechtgebogen werden, wird leider einmal mehr auch bei Bennett deutlich, wenn er erklärt:

"Ein ernsthafter Versuch, eine wissenschaftliche Grundlage für die 'Groß-Atlantistheorie' zu bieten, wurde 1945 von George Poisson [richtig: Georges Poisson; bb], einem Professor für Ethnologie und Präsidenten der Societe Prehistorique Française in seinem Buch L'Atlantide devant la Science gemacht. Er legt nahe, dass die Atlantier-Rasse die [...] des Menschen von Cro-Magnon war, welche von 15.000 bis 25.000 Jahren aufblühte, und unmöglich die [der] Atlantier aus Platos Bericht gewesen sein kann. Entferne Plato, und Atlantis ist eine moderne Erfindung, eine Art Pseudo-Science Fiction. Behalte Plato bei, und Atlantis muss eine bronzezeitliche Kultur einiger Inseln im Mittelmeer gewesen sein. Da es abgesehen von den Minoern kein Anzeichen für irgendeine solche Kultur gibt, müssen wir schlussfolgern, dass die ganze Geschichte, wenn Platos Atlantis nicht mit Kreta identifiziert werden kann, ein Mythos ohne historische Grundlage ist." [9]

Abb. 4 "Entferne Plato, und Atlantis ist eine moderne Erfindung, eine Art Pseudo-Science Fiction. Behalte Plato bei, und Atlantis muss eine bronzezeitliche Kultur einiger Inseln im Mittelmeer gewesen sein." Das war John Bennets - letztlich äußerst fragwürdiges - atlantologisches Credo.

Auch wenn Bennett hier den Anschein erweckt, im Rahmen gründlicher Analyse zu einem zwingenden Schluss zu gelangen, ist seine 'Beweisführung' typisches 'jumping to conclusion', denn sie ist letztlich nur schmückendes Beiwerk zur Präsentation eines Ergebnisses, das von vorneherein für ihn feststand. Zudem erfolgt sie augenscheinlich auf Basis einer höchst fragmentarischen Datenlage. So ist, wenn man z.B. seine diversen Fehlschreibungen von Namen der von ihm erwähnten Forscher und Autoren betrachtet, kaum davon auszugehen, dass er sich wirklich mit ihnen und der von ihnen vorgelegten Literatur befasst hat. Dies gilt insbesondere für Poissons Werk, das Bennett hier als verfehlten Versuch einer wissenschaftlichen Untermauerung der These eines 'Atlantis im Atlantik' sowie der Akzeptanz von Platons Zeitangaben zu dessen Untergang darstellt.

Offenbar hat er Georges Poissons Buch entweder gar nicht gelesen, oder er verfälschte dessen Aussagen bewusst. Immerhin ging es dem französischen Ethnologen als einem frühen Verfechter atlantologischer Synthese-Theorien insbesondere darum aufzuzeigen, dass Platons Atlantisbericht keinen homogenen Charakter aufweist, sondern dass darin Ereignisse zusammengefasst wurden, die völlig unterschiedlichen prä- und protohistorischen Epochen zuzuordnen sind. Die ältesten dieser Elemente ordnete er dabei dem späten Paläolithikum und den Kulturen der Cro-Magnon zu. Die jüngeren oder jüngsten Komponenten sah er nicht nur, wie auch Bennett es bezüglich der entsprechenden Angaben Platons tat, als Ereignisse aus der Bronzezeit an, sondern brachte sie ebenfalls mit der kretominoischen Kultur in Verbindung.

Dass John Bennett diese Tatsache völlig ignorierte, kann letztlich nur bedeuten: entweder hatte er wirklich keine profunde Kenntnis der Materie, oder aber - was noch schlimmer wäre - er kehrte Poissons 'synthetisches' Erklärungsmodell zur Natur des Atlantisberichts gezielt 'unter den Teppich', da es seine eigene, rigide und ausschließlich auf die Bronzezeit fixierte Auslegung des Atlanticus infrage stellt.


John Bennett und Hyperborea

Weitaus interessanter und spannender - zumindest aus dem Blickwinkel alternativer Ur- und Frühgeschichtsforschung - erweist sich John Bennetts Beschäftigung mit dem, wie Atlantis sagenhaft-legendären Hyperborea, die er ebenfalls in Form eines Essays - "THE HYPERBOREAN ORIGIN OF THE INDO-EUROPEAN CULTURE" - zu Papier brachte. Hervorstechend erscheint dabei, dass sich Bennetts Überlegungen - in krassem Kontrast zu seinen oben behandelten Reflexionen bezüglich Atlantis - kaum als 'konformistisch' einordnen lassen. Sie beziehen sich nämlich keineswegs auf das 'späte' Hyperborea, von dem wir aus den Sagen und Legenden der Hellenen flüchtige Kenntnis haben (Abb. 5); vielmehr behandelt er eine vermutete hyperboreische Ur- oder Mutterkultur der Indoeuropäer, deren spätpaläolithische Heimat im Großraum des heutigen Nordpolargebiets (Abb. 6) gelegen haben soll.

Abb. 5 Eine Weltkarte nach den Vorstellungen Herodots im 5. Jahrh. v.d.Z.. Das Land der Hyperboreer vermutete man damals häufig im Nordosten des Erdkreises (hier rot markiert).

Einleitend bemerkt er in seinem Papier: "Die Hypothese einer historisch-geophysikalischen Übereinstimmung findet Anwendung beim Problem des Ursprungs des indoeuropäischen Sprach- und Kultur-Systems. Es wird angenommen, dass die moderne Welt das Ergebnis einer dreifachen Interaktion zwischen drei Kulturen darstellt: Indoeuropäern, Turaniern und Syro-Ägyptern. Diese werden jeweils in Verbindung gebracht mit Sprachen ohne Flexion und dem Glauben an eine Erlöser-Gottheit, agglutinierenden Sprachen und dem Gleuben an eine spirituelle Gottheit, sowie triliteralen [?; d.Ü.] Sprachen und dem Glauben an eine Schöpfer-Gottheit.

Abb. 6 Eine historische Karte der heutigen Nordpolar-Region aus Stielers Handatlas von 1891. Bennett zufolge soll sich hier vor der von ihm vermuteten Verlagerung der Pole Hyperborea befunden haben.

Tilaks Theorie einer arktischen Urheimat, [und] dass die frühesten vedischen Hymnen in den zirkumpolaren Regionen verfasst wurden, wird ausgebaut zu einer Darstellung des Ursprungs des indoeuropäischen linguistisch-kulturellen Systems. Diese 'hyperboreische Hypothese' wird betrachtet vor dem Hintergrund von Ewings und Donns Theorie der Eiszeitalter [10] und der vedischen, zum Avesta gehörigen und prähistorischen Hinweise auf eine Kultur, die früher als 10.000 B.P. für einen langen Zeitraum isoliert in Küstennähe des Arktischen Ozeans in jener Region [existierte], die durch die Täler des Ob und des Yenisei begrenzt wird. Das Material wird einer systematischen Analyse unterworfen, und es wird die vorsichtige Schlussfolgerung erzielt, dass die hyperboreische Hypothese die bekannten Fakten am besten erklären mag. Das Papier ist eher als ein Essay in [Sachen] Systematik zu betrachten als der Versuch einen Gegenstand zu beweisen, wofür weitaus mehr zusätzliche Forschung notwendig wäre." [11]

Bennett hielt es jedenfalls für "vernünftig anzunehmen, dass die zirkumpolaren Regionen [auch] während der jüngsten großen Vereisung bewohnbar waren.[12] Jüngst sind Bereise dafür hervorgetreten, dass die zirkumpolaren Gebiete tarsächlich Perioden durchlaufen haben, in welchen das Klima dort gemäßigt, bisweilen sogar subtropisch war, mit Bedingungen, die nicht nur lebensfreundlich waren, sondern [sie] bewohnbar für Menschen [machten], und dass diese Bedingungen am Höhepunkt des jüngsten Glazials herrschten. Wir müssen das Beweismaterial dafür berücksichtigen, dass der Arktische Ozean vor dem Rückzug der Gletscher um 10.000 v.Chr. nicht gefroren war." [13]

Abb. 7 Phantasievolle künstlerische Darstellung einer winterlichen Stadt in Hyperborea. So weit, die Hyperboreer als Städtebauer-Kultur darzustellen, ging John Bennett allerdings nicht. Sie erscheinen in seiner Abhandlung zwar nicht 'primitiv', aber durchaus 'steinzeitlich'.

Was die Ursache für die jüngste glaziale Vereisung betrifft, greift Bennett die Polverschiebungs-Theorie auf, und zwar unter Berufung auf jenes Modell, das ab Ende der 1950er Jahre von den beiden US-Wissenschaftlern Maurice Ewing und William L. Donn entwickelt worden war. Ihnen zufolge "erfolgte das Einsetzen der Eiszeiten aufgrund der Verschiebung der Pole vom offenen Meer des Nordatlantik und Südpazifik hin zu ihren gegenwärtigen Positionen in den abgeschlossenen Ozeanen der heutigen Polar-Regionen und des antarktischen Kontinents. Dies wurde verursacht durch ein Driften der Erdkruste auf den unter ihr befindlichen geschmolzenen Schichten [...] Als sich die Verschiebung ereignete, bewegten sich die Pole an prekäre Örtlichkeiten; der Nordpol verschob sich in den fast von Land umschlossenen Arktischen Ozean hinein; und was noch schlimmer war, gelangte der Südpol über den Antarktischen Kontinent, und daher gab es nicht länger Meeresströmungen, welche die winterliche Kälte abbauten. Seitdem der Südpol über der Antarktis liegt, ist eine dauerhafte und ununterbrochene Vergrößerung der Eiskappe erfolgt." [14]

Für die von Bennett vermuteten Hyperboreer hatte die plötzliche Neubildung praktisch unüberwindlicher Eisbarrieren in ihrer weireren Umgebung gravierende Folgen: "Wenn während eines klimatischen Optimums, wie es sich vor etwa 15.000 jahren ereignete, menschliche Emigranten in großer Zahl in die Regionen im Hohen Norden gelockt wurden, dann hätten sie sich [später] von den Gletschern eingeschlossen gefunden, und könnten über Jahrtausende hinweg von den Menschen der tropischen Regionen isoliert gewesen sein, die südlich des glazialen Gürtels in Sicherheit lebten. Auch wenn das Beweismaterial noch unsicher ist, Ewings und Donns Theorie von Geologen und Klimatologen beileibe nicht allgemein akzeptiert wird, so rechtfertigt sie doch die Suche nach unabhängigen Evidenzen dafür, dass Menschen bis zum finalen Rückzug der Gletscher um etwa 10.000 Jahre vor der Gegenwart in den zirkumpolaren Regionen lebten." [15]

Auch wenn Bennetts sprach- und religionsgeschichtliche Überlegungen zu Hyperborea, auf die wir hier nicht näher eingehen können, durchaus keine 'leichte Lektüre' darstellen , und obwohl gerade seine prähistorische Völkerkunde (Turanier, "Syro-Ägypter" etc.) aus heutiger Sicht einige Kritik hervorrufen muss, lohnt es sich für des Englischen mächtige Leser/innen gerade angesichts seiner cenokatastrophistischen Betrachtungen zum vernuteten Kataklysmus an Ende der jüngsten Eiszeit, sein Essay "THE HYPERBOREAN ORIGIN OF THE INDO-EUROPEAN CULTURE" zu studieren. Im Gegensatz zu seiner 'blassen' Atlanticus-Rezeption, die selbst Anhängern der kretominoischen Atlantis-Hypothesen nichts Wesentliches zu bieten haben dürfte, stellt es vermutlich für all jene, die sich mit 'verschollenen Kulturen der Urzeit' befassen, einen interessanten Einstieg in die Diskussion um ein eiszeitliches Hyperborea dar.


Anmerkungen und Quellen

Fußnoten:

  1. Quelle: Tony O’Connell, "Bennett, John Godolphin (l)", bei: Atlantipedia.ie
  2. Quelle: Wikipedia - Die freie Enzyklopädie, unter: John G. Bennett (abgerufen. 8. März. 2015)
  3. Quelle: J. G. Bennett, "GEO-PHYSICS AND HUMAN HISTORY: NEW LIGHT ON PLATO'S ATLANTIS AND THE EXODUS", in: Systematics - The Journal of The Institute for the Comparative Study of History, Philosophy and the Sciences Volume 1 Number 2, September 1963, Abschnitt: "Introduction"
  4. Quelle: J. G. Bennett, op. cit., Abschnitt: "Discrepancies in Plato's Story"
  5. Anmerkung: Bennett verliert in seinem Essay kein einziges Wort über begründete Zweifel an einer Lokalisierung von Atlantis im mediterranen Raum, die aus der Betrachtung von Platons geographischen Angaben resultieren. Dies muss schon deshalb befremdlich erscheinen, weil Bennett ansonsten immer wieder darauf pocht, man habe sich exakt an die Aussagen Platons zu halten.
  6. Red. Anmerkung: Gemeint ist hier die frühe atlantologische Referenz-Bibliographie: Claudius Roux und Jean Gattefossé, "Bibliographie de l’Atlantide et des questions connexes: (géographie, ethnographie et migrations anciennes, Atlantique et Méditerranée, Afrique et Amérique, fixité ou dérive des continents, déluges, traditions, etc.)", Sté d’Etudes Atlantéennes (Lyon), 1926
  7. Quelle: J. G. Bennett, op. cit.; Anmerkung des Verfassers (bb): Interessanter Weise war es weniger 'Madame Blavatsky', die Anleihen bei Donnelly machte, sondern dies scheint weitaus eher erst bei den Atlantis-Rezeptionen anderer TheosophInnen, wie Annie Besant und Henry Steel Olcott der Fall gewesen zu sein. Wirklichen Einfluss auf die weitere Entwicklung der rationalen Atlantisforschung hatten die Schriften der Theosophen allerdings nicht, was ebenso für die Atlantis-Literatur der Anthroposophen oder Ariosophen gilt. Tatsächlich haben wir es bei der rationalen Atlantologie und dem ideologischen Atlantismus ideengeschichtlich mit zwei unabhängigen Strängen oder Entwicklungslinien der Atlantis-Rezeption zu tun. Sie ohne weiteres miteinander zu vermengen, zeugt entweder von Inkompetenz oder argumentativer Unredlichkeit.
  8. Siehe in deutscher Sprache z.B.: Andreas Hartmann, "Atlantis: wissen, was stimmt", Herder, 2010
  9. Quelle: J. G. Bennett, op. cit.
  10. Siehe: Maurice Ewing und William L. Donn, "A New Theory of Ice Ages", in: Science, Juni 1956 und Mai 1958 --- (Red. Anmerkung) Siehe online auch: Maurice Ewing und William L. Donn, "Polar Wandering and Climate" (DOI: 10.2110/pec.63.01.0094), in: SPECIAL PUBLICATIONS der Society for Sedimentary Geology, Vol. 10, 1963
  11. Quelle: J. G. Bennett, "THE HYPERBOREAN ORIGIN OF THE INDO-EUROPEAN CULTURE", Abstract, in: Systematics - The Journal of The Institute for the Comparative Study of History, Philosophy and the Sciences, Volume 1 Number 3, December 1963 (Übersetzung ins Deutsche durch Atlantisforschung.de)
  12. Red. Anmerkung: Siehe dazu z.B. bei Atlantisforschung.de: William R. Corliss, "Als die Arktis noch warm war", aus: Science Frontiers Nr. 137, Nov./Dez. 2001
  13. Quelle: J. G. Bennett, op. cit., Abschnitt 5, "Evidence for an Open Arctic Sea" (Übersetzung ins Deutsche durch Atlantisforschung.de) - Red. Anmerkung: Für jüngere Forschungsergebnisse, welche die Annahme des eisfreien Arktischen Ozeans bestätigen, siehe online z.B. auch: Quaternary Paleoinvironments Group (University of Cambridge) "Maximum ice extend at the Last Glacial Maximum" (abgerufen: 4. April 2015)
  14. Quelle: ebd.
  15. Quelle: ebd.

Bild-Quellen:

1) Tony O’Connell, "Bennett, John Godolphin (l)", bei Atlantipedia.ie
2) Vissarion bei Wikimedia Commons, unter: File:Boar tusk helmet Akrotiri.jpg
3) Kwbolte und Furfur bei Wikimedia Commons, unter: File:Map Minoan Crete-de.svg
4) Vieux têtard bei Wikimedia Commons, unter: File:D369-platon.-L2-Ch8.png
5) Bibi Saint-Pol bei Wikimedia Commons, unter: File:Herodotus world map-de.svg (Bild-Bearbeitung durch Atlantisforschung.de)
6) Poccil bei Wikimedia Commons, unter: File:Stielers Handatlas 1891 06.jpg
7) Boldognapot, unter: A hyperboreusog szigete