Christoph Cellarius

Aus Atlantisforschung.de
Wechseln zu:Navigation, Suche

Historisches Forscherportrait

Auf einen Blick

Abb. 1 Christophorus Cellarius (1638–1707); aus: Johann Christoph v. Dreyhaupt, Beschreibung des Saalkreises (1750)

(red) Christophorus Cellarius (bürgerlich: Christoph Martin Keller) Abb. 1; (* 22. November 1638 in Schmalkalden; † 4. Juni 1707 in Halle an der Saale) war ab 1694 Professor für Rhetorik und Geschichte an der neu gegründeten Friedrichs-Universität in Halle, der heutigen Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Mit seinen Schriften beförderte Cellarius sowohl die Weiterentwicklung der lateinischen Sprachwissenschaft als auch den Fortschritt von Geographie, Altertumskunde und Geschichtswissenschaft. Mit seiner dreibändigen, 1702 erstveröffentlichten, Historia Universalis (Abb. 2) setzte er die Dreiteilung der Geschichtswissenschaft in Alte, Mittelalterliche und Neue Geschichte durch. [1]

Biographische Notizen

Abb. 2 Hier das Titelblatt eines Bandes von Christoph Cellarius’ wohl bedeutendstem Werk, der 'Historia universalis'

Über die Vita des Universalgelehrten erfahren wir bei der deutschsprachigen Wikipedia: "Christophorus Cellarius besuchte das Lyceum seiner Geburtsstadt, wo sein Vater Superintendent war, und studierte ab 1656 in Jena sowie ab 1659 in Gießen klassische und orientalische Sprachen, Geschichte, Theologie, Philosophie, Jura und Mathematik. Er schloss seine Studien 1666 in Gießen mit dem Grad eines Magisters der Philosophie ab. 1667 wurde er von Herzog August als Professor für hebräische Sprache und Ethik am Gymnasium von Weißenfels angestellt. Ab 1673 war er dort Rektor. Die Qualität seines Unterrichts und seiner gelehrten Abhandlungen machten ihn bald so bekannt, dass er noch im Jahr 1673 Rektor des Gymnasiums in Weimar wurde und 1676 die Leitung der Stiftsschule Zeitz übernahm, der er hohes Ansehen verschaffte. 1688 beförderte man ihn zum Rektor der Domschule Merseburg.

Als der Kurfürst Friedrich III. von Brandenburg 1694 die Universität Halle gründete, wurde Cellarius zum Professor für Rhetorik und Geschichte berufen. Er verfasste die Statuten der Philosophischen Fakultät und leitete ab 1696 die Bibliothek und das Lehrerseminar (Seminarium Praeceptorum), das August Hermann Francke gegründet hatte. Ab 1697 stand er an der Spitze des ersten deutschen Philologischen Seminars (Collegium elegantioris litteraturae) und war 1697/98 Prorektor der Universität. Da in jener Zeit der Andrang Studierender zu den philologischen Seminaren nicht sehr groß war, blieb ihm Zeit genug, sich durch eine umfangreiche schriftstellerische Tätigkeit Verdienste zu erwerben. Im Dezember 1701 wurde er als auswärtiges Mitglied in die damalige Königlich Preußische Sozietät der Wissenschaften aufgenommen." [2] [3]

Christoph Cellarius und Atlantis

Werfen wir dazu einmal mehr einen Blick in Thorwald C. Frankes Standardwerk "Kritische Geschichte der Meinungen und Hypothesen zu Platons Atlantis", in dem es heißt: "In dem 1687 auf Latein erschienenen und später ins Deutsche übersetzten Werk Geographia antiqua iuxta et nova äußerte Cellarius kurz zu der Frage, ob Amerika Atlantis ist: Er hält es für ungewiss. Im 1706 erschienenen zweiten Band seines Werkes Notitia orbis antiqui sive geographica plenior wurde Cellarius deutlicher: Er hielt es nun für wahrscheinlich, dass sich in Platons Atlantiserzählung ein wahrer Kern verbirgt, der auf Amerika hinweist, und dass diese dunkle Kunde von Amerika u.a. auch über Ägypten zu den Griechen kam.

Entgegen der Meinung von Thomas Henri Martin spricht sich Cellarius damit nicht expressis verbis gegen die Existenz von Atlantis aus. Die von Martin angegebenen Stellen handeln von der Kugelgestalt der Erde und anderen Dingen, aber nicht von Atlantis. Manfred Petri scheint diese Meinung von Martin unbesehen übernommen zu haben." [4] [5]





Anmerkungen und Quellen

Fußnoten:

  1. Quelle: Wikipedia - Die freie Enzyklopädie, unter "Christoph Cellarius" (abgerufen: 10. März 2019)
  2. Siehe: "Mitglieder der Vorgängerakademien: Christoph Cellarius (Keller)", Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (abgerufen am 10. März 2019)
  3. Quelle: Wikipedia - Die freie Enzyklopädie, unter "Christoph Cellarius" (abgerufen: 10. März 2019)
  4. Siehe: Cellarius (1687) S. 450; Cellarius (1701/1706) I Lib. II Cap. XIII S. 1165, II Teil III Lib. IV Cap. 1 S. 19, Additamentum S. 251-254: Martin (1841) I S. 262; Petri (1990) S. 62
  5. Quelle: Thorwald C. Franke, "Kritische Geschichte der Meinungen und Hypothesen zu Platons Atlantis", Norderstedt (Books on Demand GmbH), Juni 2016, S. 320

Bild-Quellen:

1) Polarlys (Uploader) bei Wikimedia Commons, unter: File:Christoph Cellarius.png
2) Marcus Cyron (Uploader)) bei Wikimedia Commons, unter: File:Title page of Historia universalis breviter ac perspicue exposita by Christoph Cellarius.jpg