Dem Rätsel der Cart Ruts auf der Spur

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Der Experimental-Archäologe Dr. Dominique Görlitz untersuchte auf seiner jüngsten Exkursion prähistorische Spurrillen auf Sardinien

Abb. 1 Dr. Dominique Görlitz bei seiner jüngsten Exkursion nach Sardinien vor der Stufenpyramide von Monte D´ Accoddi

(bb) Cart Ruts, diese seltsamen, wie in den Steinboden gefrästen, zumeist geleisartigen Spurrillen aus ferner Vergangenheit, werden in der allgemeinen Wahrnehmung vor allem mit der Mittelmeerinsel Malta in Verbindung gebracht. [1] Dort wurden sie erstmals 1647 von dem Historiker Gian Francesco Abela erwähnt, der vorschlug, sie seien während der arabischen Herrschaft über die Insel (870–1090 n. Chr.) verwendet worden, um Blöcke aus den örtlichen Steinbrüchen für den Export nach Afrika ans Meer zu transportieren. [2]

Wie wir heute wissen, sind die Cart Ruts jedoch schon viele Jahrtausende älter als Abela damals vermutete, und tatsächlich finden sie und vergleichbare Strukturen sich keineswegs nur auf Malta, sondern auch auf der Cyrenaika, auf Sizilien und Sardinien, in Italien, Griechenland, Portugal, auf den Azoren [3], in Frankreich und der Schweiz sowie an weit entfernten Orten, wie in Aserbaidschan und in Südamerika. [4]

Mit diesem veritablen Rätsel der Vorgeschichte beschäftigt sich inzwischen auch der Chemnitzer Experimental-Archäologe Dr. Dominique Görlitz. Bei seiner jüngsten Studien-Exkursion nach Sardinien besuchte er im Oktober die Nekropole von Su Crucifissu Mannu in der Nähe der Stufenpyramide von Monte D´ Accoddi (Abb. 1) sowie das ehemalige Schilfboot-Baugebiet bei Cabras und Santa Guista nahe dem Golf von Oristano.

Abb. 2 Ein Teilabschnitt der von Dr. Görlitz in der Provinz Sassari begutachteten Cart Ruts Sardiniens

Die archäologische Stätte von Su Crucifissu Mannu befindet sich in der sardischen Provinz Sassari, nordöstlich der alten Schnellstraße zwischen der Stadt Sassari und Porto Torres, und genau dort findet sich auch ein 'kleines Paradies' für Cart Rut-Forscher. Dazu bemerkt der Experimental-Archäologe erläuternd:

"Auf dem gesamten Kalksteinplateau befinden sich die Reste großer Wagenspuren (parallele Schleifspuren), die sich hier über viele hundert Meter in Nord-Süd-Richtung hinziehen. [...] Wenn man diese Spuren verlängert, zeigen sie in Richtung Porto Torres, wo seit Jahrtausenden einer der bedeutendsten Häfen auf Sardinien in Betrieb ist. Das Schleifspurenfeld zieht sich weiter in Richtung der großen Stufenpyramide von Monte D`Accoddi, die nur etwa 1,8 km in südwestlicher Richtung liegt. Obgleich die Funktion dieser Strukturen noch völlig im Dunklen liegt, offenbaren die Schleifspuren auf Sardinien interessante Eigenschaften..." [5]

Ihr enorm hohes Alter wird u.a. durch die archäologischen Erkenntnisse zum Gesamtkomplex der Nekropole von Su Crucifissu Mannu und seiner Feenhäuser (domus de janas) deutlich: "Man datiert'", wie Görlitz mitteilt, "diese unterirdischen künstlichen Höhlen von der Jungsteinzeit (4. Jahrtausend v. Chr.) bis in die Kupferzeit (3. Jahrtausend v. Chr.) sowie bis in die Bonnanaro-Kultur um etwa 1500 v. Chr. hinein. Die Schleifspuren sind jedoch durch einige der 'domus de janas' unterbrochen." Dies zeigt, "dass diese Strukturen bereits vor der Errichtung der Nekropole angefertigt worden sind." [6]

Derzeit arbeitet Dr. Görlitz an einem umfassenden Bericht, in dem er seine neu gewonnenen Erkenntnisse zu den Cart Ruts auf Sardinien sowie vermutlich Aufsehen erregende Schlussfolgerungen zum kulturellen Kontext des Phänomens der rätselhaften prähistorischen Spurrillen im atlantisch-westmediterranen Großraum vorstellen wird. Diesen Artikel, der demnächst erscheinen soll, werden wir nachfolgend auch bei Atlantisforschung.de präsentieren.


Anmerkungen und Quellen

Fußnoten:

  1. Siehe: Joseph S. Ellul, "Cart Ruts - Mysteriöse Wagenspuren auf Malta"
  2. Quelle: ancient-wisdom.com, unter: "Cart-ruts: What were they For?" (abgerufen: 05. November 2013)
  3. Anmerkung: Als Verweis und zu weiterführenden Hinweisen auf die Cart Ruts der Azoren siehe bei Atlantisforschung.de: "Hochinteressante Atlantis-Doku auf Servus-TV - Gab es die Stadt Atlantis tatsächlich? Oscar-Regisseur James Cameron schickt den Journalisten und Emmy-Preisträger Simcha Jacobovici auf Suche (letzter Absatz) (red)
  4. Quelle: ancient-wisdom.com, unter: "Cart-ruts: What were they For?" (abgerufen: 05. November 2013)
  5. Quelle: Dominique Görlitz, Kurzmitteiling via E-Mail vom 18. 10. 2018 an Atlantisforschung.de et al.
  6. Quelle: ebd.

Bild-Quellen:

1) Bildarchiv / © Dr. Dominique Görlitz
2) ebd.