Die Pyramide im Rock Lake, Wisconsin, USA

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von unserem Gastautor Ferdinand Speidel

Abb. 1 Der Rock Lake in Wisconsin

In seinen Werken „The Code“ und „Whispers from Time“ erwähnt der amerikanische Mathematiker Carl Munck eine Pyramide, die im nördlichen Teil des Rock Lake (Abb. 1), Wisconsin, versunken ist. Sie wurde bereits durch den Atlantisforscher Frank Joseph in seinem Buch „Atlantis in Wisconsin[1] bekannt gemacht. [2] Der Rock Lake ist ein künstlich gefluteter See etwa 50 km östlich der Hauptstadt von Wisconsin, Madison. In diesem See sollen sich außer der Limnatis-Pyramide bis zu zehn weitere von Menschenhand geschaffene Monumente befinden. (Abb. 2)

Limnatis soll der ursprüngliche von Indianern der Region stammende Name sein, in deren Sprache Limnatis 'Mond 'oder 'lunar' bedeutet. Munck führt aus: „Vielleicht ist es die einzige amerikanische Pyramide, deren ursprünglicher Name überlebte. Alle anderen wurden von uns benannt. Sie ist etwa 15 Fuß hoch [<5 m], 70 Fuß lang und 35 Fuß breit [etwa 21 mal 10,5 m]. Sie ist ganz und gar aus kleinen Steinen von Baseball-Größe erbaut, die zementiert wurden.

Abb. 2 Skizze zur Position der Limnatis-Pyramide im Rock Lake

Je nach Wasserstand des Rock Lake liegt die Limnatis ungefähr 35 Fuß unter der Wasseroberfläche, das Reich von Tauchern – und viele waren dort unten, um sie zu untersuchen. Niemand weiß - auch nicht die Indianer - warum dieses kleine Tal in alter Zeit geflutet wurde und damit der Ort versenkt wurde, aber geflutet wurde es und ist es immer noch. Eine detaillierte Analyse der Limnatis ist nicht erhältlich aufgrund der Tatsache, dass das Wasser des Sees bei 35 Fuß generell sehr trüb ist, aber es gibt ein wenig Information, zumindest genug, um sie auf modernen Karten zu lokalisieren.

Andere Informationen geben die Maße mit 100 Fuß Länge (ca. 30m), 60 Fuß Breite (ca. 18 m) und 18 Fuß Höhe (ca. 5,5 m), von denen aber nur 10 Fuß aus dem Schlamm herausragen, die zum Bau verwendeten Steine sind großenteils rund und schwarz, auf der Oberfläche des Pyramidenstumpfs jedoch eckig.

Nach Munck liegt die Pyramide bei 120° 3´ 46,47580015“ westlich der Großen Pyramide von Gizeh, die in der Vorzeit den Nullmeridian dargestellt haben soll; der Aspekt der Sekunden 46,47580015 ist zugleich die Quadratwurzel der Zahl 2.160. Und diese Zahl entspricht wiederum dem Durchmesser des Mondes in Meilen. Daher sieht Munck eine bewusste Wahl des Namens Mond.

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Abb. 3 Der 'Delta Mound' am südlichen Ende des Rock Lake nach Carl Munck

Am südlichen Ende des Rock Lake befinden sich eine konische Steinstruktur, Max Nohl´s Cone, und ein dreieckiger Hügel (Mound), der nach seiner Form Delta Mound genannt wird. (Abb. 3) Die Form des Delta-Mounds gleicht der Sicht auf eine Seite einer echten Pyramide.

Weitere Hintergrundinformationen über Rock Lake besagen folgendes: „Manche Leute behaupten, dass sich in dem algengefüllten Wasser alte Pyramiden, Ruinen und sogar eine schlangenähnliche, 200 Fuß (ca. 60 m) lange Steinfigur befinden. Sie sagen, präkolumbianische Bewohner erbauten die Strukturen auf trockenem Land, bevor das Gebiet durch geologische Umbrüche und einen im 19. Jahrhundert gebauten Damm überflutet wurde. Skeptiker, darunter der staatliche Archäologe, sagen, dass es in der Tiefe von 40 Fuß (12 m) nur natürliche Steinhaufen gebe.

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Abb. 4 Diese Karte gibt einen Überblick über die umstrittenen Steinstrukturen des Rock Lake.


Die Wurzeln der Legende

Vor mehr als einem Jahrhundert sprachen die eingeborenen Indianern von Stein-Tipis im See, die man vom Ufer oder vom Kanu aus bei niedrigem Wasserstand sehen konnte. Auch frühe weiße Siedler berichteten darüber. Im frühen 19. Jahrhundert wurde der Wasserspiegel des Sees um bis zu 20 Fuß (6 m) erhöht, damit eine Mühle errichtet werden konnte. Dadurch versanken die Strukturen tiefer und wurden von den Menschen vergessen. Erst im frühen 20. Jahrhundert, als der Wasserspiegel wieder niedriger und das Wasser klar war, (Beginn des Frühjahrs und spät im Herbst) wurden die Strukturen wieder sichtbar.

Abb. 5 Der zeremonielle Pyramiden-Mound der alten indianischen Stadt Aztalan

Der moderne Ursprung der Sage von der versunkenen Pyramide geht auf einen Bürgermeister, Claude Wilson, von Lake Mills um die Zeit des Ersten Weltkriegs zurück. Als Wilson mit seinem Bruder über den See ruderte, sahen sie die Spitze einer Pyramide, zu der Zeit war der See sechs Fuß (1,80 m) niedriger als normal. Mit ihrem Ruder stocherten sie ins Wasser und konnten das Steinwerk der Pyramide erreichen, so berichtete es ein Artikel in den 1970er Jahren in einer Zeitschrift für Taucher.

  • In den 1930er Jahren behauptete ein Taucher, Max Gene Nohl, das Geheimnis der Umgebung gelöst zu haben. „Die Pyramide hat die Form eines Kegelstumpfs, sie ist 29 Fuß hoch (ca. 9 m), die Konstruktion besteht aus glatten Steinen in einem Mörtelbett.
  • Der staatliche Archäologe von Wisconsin, Robert Birmingham, versichert dagegen, dass die mysteriösen Objekte in dem See als Werk der Natur bezeichnet werden können. „Wir waren mehrfach dort unten und sahen Stapel von Steinen wie man sie in dem Teil Wisconsins erwartet, es gab nichts Außergewöhnliches und nichts, das nicht durch die Geologie erklärt werden könnte.
  • (?) Eschborn, ein privater Forscher, der eine Stiftung zur Erforschung des Sees gründete, ist fest von der Existenz von Menschenhand gefertigter Strukturen überzeugt. Seine Gruppe behauptet, einen 200 Fuß langen „Drachen“, eine schlangenähnliche Formation, entdeckt zu haben.
  • Im Jahr 1967 berichtete John Kennedy in einem Artikel im „Skin Diver“ über die Strukturen im See.
  • 1970 erschien im „Skin Diver“ eine Skizze (Abb. 6) der im See gefundenen Pyramide.
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Abb. 6 Skizze der 'pyramidalen' Anlage, die 1937 von Max Gene Nohl im Rock Lake gesichtet wurde

Es gibt noch einen weiteren Aspekt, der im Zusammenhang mit den Steinstrukturen im Rock Lake berücksichtigt werden sollte: Es ist die Tatsache, dass drei Meilen entfernt von Rock Lake ein Ort liegt, der den von Indianern überlieferten Namen Aztalan trägt, der auch dem dortigen State Park gegeben wurde. Im Aztalan State Park ist die oben abgebildete (Abb. 5) Erdpyramide (Mound) zu besichtigen. Insgesamt gibt es in Wisconsin mehr als 800 Mounds, von denen viele die Form von Tieren haben [3], aber nur aus der Luft erkennbar sind.


Anmerkungen und Quellen

Einzelverweise:

  1. Siehe auch: Frank Joseph, "The Lost Pyramids of Rock Lake:: Wisconsin's Sunken Civilization", Galde Press, Incorporated, 1992
  2. Vergl. dazu bei Atlantisforschung.de auch: "Die Pyramiden vom Rock Lake" (bb)
  3. Red. Anmerkung: so genannte 'effigy mounds'

Bild-Quellen:

1) Archbob, bei Wikimedia Commons, unter: File:Rocklake.jpg

2-4) Carl Munck (Bildarchiv Ferdinand Speidel)

5) Bildarchiv Ferdinand Speidel

6) William R. Corliss, in Science Frontiers, unter: The Rock Lake Pyramids