Golf von Guinea

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Abb. 1 Kartographische Darstellung des Golfs von Guinea und seiner Inselwelt

(red) Golf von Guinea (Abb. 1) ist die geographische Bezeichnung für den ostatlantischen Meerbusen vor der Küste Guineas (Ober- und Niederguinea), der im Norden und Osten von den Küsten Westafrikas begrenzt wird und im Süden an das Angolabecken angrenzt. Im Osten dieser Meeresbucht befindet sich ein vulkanisches Archipel, dessen größte Inseln São Tomé und Príncipe, Bioko (vormals: Fernando Pó) und Annobón heißen. [1]

Abb. 2 Albert Slosman war einer der ersten Forscher, die den Golf von Guinea in einen zumindest vagen Zusammenhang mit Platos Atlantis brachten.

Im 20. Jahrhundert wurden der Golf von Guinea und seine Inseln auch zum Gegenstand atlantologischer Überlegungen. Einer der ersten, die sie ins Blickfeld der Atlantisforschung rückten, war der französische Mathematiker und Informatiker Albert Slosman (Abb. 2) (1925-1981), der einige Zeit im benachbarten Kamerun gelebt hatte.

Slosman notierte dort eine Mythe der Einheimischen, welche besagt, im Golf von Guinea habe einst eine große, zusammenhängende Landmasse existiert, die später zerstört worden sei. [2] Der sowjetische Geologe Alexander Leonidowitsch Yanshin (1911-1999) vertrat laut Nikolai Zhirov die Ansicht, "die Atlantis-Legende" beruhe auf "phönizischen Berichten über altertümliche Zivilisationen im Gebiet des Golfes von Guinea". [3]

Eine konkrete Atlantis-Lokalisierung im Zusammenhang mit dem Golf von Guinea legte der italienisch-amerikanische Geschichtsforscher Livio Catullo Stecchini (1913-1979) vor. In einem bis heute unveröffentlichten Werk mit dem Arbeitstitel "SAHARA" plädierte der Historiker für die Insel São Tomé als Örtlichkeit von Atlantis. [4]

Mehr über Stecchinis atlantologische Vorstellungen findet sich auf der englischsprachigen Webseite metrum.org, die seinem wissentschaftlichen Erbe gewidmet ist. Dort verweist man u.a. auf die (an Platons Schilderungen erinnernde) Fruchtbarkeit und üppige Vegetation mit Bäumen zur Gewinnung von Speisen und Öl (vergl. Kritias 115b) sowie auf die Präsenz von Elefanten (vergl. Kritias 114e) im Gebiet des Niger-Deltas. [5]

Zudem wird dort auch auf die Berber als mögliche Überlieferer des Atlantisberichts verwiesen. Es sei anzunehmen, "dass das Gebiet des hinteren Endes des Golfs von Guinea den Berbern gut bekannt war und dass sie sich dort zum Zweck des Handels niedergelassen hatten. Hanno spricht von der Gegend, die seinen Berber-Dolmetschen vertraut sei. Vielleicht benutzten die Berber São Tomé als sicheren Handelsposten. Es könnte sein, dass die Berber die Geschichte erzählten, dass einige ihrer Vorfahren sich in São Tomé oder einer der Nachbarinseln angesiedelt hatten und dass diese Insel wegen des lokalen Handels am wohlhabendsten war und dass ihre Siedlung durch eine Eruption zerstört wurde." [6]


Zu Atlantis vor der Küste Westafrikas siehe auch:

  • "Marcello Cosci ...und seine Atlantis-Lokalisierung auf der westafrikanischen Insel Sherbro (von Sandra Schreiner)


Anmerkungen und Quellen

Fußnoten:

  1. Quelle: Wikipedia - Die freie Enzyklopädie, unter: "Golf von Guinea" (abgerufen: 15. März 2018)
  2. Quelle: Tony O’Connell, "Fernando Pó", 7. Juni 2013, bei Atlantipedia.ie (abgerufen: 15. März 2018)
  3. Quelle: Nikolai Zhirov, Atlantis - Atlantology: Basic Problems, Moskau 1970 / Reprint: Honolulu, Hawaii (The Minerva Group, Inc.), 2001, S. 13
  4. Quelle: Tony O’Connell, "São Tomé and Principe", 10. Juni 2010, bei Atlantipedia.ie (abgerufen: 15. März 2018)
  5. Quelle: o.A.. "Atlantis" bei metrum.org (abgerufen: 15. März 2018)
  6. Quelle: ebd.; Übersetzung ins Deutsche durch Atlantisforschung.de

Bild-Quellen:

1) demis, Janneman et al. bei Wikimedia Commons, unter: File:Golf von Guinea.jpg
2) Tony O’Connell, Fernando Pó, bei Atlantipedia.ie