Livio Catullo Stecchini

Aus Atlantisforschung
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Forscher- und Autorenportrait

Abb. 1 Hobart Manor, der Sitz des Präsidenten des Paterson State Teachers College, an welchem Livio Catullo Stecchini nach seiner Übersiedlung in die USA Alte Geschichte lehrte.

(red) Livio Catullo Stecchini (* 6. Oktober 1913 – † September 1979) war ein italo-amerikanischer Historiker, der als Professor für Alte Geschichte am Paterson State Teachers College (heute: William Paterson University) (Abb. 1) in New Jersey lehrte. Er verfasste Schriften zur Wissenschaftsgeschichte, zur historischen Metrologie (über altertümliche Gewichts- und andere Maßeinheiten) und zur Kartographie des Altertums. Bekanntheit erlangte er vor allem als Verteidiger der Theorien von Immanuel Velikovsky und durch seine numerologischen Thesen zu den Maßen der Großen Pyramiden.

Nachdem er sich ursprünglich der Altphilologe zugewendet hatte, begann Stecchini in Deutschland ein Philosophie-Studium an der Universität Freiburg, wo er Vorlesungen von Martin Heidegger und Oskar Becker besuchte. Aufgrund der Eiflussnahme der Nationaalsozialisten auf den Studienbetrieb kehrte er später jedoch nach Italien zurück, wo er mit einer Dissertation über Römisches Recht promovierte, an der Universität Rom am Lehrstuhl für Römisches Recht assistierte und Mitglied des dortigen Instituts für römisches und orientalisches Recht wurde. Allerdings empfand er auch die Situation im faschistischen Italien als immer unerträglicher und ging schließlich in die Vereinigten Staaten ins Exil. Dort betrieb er bei Werner Jaeger postdoktorale Studien zur Alten Geschichte an der Harvard Universität und arbeitete an seiner zweiten Promotion zum Ph.D. in diesem Fach. Seine Dissertation mit dem Titel "Origin of Money in Greece" legte er 1946 vor. [1] [2]

Abb. 2 Die Insel São Tomé (rot markiert) im Golf von Guinea identifizierte Prof. Stecchini als Platons Atlantis

Nachdem Stecchini sich nachfolgend zunächst dem Studium altgriechischer Münzgewichte und -operationen sowie mit den Abmessungen griechischer Tempel befasst hatte, wandte sich später dem Studium der Geographie und Geodäsie des Altertums zu. Einiges Aufsehen erregte er im September 1963 mit seinem Beitrag zu einer Sonderausgabe der Fachzeitschrift American Behavioral Scientist über Immanuel Velikovsky und dessen Werk, der 1966 in überarbeiteter und erweiterter Form als Bestandteil des Buches "The Velikovsky Affair" erschien.

Dazu bemerkt die Velikovsky Encyclopedia: "Dr. Stecchini [...] nimmt einen besonderen Platz in der Velikovsky-Forschung ein: Wie von Dr. de Grazia im Vorwort zur Ausgabe von The Velikovsky Affair aus dem Jahr 1978 bemerkt wird, war es Livio Stecchini, dem er seine erste Einführung in die Ideen Velikovskys verdankte - eine Einführung, die sich in der Sonderausgabe des American Behavioral Scientist niederschlug, welche die Streitfragen einem größeren Publikum zutrug, und schlussendlich die Untersuchungen im Yale Scientific Magazine, in Pensée und den anderen Journalen veranlasste, die daraufhin folgten. Sein besonderes Interesse betraf altertümliche Maßeinheiten, und zu diesem Thema steuerte er einen wertvollen und umfassenden Anhang zu Peter Tompkins´ Buch >Secrets of the Great Pyramid< bei." [3] [4]

Über Stecchinis außenseiterische Positionen heißt es zudem in Tony O’Connells Atlantipedia: "In einem unveröffentlichten Werk mit Namen SAHARA plädierte er für São Tomé (Abb. 2) im Golf von Guinea als Örtlichkeit von Atlantis. Weiterhin machte er geltend, dass der Mythos von den Argonauten sich auf ihre Fahrt entlang eines riesigen Flußsystems bezieht, das einst die Sahara durchzog, und welches sich heute durch ausgetrocknete Wasserläufe, wie das Wadi Ighaghar und das Wadi Tafanasset, darstellt. [...] Seine radikalen Ansichten führten schließlich dazu, dass seine Fachkollegen diesem angesehenen Akademiker aus dem Weg gingen." [5]

Die englischsprachige Webseite metrum.org ist dem Werk von Prof. Stecchini gewidmet, und unter "Atlantis" finden sich dort auch zusätzliche Informationen über seine Ansichten zu diesem Thema.


Artikel und Papiere von L.C. Stecchini

  • "The Inconstant Heavens: Velikovsky in Relation to Some Past Cosmic Perplexities", American Behavioral Scientist, September 1963, Volume 7, No. 1
  • "Greek Estimates of the Synodic Month", Kronos vol.1 No.3 (Fall 1975)
  • "Orphic Hymns And Astronomy", Kronos vol.6 No.4 (Summer 1981)
  • "Metron", Kronos vol.7 No. 1 (Fall 1981)
  • "Chronos And Kronos", Kronos vol.7 No.2 (Winter 1982)
  • "The Twenty-One Years of Venus", Kronos vol.7 No. 3 (Spring 1982)
  • "The Newton Affair", Kronos' vol.9 No.2 (Winter 1984)
  • "Newton's World View", Kronos vol.9 No.3 (Summer 1984)
  • "Newton And Historical Science", Kronos vol.10 No.1 (Fall 1984)
  • "The Age of Reason: Some Insights", Kronos vol.11 No.1 (Fall 1985) [6]


Anmerkungen und Quellen

Voewiegend verwendetes Material:

Fußnoten:

  1. Siehe: Livio Catullo Stecchini, "Origin of money in Greece", PhD thesis, HOLLIS Classic Harvard University, 1946
  2. Quelle: Wikipedia - The Free Encyclopedia, unter: Livio Catullo Stecchini (abgerufen: 17. Okt. 2015)
  3. Siehe: Alfred de Grazia, "In Memoriam: Livio Stecchini", SIS Review Vol IV No 1 (Autumn 1979)
  4. Quelle: The Velikovsky Encyclopedia, unter: Livio Stecchini (abgerufen: 17. Okt. 2015; Übersetzung ins Deutsche durch Atlantisforschung.de)
  5. Quelle: Tony O’Connell, "Stecchini, Livio Catullo (a)", 11. Juni 2010, bei Atlantipedia.ie (abgerufen: 16. Okt. 2015; Übersetzung ins Deutsche durch Atlantisforschung.de)
  6. Zusammengestellt durch: The Velikovsky Encyclopedia, unter: Livio Stecchini (abgerufen: 17. Okt. 2015)

Bild-Quellen:

1) Maksim bei Wikimedia Commons, unter: File:Golf von Guinea.jpg (Bild-Bearbeitung durch Atlantisforschung.de)
2) Lithium6ion bei Wikimedia Commons, unter: File:Ailsa Farms Hobart Manor.jpg