Immanuel Kant

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Historisches Forscher- und Autorenportrait

Abb. 1 Immanuel Kant (1724-1804)

(red) Immanuel Kant (Abb. 1) (geb. 22. April 1724 in Königsberg, Preußen; † 12. Februar 1804 ebenda) war einer der wichtigsten europäischen Philosophen zur Zeit der Aufklärung, über dessen Bedeutung es bei der deutschsprachigen Wikipedia heißt: "Sein Werk 'Kritik der reinen Vernunft' kennzeichnet einen Wendepunkt in der Philosophiegeschichte und den Beginn der modernen Philosophie. Kant schuf eine neue, umfassende Perspektive in der Philosophie, welche die Diskussion bis ins 21. Jahrhundert maßgeblich beeinflusst. Dazu gehört nicht nur sein Einfluss auf die Erkenntnistheorie mit der 'Kritik der reinen Vernunft', sondern auch auf die Ethik mit der 'Kritik der praktischen Vernunft' und die Ästhetik mit der 'Kritik der Urteilskraft'. Zudem verfasste Kant bedeutende Schriften zur Religions-, Rechts- und Geschichtsphilosophie sowie Beiträge zu Astronomie und Geowissenschaften." [1]

Kants Bezug zum Atlantis-Problem war zweifellos nur peripherer Natur, aber immerhin kam auch er nicht ganz an diesem Thema vorbei, wie seine Abhandlung "Der Streit der Facultäten" aus dem Jahr 1798 zeigt. Darin stellte Kant, wie Thorwald C. Franke bemerkt, "Platons Atlantis in einer Fußnote seines umfangreichen Werkes in eine Reihe mit verschiedenen literarischen Utopien." [2] Dazu zitiert er Kant folgendermaßen:

"Es ist doch süß, sich Staatsverfassungen auszudenken, die den Forderungen der Vernunft (vornehmlich in rechtlicher Absicht) entsprechen; aber vermessen, sie vorzuschlagen, und strafbar, das Volk zur Abschaffung der jetzt bestehenden aufzuwiegeln. Platos Atlantica, Morus´ Utopia, Harringtons Oceana und Allais´ Severambia sind nach und nach auf die Bühne gebracht, aber nie (Cromwells verunglückte Missgeburt einer despotischen Republik ausgenommen) auch nur versucht worden." [3]

Franke kommentiert dies mit der Feststellung: "Damit hielt Kant Platons Atlantis für eine Erfindung. Womöglich war Kant sogar einer der ersten, der Platons Atlantis - irrigerweise - in eine Reihe mit der utopischen Literatur stellt. An der Stelle, an der Kant von >Platos Atlantica< sprach, hätte er besser von Platons Idealstaat der Politeia gesprochen, denn Platons Politeia ist die große Utopie Platons, nicht Atlantis. Es wäre interessant zu wissen, warum Kant Platons Politeia an dieser Stelle mit Platons Atlantis gleichsetzte bzw. verwechselte." [4]

Ergänzend bemerkt Franke auch noch: "Platons Atlantis wird außerdem in einer Anmerkung zur Vorlesungsmitschrift eines Studenten Kants zu Kants Vorlesung 'Physische Geographie' genannt [5]. Doch das ist eine Anmerkung der Bearbeiter der Vorlesungsmitschrift, die nicht von Kant stammt. Auch andere Ausgaben enthalten solche Anmerkungen über Atlantis, die nicht von Kant stammen." [6]





Anmerkungen und Quellen

Fußnoten:

  1. Quelle: Wikipedia - Die freie Enzyklopädie, unter: "Immanuel Kant" (abgerufen: 02. Juni 2017)
  2. Quelle: Thorwald C. Franke, "Kritische Geschichte der Meinungen und Hypothesen zu Platons Atlantis", Norderstedt (BoD), 2016, S. 338 - ISBN 978-3-7412-5403-1
  3. Quelle: Immanuel Kant, "Der Streit der Facultäten", II 9 Fußnote; zit. nach: Thorwald C. Franke (2016), S. 338
  4. Quelle: Thorwald C. Franke, op. cit., S. 338
  5. Siehe: Immanuel Kant, "Physische Geographie", bearbeitet von Friedrich Theodor Ring, 1802, in: Kants Werke - Akademie Textausgabe, Band IX, unveränderter Abdruck von 1923, Verlag Walter de Gruyter & Co, Berlin 1968, § 37 Anmerkung 6
  6. Quelle: Thorwald C. Franke, op. cit., S. 338-339

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