Ipiutak - Eine prähistorische Stadt am Polarkreis

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von William R. Corliss

Abb. 1 Skizze der uralten Ortschaft Ipiutak auf der Landspitze von Point Hope. In dieser "Arktischen Metropole" lebten einst etwa 4000 Einwohner in etwa 600 festen Gebäuden, die ordentlich in lange Reihen von Blocks arrangiert waren. Wer waren die Erbauer dieser "steinzeitlichen Reihenhaus-Siedlung"?

Alaska. Etwa 150 Meilen nördlich des Polarkreises ragt Point Hope in den eisigen Arktischen Ozean hinein. 1940 entsandte das American Institute of Natural History eine archäologische Expedition in diese abweisende Region. Unter Leitung von F. G. Rainey grub das Team eine altertümliche Stadt aus, die aus mehr als 600 Häusern bestand, alle mit einem Grundriss in ordentlichen Reihen. Die Stadt auf dieser Landspitze, die heute Ipiutak genannt wird, beherbergte einst 4000 Einwohner. Für dieses eisige Klima ist das eine immense Bevölkerung.

Rainey war entsprechend beeindruckt: "Wir haben jetzt eine >arktische Metropole< gefunden, die um ein vielfaches größer ist als alles, was man in diesem Teil der Welt bisher für möglich gehalten hat, und die von Menschen bewohnt wurde, deren materielle Kultur sich markant von derjenigen der Eskimo, so wie wir sie kennen, unterschied." [1]

Ipiutaks Größe ist bemerkenswert, aber noch wichtiger ist die abweichende "materielle Kultur". Zu den Artefakten, die auf Ipiutak ausgegraben wurden, gehörten kunstvoll gearbeitete und hoch entwickelte Elfenbein-Schnitzereien, die sich vom Handwerk der späteren Eskimo unterscheiden. Von besonderem Interesse ist ein einzigartiges und kennzeichnendes Motiv, das von den Ainu aus dem nördlichen Japan [Vergl. zu ihnen auch: Die Samurai und die Ainu von William R. Corliss; d. Red.] [2] und von Menschen entlang des Flusses Amur in Nordost-Asien verwendet wurde.

Die Ainu waren einst eine fortschrittliche, seefahrende Rasse. Vor kurzen hat man ihre Siedlungen auf den Kurilen-Inseln, nördlich von Japan, entdeckt, nur ein paar hundert Meilen entfernt von den Aleuten und der Beringstraße. [3] [Vergl. dazu: Ringförmige Strukturen auf den Kurilen-Inseln von William R. Corliss; d. Red.] Einige spekulieren jetzt, dass die Ainu vor langer Zeit auch in Nordamerika Fuß fassten. Haben die Ainu vor langer Zeit Ipiutak gebaut?

Am signifikantesten ist aus der Perspektive des Anomalisten jedoch die Tatsache, dass die Ainu kaukasische physiognomische Charakteristika besitzen. Für ihr Eindringen ins altertümliche Nordamerika könnte für die verschiedenen uralten Fossilien, wie zum Beispiel die des Kennewick Mannes [4], Zeugnis ablegen, die man im Laufe der Jahre auf diesem Kontinent gefunden hat.


Anmerkungen und Quellen

Ancient Structures.jpg

Dieser Beitrag von William R. Corliss © wurde seinem Buch "Ancient Structures - Remarkable Pyramids, Forts, Towers, Stone Chambers, Cities, Complexes" entnommen (S. 211), das im Januar 2001 bei The Sourcebook Project, P.O.Box 107, Glen Arm, MD 21057, erschienen ist. (Library of Congress Control Number 00-092706, ISBN 0-915554-35-6) Siehe zu diesem Buch auch die Rezension:

Über rätselhafte Relikte der Vergangenheit, das Sourcebook-Project und eine Koryphäe der Anomalistik (bb)

Fußnoten:

  1. Quelle: Froelich G. Rainey, "Mystery People of the Arctic", in: Natural History, 46:148, 1941
  2. Red. Anmerkung: Zu den Ainu und ihren Vorfahren oder 'Vettern', den Jomon, siehe auch: Japan und die versunkenen Ursprünge seiner Kultur (red); sowie: Enorme Struktur an der Mutsu Bay von William R. Corliss
  3. Vergl.: Constance Holden, "Possible Ainu Site Creates Buzz", in: Science, 284:583, 1999
  4. Red. Anmerkung: Zu Funden sehr alter kaukasoider Human-Relikte in Nordamerika und dem Umgang mit diesen Entdeckungen siehe auch: 'Weiße' Ureinwohner in Nordamerika? Über den Umgang mit unbequemen Fakten der Menschheitsgeschichte sowie ""Freund & Feind" in der amerikanischen Prähistorik - oder: Wem nutzt NAGPRA? (bb)

Bild-Quelle: