Jean-Sylvain Bailly

Aus Atlantisforschung.de
Wechseln zu:Navigation, Suche
Abb. 1 Jean-Sylvain Bailly (1736-1793), ein Pionier der Atlantisforschung und Primhistorik

(red) Der Naturwissenschaftler und Politiker Jean-Sylvain Bailly (* 15. September 1736; † 12. November 1793) gehört neben Giovanni Rinaldo Carli zu den wichtigsten Pionieren der Primhistorik und Atlantisforschung im 18. Jahrhundert. Bekannt wurde er jedoch vor allem durch seine herausragenden Leistungen auf dem Gebiet der Astronomie (er studierte die damals bekannten vier Jupitermonde, und berechnete bereits 1759 die Umlaufbahn des Halleyschen Kometen). Im Verlauf der Französischen Revolution wurde der gebürtige Pariser und vormalige Hofastronom erster Bürgermeister der Stadt und darüber hinaus auch zum Präsidenten der ersten Nationalversammlung Frankreichs gewählt. Später fiel er Intrigen der Jakobiner zum Opfer und wurde er auf der Guillotine hingerichtet.

Über sein Leben heißt es bei Wikipedia: "Der Sohn eines Malers betrieb zuerst Malerei und Dichtkunst, wendete sich jedoch bald wissenschaftlichen Studien zu und wurde durch Lacaille für die Astronomie gewonnen. Nach dem Tod seines Vaters erhielt Bailly die Stelle eines Aufsehers der Luxemburggalerie, 1789 wurde er Sekretär des Pariser Wahlkollegiums und bald darauf Deputierter des dritten Standes bei den Generalständen. Am 3. Juni zum Präsidenten der Nationalversammlung erwählt, leitete er am 20. Juni die folgenreiche Sitzung im Saal des Ballhauses. Nach der Erstürmung der Bastille wurde er zum Bürgermeister von Paris ernannt, zeigte sich aber den schwierigen Geschäften nicht gewachsen und nahm, von den Jakobinern royalistischer Gesinnungen beschuldigt, seine Entlassung. In dem Prozess der Königin trat er als Zeuge für deren Unschuld auf, begab sich dann auf ein Landgut in der Gegend von Nantes, wurde aber in Paris von seinen Feinden angeklagt und genötigt, sich verborgen zu halten, bis ihn die Agenten Robespierres auf einer Reise nach Melun zu seinem Freund Laplace ergriffen und nach Paris schleppten. Er wurde >als Königsfreund und gewalttätiger Unterdrücker der Volksfreiheit< am 11. November 1793 zum Tode auf der Guillotine verurteilt und am darauffolgenden Tag hingerichtet." [1]

In Baillys Hauptwerk, der "Histoire de l'astronomie" (Par. 1775-87, 5 Bde.; ein Auszug 1806, 2 Bde.), das größtenteils auch ins Deutsche übersetzt wurde, vertrat er die Auffassung, dass die meisten Entdeckungen der Wissenschaft letztlich bereits auf den Erkenntnissen einem untergegangenen Volkes der Vorzeit beruhten [2], das durch eine globale Katastrophe vernichtet worden sei. 1785 hatte Bailly dazu u.a. geäußert: "Es liegt eine Fülle großartiger überlieferter Beweise vor, die uns erkennen lassen, daß es vor jener verheerenden Umwälzung auf der Erde eine allumfassende Kultur gegeben hat, von der nur Spuren übrig blieben" [3]

Diese revolutionäre - wenn auch übertriebene - Ansicht führte u.a. zu einer kontroversen Diskussion mit Voltaire und anderen, in deren Verlauf er weitere Arbeiten zu diesem Thema verfasste: "Lettres sur l'origine des sciences" (Par. 1777; deutsch, Leipz. 1778) und "Lettres sur l'Atlantide de Platon et sur l'ancienne histoire de l'Asie" (Lond. 1771; engl. 1801, 2 Bde.). In letzterem Werk stellte er den Bezug zwischen der von ihm vermuteten Uralt-Kultur und Platons Atlantis her und präsentierte eine 'nordische' Atlantis-Lokalisierung: "Bailly sah das Zentrum der Atlantis im heutigen Spitzbergen/Norwegen und verwies darauf, dass es in der Arktis zur damaligen Zeit noch wärmer gewesen sei, bis die Atlantier von der hereinbrechenden Kälte gezwungen worden seien auszuwandern, eventuell in den Kaukasus." [4]

Nach Baillys Tod wurden aus seinem Nachlass noch zwei weitere Arbeiten von ihm veröffentlicht, der "Essai sur les fables et sur leur histoire" (Par. 1799, 2 Bde.) und die "Mémoires d'un témoin de la révolution" (das. 1804, 3 Bde.; deutsch im Auszug von Weyland, Leipz. 1805). Vgl. Nourrisson, Trois révolutionnaires: Turgot, Necker, B. (Par. 1885). [5]





Anmerkungen und Quellen

Fußnoten:

  1. Quelle: Wikipedia - Die freie Enzyklopädie, unter: Jean-Sylvain Bailly (Stand: 01.03.2010)
  2. Vergl. dazu bei Atlantisforschung.de auch: "Krypto-Wissenschaft in der Vor- und Frühgeschichte" (Egerton Sykes)
  3. Quelle: Jean-Sylvain Bailly, zit. nach Robert Charroux, "Phantastische Vergangenheit: Die unbekannte Geschichte d. Menschen seit hunderttausend Jahren", Goldmann TB, 1979, S. 24
  4. Quelle: Franz Wegener, Das atlantidische Weltbild: Nationalsozialismus und neue Rechte auf der Suche nach dem versunkenen Atlantis, Kulturförderverein Ruhrgebiet, 2000, S. 17
  5. Quelle: Wikipedia - Die freie Enzyklopädie, unter: Jean-Sylvain Bailly (Stand: 01.03.2010)

Bild-Quelle: