Robert Charroux

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Forscher- und Autorenportrait

Einer der größten Geister aller Zeiten, der Physiker Albert Einstein, der Mensch, der vielleicht am meisten befähigt war, alle Dinge zu begreifen und zu verstehen, hat uns den goldenen Schlüssel zur Enträtselung des Wunders Mensch in die Hand gegeben: Das schönste Gefühl, das man empfinden kann, schreibt er, ist das Gefühl des Geheimnisvollen. Es ist die Quelle jeder wahrhaften Kunst, jeder wahren Wissenschaft. Derjenige, der diese Ergriffenheit nie gekannt hat, der nicht die Gabe des Erstaunens und des Entzückens besitzt, könnte ebensogut tot sein: Seine Augen sind verschlossen. (Robert Charroux, 1965)

Abb. 1 Der französische Autor, Privatforscher und Abenteurer Robert Charroux (1909-1978)

(bb) Der französische Privatforscher, Weltenbummler und Erfolgsautor Robert Charroux (geb. 7. April 1909 in Payroux - gest. 24. Juni 1978 in Vienne) gehört zu den zentralen Persönlichkeiten der alternativen Ur- und Frühgeschichtsforschung des 20. Jahrhunderts, und zu den Pionieren der Präastronautik und Gigantologie.

Unter dem bürgerlichen Nachnamen Grugeau geboren, bestritt der junge Robert seinen Lebensunterhalt zunächst als Angestellter der französischen Post (PIT) - eine Beschäftigung, die allerdings weder seinen vielfältigen Talenten, noch seinem abenteuerlustigen Naturell entsprach. So wandte er sich in den 1940er Jahren der Schriftstellerei zu, wobei er sich zunächst im Bereich der utopischen Literatur als professioneller Autor etablierte.

In der Folge verfasste er u.a. die Texte für die Comicserie Atomas sowie diverse SF-Stories, darunter die 'Space Opera' "L'Ile volante du Prof. Barthélémy" (Prof. Barthélémys fliegende Insel), deren Folgen in den späten 1940er Jahren in der Wochenzeitschrift Mon Journal (später: Zorro) er- schienen.

Zu Charroux´ publizistischen Aktiväten während der 1950er Jahre ist derzeit (04.09) fast nichts bekannt. Jedenfalls soll er damals unter dem Pseudonym Saint-Savioli etwa zehn SF-Romane veröffentlicht haben. [1] Außerdem gründete der begeisterte Leichtathlet während dieser Zeit gemeinsam mit seiner Frau Yvette den Club International des Chercheurs de Trésors, eine internationale Schatzsuchervereinigung, deren Präsident er wurde. Ihr gehörten unter anderem so illustre Persönlichkeiten wie Jean Albert Foëx, Henry de Montfreid und Jacques-Yves Cousteau an, aber sie zerfiel nach Charroux´ Ableben (er starb in Folge eines Herzinfarkts) wieder.

Seinen 'Durchbruch' als Publizist hatte Charroux - unter eben diesem Pseudonym - in der ersten Hälfte der 1960er Jahre, nachdem er sich dem Verfassen von Sachbüchern zu den Rätseln der Menschheits- und Zivilisationsgeschichte zugewandt hatte. Bereits sein, 1963 erschienenes, Werk "Histoire inconnue des hommes depuis cent mille ans" wies ihn als radikalen Gegner konventioneller, 'schulwissenschaftlicher' Vorstellungen und Lehrmeinungen aus.

Charroux gilt heute in der allgemeinen Wahrnehmung vor allem als Pionier auf dem Gebiet der Paläo-SETI Forschung (er war u.a. Mitglied der Ancient Astronaut Society, und beeinflusste nachhaltig das Werk des jungen Erich von Däniken [2]), was durchaus zutreffend, aber auch zu kurz gefasst ist. Tatsächlich waren seine Arbeiten wegweisend für die gesamte alternative oder grenzwissenschaftliche Ur- und Frühgeschichtsforschung. Seine wesentlichen Thesen lassen sich wie folgt zusammenfassen:

Abb. 2 Das Front-Cover von Robert Charroux´ Buch "Phantastische Vergangenheit. Die unbekannte Geschichte der Menschen seit hunderttausend Jahren" (TB, Ullstein Verlag)
  • Die menschliche Zivilisationsgeschichte ist WEITAUS älter als die universitäre Forschung zugestehen will
  • Die Erde wurde in der Vergangenheit wiederholt von Vertretern außerirdischer Intelligenzen besucht, die maßgeblichen Einfluss auf die menschliche Entwicklung nahmen
  • Es existierten primhistorische [3] Kulturen, die aufgrund kataklysmischer Ereignisse vernichtet wurden, welche vermutlich nicht nur auf natürliche Ursachen zurück zu führen sind
  • Neben dem Homo sapiens lebten auf der Erde bis in rezente Perioden hinein auch Populationen riesenhafter Menschenwesen

Gerade mit seiner Wiederentdeckung der - bereits von Platon postulierten [4] - zivilisations-geschichtlichen 'Tiefenzeit' setzte Charroux sich ganz bewusst in Fundamental-Opposition zu den - noch heute in der universitären Mainstream-Forschung gültigen, darwinistisch geprägten Vorstellungen zur Menschheits- und Zivilisationsgeschichte, über die er 1965 schrieb:

"Ein ungeheuerlicher Irrtum hat das Verständnis für den Werdegang der Menschheit verfälscht, und so nahm die Geschichte, die Vorgeschichte genau den Verlauf, den man beabsichtigt hatte. Ein winziger Federstrich auf einer fünfhundert Millionen Kilometer langen Linie, ein Staubkorn in der Sahara - das etwa sind - konkret gesprochen, unsere geschichtlichen und vorgeschichtlichen Zeiträume innerhalb des Raum-Zeit-Begriffs. Soll man vernünftigerweise glauben, daß unsere Zivilisation auf diesen winzigen Federstrich, auf dieses unscheinbare Sandkorn beschränkt ist?" [5]

Dabei trat Robert Charroux in seinem Bemühen, "am Rande der offiziellen Geschichtsschreibung in Form von Hypothesen neue Deutungen der sichtbaren und unsichtbaren Historie" vorzustellen, keineswegs mit der Attitüde des allwissenden Verkünders einer neuen Lehre auf, oder "in der anmaßenden Tonart eines seiner Sache sicheren Volksredners", sondern - wie er selbst es formulierte - "mit der Bescheidenheit des unermüdlichen Forschers, der sich dennoch bewußt ist, einige wenige Schritte vorangekommen zu sein."

Nicht zuletzt deshalb stellt Charroux´ Werk - das sicher nicht frei von Mängeln ist - nach wie vor eine Pflichtlektüre für all jene Ur- und Frühgeschichts-Interessierten dar, die "nur den einen Wunsch haben, sich die Scheuklappen von den Augen zu reißen und all das, was man ihnen aufgeschwatzt hat, erneut in Frage zu stellen." [6]


Texte von Robert Charroux bei Atlantisforschung.de

Siehe auch:


Deutschsprachige Publikationen von R. Charroux


Anmerkungen und Quellen

Verwendetes Material:


Fußnoten:

  1. Quelle: Robert Charroux, sa vie, ses livres, ses croyances. 31EME ANNIVERSAIRE DE SA DISPARITION
  2. Anmerkung: Erich von Däniken selbst versuchte DAMALS offenbar, diesen Sachverhalt bzw. Charroux´ 'Ideen-Geberschaft' zu verschleiern. So sah sich Charroux´ Herausgeber (Éditions Robert Laffont) im März 1968 dazu gezwungen, den Verleger E. von Dänikens, dem er Diebstahl geistigen Eigentums vorwarf, zu kontaktieren. Im Ergebnis wurde Charroux dann in späteren Ausgaben von 'Chariots of the Gods' und 'Return to the Stars' zumindest in den Quellennachweisen genannt. (Quelle: Wikipedia, Robert Charroux)
  3. Vergl.: Primhistorie (Definition)
  4. Siehe dazu z.B.: Nomoi (Die Gesetze), Atlantis und das verlorene Wissen der Alten von Bernhard Beier
  5. Quelle: Robert Charroux, im Vorwort zu "Verratene Geheimnisse - aus biblischen und vorbiblischen Dokumenten", Wilhelm Goldmann Verlag, TB-Edition Grenzwissenschaften, 5/79, S. 17; orig.: Verl. Robert Laffont, Paris, 1965
  6. Quelle: ebd.


Bild-Quellen:

1) robert charroux grugeau - ecrivain-aventurier (nicht mehr online) / Bild-Archiv Atlantisforschung.de
2) Ullstein Verlag (via Amazon.de) / Bild-Archiv Atlantisforschung.de