Martin Pepper

Aus Atlantisforschung
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Kurzportrait und atlantologische Kritik

Abb. 1 Der TV-Moderator Dr. Martin Pepper

(red) Martin Pepper (Abb. 1) ist ein US-amerikanischer Geologe, Fernsehmoderator, 'Abenteurer' und vormaliger Wettkampfschwimmer (NCAA-Champion des Jahres 1996).

Im wissenschatlichen Bereich hat Pepper in den Fächern Ökologie und Evolutionsbiologie graduiert, und er erwarb einen Master-Grad in Wildtier- znd Vegetations-Management. Zudem erlangte er an der University of Arizona den Doktor-Grad (Ph.D) in Struktureller Geologie und Geochronologie.

Zu einige Bekanntheit kam Pepper als Moderator der Serie "How the Earth Works" im Science Channel. 2015 war er Ausrichter eines zweistündigen, "Atlantis Found" betitelten Specials [1] auf dem History Channel in welchem er dafür plädiert, Atlantis sei Santorin gewesen. [2]

Abb. 2 Eine topographische Karte der Vulkaninsel Santorin

In einer Beschreibung des deutschspachigen Ablegers des History Channels heißt er über diese Sendung: "Die Dokumentation begibt sich auf die Suche nach der verlorenen Stadt Atlantis. Abenteuerer und Geologe Dr. Martin Pepper vermutet, dass das wahre Atlantis auf der griechischen Insel Santorin zu finden war und bei einem Vulkanausbruch zerstört wurde. Um diese Theorie zu beweisen, sucht er mit Sonar-Scans den Meeresboden ab und führt mikroskopische Analysen der Landschaft durch.

Außerdem vergleicht er die allererste Beschreibung von Atlantis des griechischen Philosophen Plato mit den Funden auf Santorin: vom ringförmigen Design der Stadt bis zur legendären Rolle der ägyptischen Priester. Seine Suche nach der sagenumwobenen versunkenen Stadt führt ihn über das Mittelmeer bis in den Atlantischen Ozean." [3]

Bei einer gündlichen Betrachtung der Dokumentation [4] wird allerdings schnell klar, dass sich Dr. Peppers Suche tatsächlich auf die Ägäis und die Vulkaninsel Santorin konzentriert - alles andere ist nebenbei abgehandeltes 'schmückendes Beiwerk', dass wohl den Anschein objektiven, wissenschaftlichen Vorgehens suggerieren soll. Faktisch stellt der Dokumentarfilm keineswegs die Präsentation einer ergebnisoffen erfolgten wissenschaftlichen Studie dar, sondern liefert ein Paradebeispiel für (atlantologisch laienhaftes) jumping to conlusions. Für Pepper stand offenkundig schon vor Beginn seiner eigenen Recherchen fest, wo das "wahre Atlantis" zu suchen und zu finden sei.

Des Weiteren begeht Martin Pepper den selben Fehler wie fast alle Anhänger der kreto-minoischen Atlantis-Theorien: Er sucht sich genau jene Angaben aus Platons Atlantisbericht heraus, die mit seinen eigenen Vorstellungen und einem vermeintlich alternativlosen 'Stand wissenschaftlicher Erkenntnis' korrespondieren, während er alles 'links liegen lässt', was nicht dazu passt. Der Atlantologie-Enzyklopädist Stelios Grant Pavlou bemerkt dazu: "Obwohl Pepper sich stark auf faktische Wissenschaft stützt, läuft die Kritik an [seiner] Theorie weitgehend darauf hinaus, dass seine Behauptung darauf aufbaut, einen Großteil von Platos wirklichem Text zu ignorieren." [5]


Anmerkunge und Quellen

Fußnoten:

  1. Anmerkung: Die Erstausstrahlung der Sendung erfolgte am 19. Okt. 2015. Quelle: Tony O’Connell, "Pepper, Martin", 20. Okt. 2015, bei Atlantipedia.ie
  2. Quellen: Stelios Grant Pavlou, Martin Pepper", bei Atlantipedia.com; sowie: Tony O’Connell, "Pepper, Martin", 20. Okt. 2015, bei Atlantipedia.ie ()beide abgerufen: 11. Juli 2016)
  3. Quelle: History.de, unter: Atlantis Found - Versunkener Mythos (abgerufen: 11. Juli 2016; Hervorhebungen & Links durch Atlantisforschung.de)
  4. Anmerkung: Die Dokumentation ist in ihrer englischsprachgen Original-Fassung - zumindest derzeit - online frei abrufbar bei: Dailymotion. Siehe: Atlantis Found, Part 1/2 und Part 2/2 (Stand: 11. Juli 2016)
  5. Quelle: Stelios Grant Pavlou, "Martin Pepper", bei Atlantipedia.com (abgerufen: 11. Juli 2016; Übersetzung ins Deutsche und Hervorhebungen sowie Links durch Atlantisforschung.de)

Bild-Quellen:

1) Tony O’Connell, "Pepper, Martin", 20. Okt. 2015, bei Atlantipedia.ie
2) FinnWikiNo bei Wikimedia Commons, unter: File:Santorini topo.jpg; Lizenz: Creative-Commons, „Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 nicht portiert