Pazifika - grenzwissenschaftliche Lemuria-Betrachtung

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Abb. 1 Bedecken die Wasser des 'Stillen Ozeans' die Relikte untergegangener Kulturen der Urzeit? Was ist tatsächlich dran an der Le(Mu)ria-Hypothese? Die folgende Betrachtung aus grenzwissenschaftlicher Sicht soll als Einstieg in eine sachliche Diskussion zu diesem Fragen-Komplex dienen.

(bb) Kommen wir nun zu einem weiteren möglichen Umgang mit der Lemuria-Problematik, der sich jenseits prinzipieller Akzeptanz (Esoterik) und ebenso prinzipieller Ablehnung (konventionelle Erd- und Menschheits-Geschichtsforschung) bewegt. Bei diesem dritten Weg handelt es sich um die Herangehensweise nonkonformistischer Atlantologie, die als grenzwissenschaftliche Forschungsrichtung immerhin eine gewisse Kompetenz bei der Auffindung versunkener 'Kontinente' und verschollener Zivilisationen für sich in Anspruch nimmt.

Grenzwissenschaftliche Atlantisforscher werden, wenn sie sich ernsthaft mit dem heiß diskutierten Lemuria-Problem [1] konfrontiert sehen, in aller Regel das tun, was sie in ihrer atlantologischen Praxis gelernt haben (oder zumindest: haben sollten!): Sie prüfen nämlich, bevor sie sich zu einer Antwort auf die Frage nach der Validität der Le(Mu)ria-Hypothese in der Lage sehen, zunächst einmal objektiv die Grundlagen, die zur Beweisführung einer (oder mehrerer) - im Wortsinn - untergegangenen Hochkultur(en) des Pazifik notwendigerweise gegeben sein müssen. Um dabei in unserer Diskussion nicht den ideologisch vorbelasteten und "pejorativ konnotierten" [2] Le(Mu)ria-Begriff benutzen zu müssen, wollen wir den Gegenstand unserer Betrachtung, die vermutlich im Stillen Ozean "versunkenen Landgebiete" [3], insgesamt als "Pazifika" bezeichnen, und ihre putativen Bewohner als "Ur-Pazifiker".

Den ersten Schritt einer solchen Betrachtung stellt die Überprüfung der mythologischen Grundlagen (vergl. dazu auch: Stichwort: Euhemerismus) des Le(Mu)ria-Phänomens dar. Was können uns die alten Sagen, Legenden und Überlieferungen der Pazifik-Bewohner und -Anrainer über hypothetische Reiche der Vorzeit verraten, bzw. spielten solche Mythen überhaupt eine Rolle in diesen Kulturen? Gibt es darüber hinaus mythologische Indizien für kataklysmische Umwälzungen, die sich in Einklang mit der Behauptung bringen lassen, im Gebiet des heutigen pazifischen Ozeans hätten noch während rezenter Perioden größere Landmassen existiert?

Wenn wir uns zu diesem Fragen-Komplex Klarheit verschafft haben, müssen wir im zweiten Schritt prüfen, ob es geologische bzw. ozeanographische Indizien und Evidenzen gibt, die derartige Überlieferungen stützen können. Entspricht es wirklich den Tatsachen, dass im Pazifik seit Jahrmillionen keine größeren Landgebiete versunken sind, wie uns die Anhänger der lyellistischen Mainstream-Geologie gebetsmühlenartig versichern? Wie stringent sind solche "wissenschaftlichen" Aussagen, wenn wir sie mit konkreten Forschungs-Ergebnissen und den vorliegenden Evidenzen zur jüngsten Erdgeschichte vergleichen?

Im dritten Arbeitsgang müssen wir schließlich in Form einer (krypto-) archäologischen [4] Bestandsaufnahme feststellen, ob möglicherweise bereits handfeste Anhaltspunke dafür vorliegen, dass es schon während spät-paläolithischer Zeiten mehr oder weniger entwickelte Kulturen im pazifischen Großraum gegeben hat. Ist die Behauptung vieler Anthropologen stichhaltig, dass Menschen sich erst in jüngster Vergangenheit dort angesiedelt haben? WENN es dort tatsächlich primhistorische Zivilsationen gegeben haben soll, dann MÜSSEN zumindest noch vereinzelte Spuren von ihnen existieren, die archäologisch identifizierbar und einzuordnen sind. Sollten derartige Relikte allerdings vorhanden sein, dann wäre die bereits erwähnte, allgemein akzeptierte, Behauptung, von allen Berichten über versunkene Kontinente und Kulturen sei "die Geschichte von Lemuria die absurdeste", eindeutig selbst ad absurdum geführt.


Fortsetzung:

Mythologische Grundlagen für die Pazifika-Hypothese?

Geologische und ozeanographische Grundlagen für die Pazifika-Hypothese?

Archäologische Grundlagen für die Pazifika-Hypothese?


Anmerkungen und Quellen

  1. Anmerkung: Ein analog zum Terminus 'Atlantis-Problem' zu verstehender Begriff
  2. Anmerkung: Der sprachwissenschaftliche Begriff der "pejorativen Konnotation" bedeutet in etwa, dass ein bestimmter Ausdruck (z.B. "Lemuria", "Anarchie", "Kommunismus", etc.) beim Rezipienten in einem bestimmten sozio-kulturellen Kontext üblicherweise negative Assoziationen auslöst. Das Gegenteil dazu ist die "appraisative Konnotation" positiv besetzter Begriffe ("Wissenschaft", "Fotomodell", "Urlaub", etc.).
  3. Anmerkung: Bei diesen Landgebieten muss es sich nicht zwangsläufig um einen kompakten Großkontinent gehandelt haben. Vergl. dazu auch die atlantologischen Inselwelt-Senarien für den Atlantik (siehe: Die Inselwelt von Atlantis).
  4. Vergl. dazu: Was ist eigentlich Krypto-Archäologie?


Bild-Quelle

(1) http://wwwhsse.fh-hagenberg.at/Studierende/hse01047/Peru/images/PICT0087%20-%20Sonnenuntergang%20Pazifik.jpg