Syrakus

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Abb. 1 Das römische Amphietheater von Syrakus, das nach der Eroberung Siziliens durch Rom erbaut wurde, gehört zu den größten der antiken Welt.

(red) Syrakus (lateinisch Siracusa; im Altertum Syracusa), Hafenstadt in Italien, Hauptstadt der Provinz Syrakus, im Südosten der Insel Sizilien gelegen. Der alte Teil der Stadt befindet sich auf der Insel Ortigia und wird durch einen Kanal vom Festland getrennt. Die Stadt lebt heute vom Tourismus, der Fischerei und einem Obst- und Gemüsemarkt, auf dem vor allem Olivenöl und Zitrusfrüchte verkauft werden.

Einige Archäologen und andere Forscher [1], die Platons Atlantisbericht für erfunden halten, sehen im Hafen von Syrakus sein Vorbild für die Beschreibung der Königsinsel der Atlanter. In der Antike war Syrakus die größte und mächtigste Stadt auf Sizilien. [2] Aus dieser Zeit stammen ein aus Fels gehauenes griechisches Theater, in dem 15 000 Zuschauer Platz fanden, ein römisches Amphitheater, der große Altar von Hieron II. und die von Dionysios dem Jüngeren zu Beginn des vierten Jahrhunderts v. Chr. erbaute Zitadelle. Eine weitere Sehenswürdigkeit ist der Springbrunnen von Arethusa.

Kolonisten aus dem griechischen Stadtstaat Korinth gründeten Syrakus 733 v. Chr. Die ursprüngliche Siedlung auf der Insel Ortigia weitete sich bald auf das Festland aus. 485 v. Chr. ernannte sich Gelon, Tyrann von Gela, zum Herrn über Syrakus. Gelon wurde durch seinen Sieg über die Karthager bei Himera 480 v. Chr. bekannt. Sein Nachfolger wurde sein Bruder Hieron I., der in der gesamten griechischen Welt als Gönner der Kunst gefeiert wurde. An seinem Hof hielten sich die griechischen Dichter Aischylos, Pindar, Simonides von Keos, Bakchylides und Epicharmos auf. 466 v. Chr. verwiesen die Demokraten Hierons Bruder und Nachfolger des Landes. Die nächsten Jahre herrschte in Syrakus eine demokratische Regierung. Die Feindschaft mit der Stadt Segesta führte 415 v. Chr. zu Kämpfen mit Athen, die mehr als zwei Jahre dauerten. Syrakus fügte mit Hilfe von Sparta den Athenern vernichtende Niederlagen zu, die zur Kapitulation Athens 404 v. Chr. und damit zum Ende des Peloponnesischen Krieges führten.

Die Eroberungen der Karthager in Sizilien gegen Ende des fünften Jahrhunderts v. Chr. gefährdeten Syrakus. Doch unter Dionysios dem Älteren, der 405 v. Chr. Tyrann der Stadt wurde, entwickelte sich Syrakus zur Hauptmacht auf Sizilien. Die Regierungszeiten von Dionysios dem Jüngeren und Dion waren nicht sehr stabil. Nach dem Sturz der Tyrannei und der Wiederherstellung der demokratischen Verfassung 343 v. Chr. folgte eine kurze Zeit der Ruhe. Agathokles stellte 317 v. Chr. die despotische Herrschaftsform wieder her, die auch unter Hieron II. fortgesetzt wurde.

Nach 263 v. Chr. war Hieron ein treuer Verbündeter Roms gegen die Karthager, doch nach seinem Tod 215 v. Chr. übernahm die prokarthagische Partei die Macht in der Stadt. Die Römer eroberten Syrakus 212 v. Chr., obwohl die Verteidigungsanlagen der Stadt durch Maschinen verstärkt worden waren, die der griechische Erfinder Archimedes konstruiert hatte. Unter den Römern nahm der Einfluss von Syrakus ab, doch die Stadt blieb weiterhin Hauptstadt und größte Stadt auf Sizilien. Von den Sarazenen wurde die Stadt 878 n. Chr. erobert, geplündert und niedergebrannt. In der Folgezeit zerfiel Syrakus. Die Einwohnerzahl betrug zur Jahrtausendwende etwa 124.600.


Anmerkungen und Quellen

Fußnote:

  1. Siehe z.B.: Thorwald C. Franke (Hrsg.), Autor: Gunnar Rudberg, "Atlantis and Syracuse", Übersetzung aus dem Schwedischen ("Atlantis och Syrakusai", 1917) ins Englische: Cecelia Murphy; Books on Demand, Oktober 2012; Paperback: 120 Seiten, ISBN 978-3-8482-2822-5
  2. Anmerkung: Zu solchen Vorstellungen im Kontext der Fiktionalitäts-These zum Atlantisbericht vergl. auch das Lemma: "Inspirations-Hypothesen"

Bild-Quelle:

1) KULTUR.DIEFENBACH.AT: Syrakus, unter: Das Theater (nicht mehr online)