Walter Friedrich: Feuer im Meer (Rezension)

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von Tony O’Connell

Abb. 1 Hier das Front-Cover der überarbeiteten Neuauflage von Feuer im Meer aus dem Jahr 2004

Feuer im Meer Der Santorin-Vulkan, seine Naturgeschichte und die Atlantis-Legende (Abb. 1) [1] wurde von dem Deutschen Walter Friedrich geschrieben, der als Professor für Geologie an der Universität Aarhus in Dänemark tätig war. Das Buch wurde von Alexander McBirney (1924–2019), einem amerikanischen Professor für Geologie, auch ins Englische übersetzt. [2]

Das Buch erzählt die Geschichte einer der berühmtesten Inseln der Ägäis, Santorin (Abb. 2), und betrachtet deren mögliche Verbindung mit dem noch berühmteren Atlantis. Die Insel hat im Laufe der Jahrtausende viele Namen gehabt. Für die alten Griechen war sie Calliste, später Thera, und heute eben Santorin, nach dem ursprünglich aus dem Italienischen stammenden Namen Santa Irene.

Abb. 2 Die Caldera der ägäischen Vulkaninsel Santorin, deren bronzezeitliche Eruption die mediterrane Welt erschütterte

Die Vulkaninsel Thera explodierte im zweiten Jahrtausend v. Chr. Mit einer Gewalt, die seitdem glücklicherweise nicht mehr beobachtet wurde, mit Ausnahme der Eruption von 1815 auf der indonesischen Insel Tambora. Der Thera-Ausbruch verwüstete nicht nur die Insel selbst, sondern führte wahrscheinlich auch zum Zusammenbruch der minoischen Zivilisation im nahe gelegenen Kreta. Dies wird allerdings von einigen bestritten, die den Zusammenbruch der Minoer-Kultur auf etwa 150 Jahre vor dem Ausbruch der Thera-Vulkans datieren.

Die Auswirkungen der Minoischen Eruption waren jedenfalls in weiten Teilen des östlichen Mittelmeer-Raums zu spüren, was zu Ernteausfällen und Unruhen führte. Der Ausbruch wurde mit den biblischen Plagen Ägyptens in Verbindung gebracht, aber dies ist noch immer Gegenstand von Debatten, ebenso wie das genaue Datum des Ausbruchs.

Friedrich prüft die Beweise für einen Zusammenhang von Atlantis und Thera, wobei er zu dem Schluss kommt, dass die Frage noch offen ist und durch die laufenden Ausgrabungen auf der Insel (bei Akrotiri) und im Nildelta gelöst werden kann.

Der Schwerpunkt des Buches liegt auf der Geologie der Insel. Es ist in einem sehr gut lesbaren Stil geschrieben und hervorragend illustriert. Geologen, Historiker und die breite Öffentlichkeit werden dieses Werk faszinierend finden. Es ist ein Muss für alle, die sich für die Geschichte des östlichen Mittelmeers und von Atlantis interessieren.



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Anmerkungen und Quellen

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Dieser Beitrag von Tony O’Connell (©) wurde seiner atlantologischen Online-Enzyklopädie Atlantipedia.ie entnommen, wo er am 07. Juni 2010 unter dem Titel "Fire in the Sea: The Santorini Volcano" erstveröffenlicht und nachfolgend weiter ausgebaut wurde. Übersetzung ins Deutsche und redaktionelle Bearbeitung nach dem Stand vom 03. März 2020 durch Atlantisforschung.de.

Fußnoten:

Bild-Quellen:

1) Spektrum Akademischer Verlag / Bild-Archiv Atlantisforschung.de
2) Steve Jurvetson from Menlo Park, USA / Alex. T. bei Wikimedia Commons, unter: File:The Santorini Caldera.jpg (Lizenz: Creative-Commons, „Namensnennung 2.0 generisch“, US-amerikanisch)