Die Atlantis-Theorie des Costantino Cattoi

Aus Atlantisforschung
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Forscherportrait

Abb. 1 Costantino Cattoi im Jahr 1972

(red) Zu den allgemein fast in Vergesseheit geratenen Atlantisforschern des 20. Jahrhunderts gehört auch der italienische Selfmade-Archäologe Costantino Cattoi (Abb. 1) (1894-1975) [1]. Der in Frosinone, Latium, geborene Cattoi, bei der frühen italienischen Luftwaffe bis zum Oberstleutnant aufgestiegen, gilt als Erfinder der fotographisch gestützten Kartographie. [2].

Nach seinem Ausscheiden aus dem Militärdienst wandte er sich gemeinsam mit seiner Frau Maria Domenica (geb. Mataloni) der Altertumsforschung und der Archäologie zu, wobei er sich vor allem geotechnischer Methoden zur Auffindung artifizieller Strukturen im Boden bediente. Zu den bedeutendsten Leistungen des Paares im Bereich der konventionellen Forschung gehört die 1950 erfolgte Enrdeckung sehr alter Siedlungsreste wenige Meter unter den etruskischen Ruinen bei Capena, nördlich von Rom. Nach diesem Erfolg wurde er vom Dipartimento delle Antichità di Trapani e Marsala eingeladen, sich an der Suche nach der verschollenen antiken Stadt Lylybeus zu beteiligen, die er bei Marsala (Sizilien) lokalisierte. [3]

Spätestens zu Beginn der 1950er Jahre wandte sich Costantino Cattoi immer mehr von der schulwissenschaftlichen Forschung ab und begann sich verstätkt in den Bereichen der Ufologie und alternativen Ur- und Frühgeschichtsforschung zu engagieren. So "studierten und verglichen" er, Dr. Daniel Ruzo und George Hunt Williamson gemeinsam "sehr sorgfältig die Fels-Skulpturen des Marcahuasi-Plateaus (Abb. 2) und jene des Gebiets von Ansedonia und Argentario in der südlichen Toskana, Italien. Sie entdeckten, dass an diesen Orten eine seltsame Konzentration elektromagnetischer Energie genau unter den gigantischen Stein-Figuren existiert. Außerdem stellten sie weiter fest, dass es im selben Gebiet auch eine hohe Rate von UFO-Sichtungen gibt."

Abb. 2 Eines der alten und mysteriösen Fels-Gesichter von Marcahuasi

Kurzfristiges internationales Aufsehen erregte Cattioi im Mai 1955 aufgrund einer längeren Meldung der US-amerikanischen Nachrichtenagentur Associated Press über seine Atlantisforschung, die eine ganze Reihe von Zeitschriftenartikeln nach sich zog, u.a. in The Victoria Advocate [4], The Corpus Christi Caller-Times [5], Daytona Beach Sunday News Journal (Abb. 3) [6], Utica Observer Dispatch [7] und in The Register-Guard, aber dies war nur ein kurzes mediales 'Strohfeuer'. Später (1969) findet sich im Wesentlichen nur noch eine kurze Randnotiz über ihn James Watt Mavors "Voyage to Atlantis" [8], und in den letzten Lebensjahren von Cattoi, der - soweit bisher festzustellen war - keine Buchveröffentlichungen hinterließ, wurde es sehr still um ihn. Heute erinnern nur noch einige wenige italienische Webseiten, zumeist aus dem ufologischen Spektrum, an diesen vielseitig interessierten Mann, der zweifellos zu den Mitbegründern der modernen, grenzwissenschaftlichen Vergangenheitsforschung gezählt werden darf - und als 'Il Cacciatore di Giganti' (Der Jäger der Giganten) in die Atlantologie-Geschichte einging.

Nachfolgend stellen wir eine deutschsprachige Übersetzung des Artikels über Costantino Cattois Atlantisforschung vor, der am 10. Mai 1955 in The Register-Guard aus Eugene, Oregon, erschienen ist, und dem auch einige Informattionen zur Person zu entnehmen sind.

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Legende vom Kontinent Atlantis findet Unterstützung durch italienischen Wissenschaftler

Rom, AP - Der verschollene Kontinent Atlantis hat seit Jahrhunderten die Vorstellungskraft des Menschen befeuert. Alte griechische Legenden erzählten von einem hochzivilisierten Volk, das in einem westlichen, Atlantis genannten Land lebte. Ein politisch idealer Staat blühte dort auf. Dann kam ein gewaltiges Desaster, und Atlantis verschwand. War die Legende wahr? Existierte Atlantis wirklich? Nach vierzig Jahren Studium sagt der italienische Archäologe Costatino Cattoi, die Antwort [auf diese Frage] laute 'ja'. Er meint, dass er definitive Hinweise auf den verschollenen Kontinent entdeckt hat.

Abb. 3 Der Artikel über Costantino Cattoi aus dem Sunday News Journal vom 8. Mai 1955

Cattoi stellt sich Atlantis so vor, dass es ursprünglich ein gewaltiger Landgürtel war, der sich von Asien bis nach Mittelamerika erstreckte. Nach und nach, so theoretisiert er, verschwanden Teile des Landes unter der Meeresoberfläche, bis nur noch drei große Körper übrigblieben. Diese definiert er folgendermaßen:

Lemuria, welches das heutige Indien uns Afrika miteinander verband; Atlantis, welches den größten Teil dessen bedeckte, was heute der nördliche Mittelatlantik ist, mit einem Tyrrhenia genannten Arm, der sich nach Osten bis zum heutigen Italien erstreckte; und Mu, eine gewaltige pazifische Landmasse, die von den jetzigen Hawaii-Inseln bis zu den Gesellschaftsinseln im Süden, und den Karolinen-Inseln und Marianen im Westen reichte.

ZUSAMMENGESTÜCKELT

"Dabei ist viel Speckulation", sagte Cattoi in einem Interview. "Es setzt sich zusammen aus Legenden aus vielen Jahrhunderten - der Azteken, Ägypter, Griechen. Es gibt jedoch eine bemerkenswerte Übereinstimmung der alten Überlieferungen darüber, was als nächstes geschah. Vor etwa 10.000 Jahren zerstörte ein finaler Kataklysmus Atlantis, die letzte der drei Inseln. Die alten Ägypter scheinen die Überlieferer der Nachricht gewesen zu sein. Sie wurde an Platon weitergereicht, der anschaulich darüber schrieb."

Welche Kraft zerstörte Atlantis? Dieses Geheimnis mag für immer in der Vergangenheit versiegelt sein. Platon sprach von Erdbeben. Cattoi erzählt von Legenden, welche eine Reihe von Desastern nahelegen. Er denkt, dass es möglicherweise eien Zusammenhang zwischen diesesn Geschichten und der vierzigtägigen Flut geben könne, die in der Bibel beschrieben wird.

Der italienische Archäologe hat sogar darüber spekuliert, dass die Natur irgendwie eine natürliche Atomexplosion hervorgerufen haben könnte. "Es klingt ungaublich, aber man bedenke die Kraft, die dazu nötig gewesen wäre, um einen Kontinent zu zerstören - und man erinnere sich, was mit dem Pazifik-Atoll geschah, wo die Wasserstoffbombe geteste wurde", sagt Cattoi.

HOHE AUSSCHLÄGE

"Einige der vermuteten Örtlichkeiten verschollener Städte von Atlantis habe ich mit einem Geigerzähler getestet. In einem Fall waren die Ausschläge sehr hoch."

Cattoi und seine Ehefrau, die ebenfalls Archäologin ist, meinen, dass sie in vierzigjähriger Arbeit fünf versunkene oder begrabene Städte ausgemacht haben, die zu Atlantis gehörten. Alle wurden, davon sind sie überzeugt, als Atlantis versank von der See verschlungen, oder von Landmassen überdeckt. Eine ist in der Nähe von Gibraltar, eine andere, von der Cattoi meint, es könne sich um die Hauptstadt gehandelt haben, liegt bei Ansedonia, 70 Meilen nördlich von Rom. Dort gibt es an der Küstenlinie faszinierende, unerklärte Steinfiguren.

Eine weitere ist, wie er meint, die versunkene Stadt Lylybeo [Lylybeus; d.Ü.], in der Nähe von Marsala, Sizilien, von der Cattoi sagt, er habe sie im vergangenen Jahr lokalisiert. Er beansprucht auch das Verdienst, die etruskische Stadt Capena, 20 Meilen nördlich von Rom, entdeckt zu haben. [9] "Wo auch immer Spuren versunkener oder begrabener Städte entdeckt wurden, gibt es in der Umgebung riesige, verwitterte Stein-Skulpturen, die vor Jahrtausenden von hochzivilisierten Menschen gehauen wurden", sagte Cattoi.

FOTOGRAPHISCHER BEWEIS

Er präsentierte dutzende von Fotographien, auf welchen man Abbildungen von Löwen und Drachen herauslesen kann. Cattoi ist überzeugt, dass diese geformten Felsblöcke und Wälle das Werk der Menschen von Atlantis sind. Sie portraitierten Tiere und mythische Charaktere, wie den einäugigen Riesen Cyclops. "Jahrelang sind diese behauenen Steine nur als zufällige Produkte der Natur betrachtet worden. Das stimmt nicht. Sie sind Menschenwerk", sagt der Italiener.

Wie überstanden sie die Gewalten, die einen Kontinent vernichteten? "Meine Theorie ist, dass sie die Städte als Warnung an jene umringten, welche den Staat von innen oder von außen behelligen wollten. Als die Städte ins Meer abglitten, blieben die Skulpturen dort zurück, wo heute die Küstenlinie ist. Ich habe sie auch hoch im Gebirge gefunden, wo heute unter der Erde eine Stadt vermutet wird."

UNTERWASSER-STUDIE

Abb. 4 Der mediterrane (tyrrhenische) Osten des Reiches von Atlantis nach Costantino Cattoi

Cattoi ist überzeugt, dass eine Ausgrabungs-Expedition zu den Örtlichkeiten, die er und seine Frau entdeckt haben, zu sagenhaften Entdeckungen führen würde, und auch zum definitiven Beweis dafür, dass Atlantis existiert hat. Jetzt basieren seine Theorien über unter Waaer liegende Städte auf Studien der Kustenlinien jener Skulpturen-Stätten sowie auf Relikten, die von Fischern emporgeholt wurden.

Im kommenden Momnat erwartet er, mit privater Finanzierung Unterwasser-Kameras einsetzen zu können, um Cosa zu studieren, die unter die Wellen versunkene Stadt bei Orbetello. Auch wird ein Film gemacht werden über die Küsten Skulpturen von Italien und Sizilien. Cattois Ziel ist, auf Basis des Films weitere Finanzierung für die bevorstehenden Untersuchungen zu gewinnen. Eines Tages würde er gerne eine ausgeklügelte Expedition einchließlich Tauchern und Sonar zur Meeresboden-Kartierung sowie womöglich Unterwasser-Television leiten.

PENSIONIERTER OBERST

Cattoi ist ein pensionierter Oberst der italienischen Luftwaffe, einer der höchstdekorierten Italiener. Sein Interesse an Archäologie begann im I. Weltkrieg, als er auf dem Gipfel einer Bergspitze an der italienisch-österreichichen Front einen riesigen behauenen Stein-Kopf entdeckte. Auf seinem neuen Interessengebiet fand er 1923 öffentliche Beachtung, als der 36. Italienische Geologische Kongress eine glühende Hommage an seine Arbeit von Gabriele d'Annunzio hörte, Italiens schneidigem Soldaten-Dichter. d'Annunzio pries Cattois pioniermäßige Nutzung des Flugzeugs für die archäologische Forschung.

Seine Frau lernte der kleine, engagierte Italiener 1829 kennen, als er Forschungen in Mittelitalien durchführte. Seiher haben sie zusammengearbeitet und er schreibt ihr das Verdienst zu, ihn zu vielen Funden geleitet zu haben. Seine Reisen haben ihn quer durch Europa und in die Vereinigten Staaten geführt. Die Lateinische Akademie der Wissenschaften und Künste, eine private Organisation in Rom, hat ihn unlängst zum Klassendirektor für das Studium von Atlantis ernannt. [10]


Anmerkungen und Quellen

Fußnoten:

  1. Quelle: Maurizio Martinelli, "Costantino Cattoi (1894-1975)", bei: duepassinelmistero.com (abgerufen: 07.07.2014)
  2. Quelle: ebd.
  3. Quellen: Maurizio Martinelli', op. cit.; sowie: Ders., "George Hunt Williamson - Michael D’Obrenovic - The herald of the encounter among Father and Sons", bei: duepassinelmistero.com, Sept. 2009 (abgerufen: 07.07.2014)
  4. Siehe z.B: Frank Brutto, "Scientists Backs Legend", in: The Victoria Advocate, So., 8. Mai 1855 (Quelle)
  5. Siehe: o.A., "Clues To Lost Atlantis Are Believed Uncovered", in: The Corpus Christi Caller-Times, 8. Mai 1955
  6. Siehe: o.A., "Says Atlantis Really Did Exist", in: Daytona Beach Sunday News Journa, 8. Mai 1955 (Quelle)
  7. Siehe: o.A., "Archeologist Says Atlantis Really Existed" (online als PDF-Datei), in: Utica Observer Dispatch, 8. Mai 1955
  8. Siehe: James Watt Mavor, "Voyage to Atlantis: The Discovery of a Legendary Land", Inner Traditions / Bear & Co, 01.06.1996, S. 38 (Originalausgabe 1969)
  9. Anmerkung d.Ü.: Hier scheint die Berichterstattung bei AP nicht ganz zutreffend zu sein. Vergl. die entsprechenden Informationen oben im Forscherportrait.
  10. Quelle: o.A., "Continent of Atlantis Legend Supported by Italian Scientist, in: The Register-Guard, 10. Mai 1955; nach: Google News Newspaper Archive, unter: Eugene Register-Guard - May 10, 1955 (abgerufen: 10.07.2014; Übersetzung ins Deutsche durch atlantisforschung.de)

Bild-Quellen:

1) Centro Recheerche Prato (CRP), unter: Lettera di Gabriele D'annunzio
2) Yurileveratto bei Wikimedia Commons, unter: File:La Fortaleza, Marcahuasi.jpg
3) Google News Newspaper Archive, unter: The Sunday News Journal - May 8, 1955 (Bild-Bearbeitung durch Atlantisforschung.de)
4) Fortunadrago.it - Sito sulla Scienza di Confine (Frontier Science) "Il vuoto assoluto non esiste!", unter: Costantino Cattoi - Il Cacciatore di Giganti (Bild-Bearbeitung durch Atlantisforschung.de)