Alfred E. Schmeck

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Forscher- und Autorenportrait

Abb. 1 Das Frontcover von Alfred E. Schmecks Atlantisbuch

(red) Alfred E. Schmeck ist ein seit 1997 im Ruhestand befindlicher Ingenieur, der im Jahr 2003 mit seinem Buch "Atlantis – Platons Idealstaat" [1] (Abb. 1) einen Beitrag zum atlantologischen Diskurs leistete. In seiner - nur knapp 80 Seiten umfassenden - Abhandlung erweist Schmeck sich als Anhänger der Fiktionalitäts-These, wobei er die (keineswegs neue) Inspirations-Hypothese zugrundelegt, Platon habe bei seiner vermeintlichen Erfindung von Atlantis Ereignisse sowie Örtlichkeiten auf Sizilien verarbeitet. Seine markante Beschreibung der Metropolis des Atlanter-Reiches sei tatsächlich eine idealisierte Darstellung von Syrakus.

Thorwald C. Franke, in dessen Atlantis-Betrachtungen Sizilien ebenfalls eine zentrale Rolle spielt [2], präsentierte 2004 eine überwiegend negativ ausgefallene Rezension von "Atlantis – Platons Idealstaat". Das Fazit von Frankes Buchbesprechung lautet: "Alfred E. Schmeck kommt das Verdienst zu, sich eines äußerst vernünftigen Ansatzes zur Lösung der Atlantis-Frage angenommen zu haben. [3] Fernab von aller esoterischen Schwärmerei, durch die die Frage nach Atlantis missbraucht und diskreditiert wird, bewegt sich Schmeck auf dem Boden nachprüfbarer Tatsachenbehauptungen. Alle seine Thesen können rational diskutiert werden. In bezug auf die konkret vorgetragene These hat Schmeck zudem einige gute Ideen entwickelt.

Abb. 2 Eine von Alfred E. Schmeck gezeichnete und in seinem Buch präsentierte 'Weltkarte' der Zeit Platons

Leider jedoch überwiegen bei Schmeck die Fehler und Irrtümer bei weitem, die aus viel zu schnellen Schlüssen und schlechter Quellenarbeit herrühren. Die Ausführung des guten Grundansatzes ist damit leider misslungen. Schmecks kleine Abhandlung wäre ein gutes Diskussionspapier geworden, aber als fertige Theorie, wie es sich darstellt, ist es ein Fehlschlag.

Außerdem hat Alfred E. Schmeck es versäumt, sich um die Vorgänger in der Verfechtung seiner These zu kümmern. Er nennt sie noch nicht einmal, so dass der Eindruck entstehen könnte, Schmeck sei der erste, der diesen Lösungsansatz präsentiert. Ein konkretes Beispiel für einen Vorläufer aus jüngerer Zeit wäre Bernard Suzanne, der die These von der durch die platonischen Sizilien-Erlebnisse inspirierten Erfindung von Atlantis schon Januar 1998 im Internet präsentierte. [4] Weitere Teilideen finden sich z.B. bei Thorwald C. Franke, der seine Hypothese, dass Sizilien und Atlantis – allerdings ohne die Annahme einer Erfindung Platons – identisch seien, im Februar 2000 erstmals im Internet veröffentlichte. [5] Es ist über diese Beispiele hinaus davon auszugehen, dass die These wesentlich frühere Vorläufer hatte." [6]


Anmerungn und Quellen

Fußnoten:

  1. Siehe: Alfred E. Schmeck, "Atlantis – Platons Idealstaat" (TB), R.G. Fischer, 2003 - ISBN-10: 3830104685 - ISBN-13: 978-3830104681
  2. Siehe dazu z.B.: Thorwald C. Franke, "Hypothese: Lag Atlantis auf Sizilien?" bei Atlantisforschung.de
  3. Red. Anmerkung: Hierzu darf man wohl auch anderer Meinung sein als der Rezensent.
  4. Fußnote bei Franke: Bernard Suzanne (1998), Plato and his dialogues – Seite „Atlas“ (abgerufen: 4. Jan. 2017; die Red.)
  5. Fußnote bei Franke: Franke, Thorwald C. (2000), Thorwald’s Atlantis-Seiten – Seite „Meine Hypothese“ (nicht mehr online; die Red.)
  6. Quelle: Thorwald C. Franke, "Schmeck: Atlantis – Platons Idealstaat" 3. Januar 2004, bei Mysteria3000 (abgerufen: 4. Jan. 2017)

Bild-Quellen:

1) Tony O’Connell, "Schmeck, Alfred E. (m)", 11. Juni 2010, bei Atlantipedia.ie (Bild-Bearbeitung durch Atlantisforschung.de)
2) Alfred E. Schmeck (2003); nach: Thorwald C. Franke, op. cit. (2004)