Atlantis in der Bretagne - Betrachtungen zur Theorie des Helmut Tributsch

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Einleitung: H. Tributsch als Atlantisforscher

Abb. 1 Die Domänen des megalithischen Europa: nach Helmut Tributsch die zehn Königreiche aus Platons Atlantisbericht

(bb) 1986 veröffentlichte Helmut Tributsch, Professor für Physikalische Chemie an der Freien Universität Berlin (inzwischen emeritiert) und vormals leitender Wissenschaftler am Hahn-Meitner-Institut, sein Buch "Die gläsernen Türme von Atlantis", in dem er das legendäre Vorzeit-Reich Platons mit der west-europäischen Megalithkultur gleichsetzt, und als dessen Metropole er die Ruinen von Gavrinis im heutigen Golf von Morbihan identifiziert. Damit wurde Tributsch (geb. 1943) zu einem der ersten - schulwissenschaftlich orientierten - Vertreter der modernen 'Megalith-Atlantologie' (siehe: 'Mittelzeitler'). Diese Atlantisforscher bringen den klassischen Atlantisbericht mit den mysteriösen Megalith-Baumeistern in Verbindung, die vor mehr als fünf Jahrtausenden ihre Großstein-Komplexe entlang der westeuropäischen Atlantikküsten errichteten.

Über den Autor der "Gläsernen Türme..." erfahren wir im Klappentext: "Seit seinem Studium in München arbeitete der Autor mehr als acht Jahre an ausländischen Institutionen. Stationen seiner Laufbahn waren Kalifornien (Berkeley), Chile, Peru, Bolivien, Japan und Frankreich. 1985/86 lehrte er als Gastprofessor an der Stanford-Universität. Er hat ca. hundert Fachpublikationen veröffentlicht, die meisten davon auf seinem Hauptarbeitsgebiet, den Mechanismen der solaren und biologischen Energieumwandlung.

Außerdem schrieb er fünf Bücher (in sechs Sprachen erschienen), die allgemeine Sachthemen behandeln. Seine bevorzugten Interessen gelten den Zukunftsperspektiven der Welt sowie Naturphänomenen (Erdbeben, Luftspiegelungen) mit ihrer Wirkung auf die Entwicklung menschlicher Vorstellungen. Für diese letzteren Forschungen wurde der Autor vom Explorer´s Club (New York) zum Mitglied gewählt". [1]

Prof. Tributschs Atlantistheorie fußt, wie man es bei einem hochkarätigen Wissenschaftler wie ihm voraussetzen darf, auf dem Stand 'wissenschaftlicher Erkenntnis' seiner Zeit. An keiner Stelle seines 319 Seiten starken Werks verliert der ansonsten durchaus phantasiebegabte [2] Autor die 'paradigmatische Bodenhaftung', auch wenn einige seiner Thesen aus einem konservativ-historischen Blickwinkel heraus seinerzeit provokativ und beinahe revolutionär wirken mussten.

So sieht H. Tributsch beispielsweise - ex occdente lux - die westeuropäische Megalithkultur als "wahre Urzivilisation der alten Welt" an. Dabei ist er alles andere als ein Alternativ-Historiker, sondern sein Verständnis menschlicher Ur- und Frühgeschichte entspricht weitestgehend den Vorstellungen des erd- und menschheitsgeschichtlichen Mainstreams.


Fortsetzung:

Tributschs Atlantida-Exegese (bb)

Die gläsernen Türme - eine Atlantis-Fata-Morgana? (bb)

Zur Atlantis-Lokalisierung auf Gavrinis (bb)

Atlantologische Schlussbetrachtung (bb)


Anmerkungen und Quellen

  1. Helmut Tributsch, "Die gläsernen Türme von Atlantis - Erinnerungen an Megalith-Europa", Frankfurt am Main (Ullstein), 1986
  2. Anmerkung: Integriert in Tributschs Sachbuch findet sich zu Beginn ein 76 Seiten umfassender, durchaus gelungener, Kurzroman gleichen Titels, den man als 'Historic-Fantasy' klassifizieren könnte. In Tributschs eigenen Worten (op. cit., S. 137) heißt es dazu: "Die romanhafte Erzählung [...] beschreibt einen jungen Priesterschüler, der im 6. Jh. v. Chr. in Ägypten lebte und zur Suche nach Spuren des verschollenen Atlantischen Reiches aufbrach. Im Altertum glaubte man ja noch zu wissen, daß die Bewohner der Atlantikküste Erinnerungen an die Könige, das Leben und die Religion von Atlantis bewahrten. In dieser Erzählung haben wir versucht, die innere Kraft und die Seelenstimmung zu ergründen, die es zuwege gebracht hat, das gewaltige Megalithreich zweieinhalb Jahrtausende lang mit friedlichen Mitteln zusammenzuhalten."

Bild-Quelle

(1) Helmut Tributsch, Die gläsernen Türme von Atlantis, 1986