Helmut Tributsch

Aus Atlantisforschung
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Forscher- und Autorenportrait

(red) Der deutsche Naturwissenschaftler Dr. Helmut Tributsch (Abb. 1) (* 1943 in San Leopoldo Laglesie im Friaul) war von 1982 bis 2008 als Professor für Physikalische Chemie an der Freien Universität Berlin tätig. In atlantologischer Hinsicht erwarb er sich Meriten durch die Veröffentlichung seines 1986 erschienenen Buches "Die gläsernen Türme von Atlantis". [1] Mit diesem Werk profilierte er sich als Pionier jener modernen Richtung der Atlantisforschung, deren Anhänger Platons Atlantisbericht mit dem jungsteinzeitlichen Kulturkomplex der atlanto-europäischen Megalithiker in Verbindung bringen. [2]

Vita

Nachdem Helmut Tributsch 1961 in Villach, Kärnten, seine Matura erlangt hatte, studierte er von 1961 bis 1967 an der Technischen Universität München, wo er 1968 zum Dr. rer. nat. promovierte. 1969 erhielt er für seine Dissertation [3] den Robert-Luther-Preis der Deutschen Gesellschaft für Photographie. [4]

Abb. 1 Prof. i.R. Helmut Tributsch

In der Folge war H. Tributsch an einer Reihe bedeutender Forschungseinrichtungen - z.B. der University of California, Berkeley (1969–1971), der Universidad de Chile (1972–1973), dem Fritz-Haber-Institut der Max-Planck-Gesellschaft (1974–1978) und dem Centre national de la recherche scientifique (1980–1981) - tätig, bevor er 1982 einen Lehrstuhl für Physikalische Chemie an der Freien Universität Berlin übernahm.

In den Jahren 1985 und 1986 lehrte er als Gastprofessor an der Stanford University. Bis zum September 2008 fungierte Helmut Tributsch als Leiter der Abteilung Solare Energetik am Hahn-Meitner-Institut (heute: Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie). 2008 ging er mit seiner Emeritierung in den Ruhestand.


Fachwissenschaftliche Tätigkeit

Helmut Tributschs naturwissenschaftliche Interessen-, Studien- und Forschungsschwerpunkte sind sowohl auf den Gebieten der klassischen Fachwissenschaften Chemie, Physik und Biologie als auch im Bereich moderner Kombinationen dieser Fächer in Form von Interdisziplinen wie Biochemie, Biophysik und Bionik angesiedelt.

Abb. 2 Das Frontcover von Helmut Tributschs Atlantisbuch aus dem Jahr 1986

Unter Verweis auf die „genialen Ingenieurleistungen der Natur“ und ihre natürlichen Kreisläufe arbeitet Tributsch an Ideen zu abfallfreien Produktions-Kreisläufen in der Industrie, mit Forschungs-Schwerpunkt solarbetriebene Anlagen und Energiespeicher. Nach dem schweren Erdbeben 1976 im Friaul, bei dem auch sein Geburtshaus zerstört wurde, begann er zudem mit Forschungen zum Verhalten von Tieren vor derartigen Naturkatastrophen und der möglicher Nutzung seiner Beobachtung zur Erdbebenvorhersage.


Atlantisforschung

Mit seinem Buch ""Die gläsernen Türme von Atlantis" (Abb. 2) wagte sich Helmut Tributsch 1986 in die Sphären der Atlantologie vor, einem Forschungsgebiet, um das die meisten Berufswissenschaftler nach wie vor einen großen Bogen machen, da es akademischer Reputation und Karriere keineswegs förderlich ist, Platons Atlantisbericht nicht, wie es die gängige Lehrmeinung der Klassischen Philologen und Historiker fordert, als Platonischen Mythos einzuordnen.

Glücklicher Weise hat H. Tributsch sich von den entsprechenden Vorurteilen und Zwängen innerhalb der scientific community nicht abschrecken lassen, und mit seinem Buch - zumindest was den deutschsprachigen Raum betrifft - atlantologische Pionier-Arbeit geleistet. Dies betrifft insbesondere seine Identifikation des Atlanter-Reiches mit dem megalithischen Kultur-Komplex des jungsteinzeitlichen atlantischen sowie atlanto-mediterranen Europa und Nordafrika. Bemerkenswert sind zudem Tributschs Überlegungen zum Atlas-Mythos im Zusammenhang mit dem von ihm untersuchten Fata Morgana-Phänomen [5], und - wenn auch vor allem exemplarisch zur Diskussion lokalisierungs-theoretischer Probleme in der Atlantisforschung - seine Verortung der Metropolis von Atlantis bei Gavrinis im heutigen Golf von Morbihan. Siehe dazu den ausführlichen Hauptartikel:


H. Tributschs Homepage


Publikationen (Auswahl)

  • Eine elektrochemische Methode zum Studium der spektralen Sensibilisierung und heterogener photochemischer Reaktionen an ZnO-Elektroden. Dissertation. München 1968.
Abb. 3 Das Frontcover von H. Tributschs Buch zum Phänomen der Fata Morgana in den Mythen
  • Wie das Leben leben lernte. Physikalische Technik in der Natur. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 1976, ISBN 3-421-02694-7.
  • Wenn die Schlangen erwachen. Mysteriöse Erdbebenvorzeichen. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 1978, ISBN 3-421-02711-0.
  • Rückkehr zur Sonne. Wasserstoff, die Energie unserer Zukunft. Safari, Berlin 1979, ISBN 3-7934-1604-6.
  • Das Rätsel der Götter. Fata Morgana. Ullstein, Frankfurt am Main, Berlin 1983, ISBN 3-550-07034-9.
  • Die gläsernen Türme von Atlantis. Erinnerungen an Megalith-Europa. Ullstein, Frankfurt am Main, Berlin 1986, ISBN 3-548-34334-1.
  • Als die Berge noch Flügel hatten. Die Fata Morgana in alten Kulturen, Mythen und Religionen. Ullstein, Berlin, Frankfurt am Main 1996, ISBN 3-550-06932-4.
  • Verpacktes Leben – verpackte Technik. Bionik der Verpackung. Wiley-VCH, Weinheim 2002, ISBN 3-527-30443-6.
  • Erde, wohin gehst du? Solare Bionik-Strategie: Energie-Zukunft nach dem Vorbild der Natur. Shaker Media, Aachen 2008, ISBN 978-3-86858-044-0.
  • Energie, Zeit und Bewusstsein. Die Welt wie ein Fluss ohne Wiederkehr. Shaker Media, Aachen 2008, ISBN 978-3-86858-124-9.


Anmerkungen und Quellen

Dieser Beitrag basiert auf dem Lemma "Helmut Tributsch" bei Wikipedia - Die freie Enzyklopädie (Stand: 17. April 2015). Redaktionelle Weiterbearbeitung durch Atlantisforschung.de.

Fußnoten:

  1. Siehe: Helmut Tributsch, "Die gläsernen Türme von Atlantis - Erinnerungen an Megalith-Europa", Ullstein, 1986
  2. Anmerkung: Vergl. zu dieser atlantologischen Strömung, Richtung oder 'Schule' das Lemma: "Mittelzeitler".
  3. Siehe: Helmut Tributsch: "Eine elektrochemische Methode zum Studium der spektralen Sensibilisierung und heterogener photochemischer Reaktionen an ZnO-Elektroden", München, 1968
  4. Siehe: Website der Deutschen Gesellschaft für Photographie, unter: Robert-Luther-Preis (abgerufen: 17. April 2015)
  5. Anmerkung: In dieser Hinsicht stellt "Die gläsernen Türme von Atlantis" eine Folgepublikation zu seinem 1983 erschienenen Werk "Das Rätsel der Götter. Fata Morgana" (Abb. 3) dar, in dem er die Fata Morgana-Problematik in mythologischem Kontext bereits ausführlich behandelt hatte.

Bild-Quellen:

1) Tony O’Connell, "Tributsch, Helmut", bei Atlantipedia.ie
2) Ullstein Verlag / Bild-Archiv Atlantisforschung.de
3) Ullstein Verlag / Bild-Archiv Atlantisforschung.de