Bill Napier - Eine Wiederannäherung

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Johán B. Kloosterman: Ein katastrohistisches Manifest (IV)

Abb. 1 Der Durchbruch von Richard Firestone et al. in Bezug auf die Beweisführung hinsichtlich eines massiven Impakts während des jüngeren Dryas ist für die Impaktgeologie (und den Neokatastrophismus insgesamt) von vermutlich noch weitreichenderer Bedeutung als der 1980 erfolgte Nachweis des Endkreide-Einschlags.

Der Durchbruch von Richard Firestone und Allen West im Jahr 2005 [1] in der Impaktgeologie ist weitreichender als der K-T-Durchbruch von 1980 [2], denn der Schaden, welcher der Biosphäre im späten Pleistozän zugefügt wurde, betraf auch die Menschheit. Er bringt die nordamerikanische Schule des Katastrophismus (wiederholte Schläge während der Erdgeschichte) und die britische Schule von Victor Clube und William Napier (wiederholte Schläge während der menschlichen Vorgeschichte und Geschichte) zusammen [3], [also] Forscher, die sich innerhalb der Halley-Whiston-Tradition bewegen, welche, wie der Uniformitarismus, um 1700 begann. Was in der, auf der Extrapolation von Weltraumzeitdaten [4] basierenden, Clube-Napier-Schule fehlte, liefern jetzt die Befunde von Firestone und West, also geologische Feld- und Labordaten.

Der heutige Durchbruch wird auch damit beginnen, eine Annäherung hinsichtlich eines Schismas zu erbringen, das seit dem Ende der Romantik um 1860 besteht - dem größten Kultursturz im Westen, seit das Christentum die geistige und religiöse Freiheit in der römischen und hellenistischen Welt brutal unterdrückte. Bei diesem Schisma prallten - manchmal sehr heftig - die akademische Geologie (sowie die Biologie, Archäologie, Geschichte, Mythologie) und der sogenannte, vom uniformistischen Establishment marginalisierte, "verrückte Rand" [5] - Atlantologen, Vertreter der Polverschiebungs-Annahme [6], Velikovskianer, Theosophen usw. - aufeinander.

Vielleicht werden die Entdeckungen von 2005 den "verrückten Rand" veranlassen, kritischer zu denken. Und vielleicht werden sie die akademischen Geologen veranlassen, [überhaupt] zu denken. Dann können wir uns auf den nächsten Durchbruch in weniger als einem Vierteljahrhundert freuen.




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Anmerkungen und Quellen

Fußnoten:

  1. Siehe dazu: Richard Firestone, Allen West und Simon Warwick-Smith, "The Cycle of Cosmic Catastrophes: How a Stone-Age Comet Changed the Course of World Culture", Simon and Schuster, 2006
  2. Siehe: L. W. Alvarez, W. Alvarez, F. Asaro und H. V. Michel: "Extraterrestrial Cause for the Cretaceous-Tertiary Extinction", in: Science, 208, Juni 1980, S. 1095–1108 (online als PDF-Datei; abgerufen: 7. Dez. 2017)
  3. Red. Anmerkung: Mit anderen Worten könnte man hier auch von einer Annäherung paläokatastrophistischer und cenokatastrophistischer Positionen sprechen.
  4. Im Original: "space-age-data"; d.Ü.
  5. Im Original: "lunatic fringe"; d. Ü.
  6. Im Original: "pole-shifters"; d.Ü.

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