Das Ringmulden-Motiv in Europa und Amerika

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von William R. Corliss (1988)

Abb. 1 Mehrere typische megalithische Ringmuster in England. (Zeichnung aus: Ancient Man)

Die Ausgabe der Occasional Papers der Epigraphic Society für das Jahr 1988 liegen vor. Wie üblich, ist sie randvoll mit alten Symbolen, Motiven, und Schriften, von denen viele aus 'anomalen' Zeiten und/oder Orten stammen. R.W.B. Morris, eine Autorität im Bereich prähistorischer Felskunst, hat einen Artikel [1] beigesteuert, in dem er das Ringmulden-Motiv [orig.: "cup-and-ring motif"; d.Ü.], wie es in Großbritannien gefunden wird, mit jenem vergleicht, das in Nordamerika zu finden ist. Da dieses stereotype Motiv Felsen aller Kontinente, abgesehen von Antarktika, schmückt, und da die Blütezeit der Ringmulden-Gravierungen 3-5 Jahrtausende her ist, legt dieses einzigartige Design die weltweite Diffusion von Kultur vor Tausenden von Jahren nahe.

Eine Ringmulden-Gravierung besteht aus einer Aushöhlung oder Mulde [orig.: "cup"; d.Ü.], irgendwo zwischen 4 und 30 Inches im Durchmesser, umgeben von zwischen einem und neun Ringen. [2] Die Ringe können eingeschnitten sein, mit einer schmalen Furche, die von außen durch die Einschnitte verläuft. (Abb. 1) Ringmulden-Bilder wurden an mehr als 700 Stellen in Großbritannien entdeckt. Die meisten datieren zwischen 2200 und 1600 v. Chr.

In den Vereinigten Staaten ist das Ringmulden-Motiv weitaus seltener. Ein paar sind in Alabama, Kalifornien, Georgia, Hawaii, Texas und zweifellos auch in anderen Staaten bekannt geworden. Im Kontrast zu den britischen 'Ringmulden' sind die amerikanischen ohne Aussparung [3], doch ansonsten kaum zu unterscheiden.

Was ist die Bedeutung des Motivs? Natürlich kann das niemand mit Sicherheit sagen. In Britannien liegen viele nahe bei Stätten der Kupfer- und Gold-Verarbeitung. Andere stehen in Verbindung mit Begräbnis-Stätten und astronomischen Strukturen. Einige europäische Archäologen denken, dass sie die Sonne oder einen Sonnengott darstellen. Für den Anomalisten weisen die Ringmulden auf eine alte weltweite Kultur hin, die ihre Signatur fast überall auf Felsen hinterlassen hat.


Anmerkungen und Quellen

Dieser Beitrag von William R. Corliss © erschien erstmalig unter dem Titel "THE CUP-AND-RING MOTIV IN AMERICA" bei Science Frontiers, Nr. 62, März / April 1989; a Übersetzung ins Deutsche und redaktionelle Bearbeitung durch Atlantisforschung.de nach http://www.science-frontiers.com/sf062/sf062a01.htm

  1. Siehe: Morris, Ronald W.B.; "The Cup-and-Ring Motif in the Rock Art of the British Isles and in America", Occasional Papers, Epigraphic Society, 17:19, 1988
  2. Red. Anmerkung: Aus atlantologischer Sicht ist das Ringmulden-Motiv in der Felskunst hoch interessant. Es stellt offenbar ein komplementäres Phänomen zu den vielen großen Strukturen aus dem Neolithikum und der Bronzezeit dar, die an zahlreichen Orten Europas, Nordafrikas und des Orients zu finden sind. All diese Strukturen verfügen über ein Zentrum, das von mehrfachen Ringen umgeben ist, die durch einen geraden "Stichkanal" unterbrochen werden, der zur Mitte hin verläuft. Die Übereinstimmung dieses Modells mit dem "Stadtplan" der Metropolis von Atlantis, den Platon uns hinterlassen hat (Kritias 108e-109a und 113b-121c) ist durchaus augenfällig. Daher sind für Atlantisforscher Überlegungen in zwei Richtungen naheliegend: 1) Platon konzipierte eine fiktive Atlanter-Hauptstadt nach diesem Grund-Muster; 2) Er bezog sich bei seiner Schilderung auf ein historisches Vorbild, das nach diesem Muster konzipiert war.
  3. Anmerkung d. Übersetzers: Im Original heißt es hier "upgapped", aber ich setze in diesem Fall einen Tippfehler voraus. Vermutlich sollte es "ungapped" heißen (also etwa: "nicht mit einer Lücke versehen" oder - wie oben - "ohne eine Aussparung"; bb)


Bild-Quelle

(1) http://www.science-frontiers.com/sf062/sf062a01.htm