Riesenfunde - in Kalifornien

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Abb. 1 Auch der Staat Kalifornien im Westen der USA hat für Rieenforscher Einiges zu bieten.

(bb) Beginnen wollen wir unsere Beschau historischer Meldungen zur Entdeckung von Relikten nordamerikanischer Riesen in Kalifornien (Abb. 1) mit einem Objekt, das lange Zeit als besonders prominenter Beweis für die Giganten-These präsentiert wurde - und auch heute noch auf vielen Webseiten als solcher dargestellt wird [1], obwohl bereits 1996 mittels einer computertomographischen Untersuchung festgestellt wurde, dass es sich bei diesem Spezimen um eine Mumien-Fälschung aus dem 19. Jahrhundert handelt. [2] Da es sich bei diesen angeblichen Mumien aber immerhin um ein veritables Stück 'Gigantologie-Geschichte' handelt, das sehr schön die Irrtums-Anfälligkeit von Forschung- sei sie nun schul- oder grenzwissenschaftlicher Natur - dokumentiert, hier nachfolgen zunächt ein kurzer Exkurs zu dieser 'Pappkameradin' und ihrem 'Kind'.

Abb. 2 Die gefälschten Martindale- Mumien, die angeblich im Jahr 1891 im kalifornischen Yosemite Valley entdeckt worden sein sollen. (Das rechte Bild ist spiegelverkehrt.)

Bei ripleysorlando.com fand sich z.B. noch zu Beginn des Millenniums eine der wenigen Fotographien der 'Mumien' (Abb. 2) mit folgendem Begleittext: "Die hier abgebildeten Martindale-Mumien wurden von Ripley's im Februar 1998 von Dr. Larry Cartmell erworben. Die Mumien von Mutter und Kind wurden 1891 im Yosemite Valley, Kalifornien entdeckt und erstmals 1899 in Scranton, Kansas, ausgestellt. Der Ursprung der >Martindale Mummies< bleibt ein Rätsel. Mit einer unglaublichen Größe von 6 Fuß und 8 Inch [ca. 2 m; d.Ü.] ist die Mutter die größte weibliche Mumie, die jemals entdeckt wurde!" [3]

Da besagter Dr. Cartmell allerdings bereits 1996 mittels CT nachgewiesen hatte, dass es sich bei diesem Spezimen um eine mit Eisennägeln gespickte Fälschung handelt und dies beim Verkauf der Mumie wohl kaum verschwiegen hat, muss man schon den Kopf schütteln und die Frage stellen, warum man bei Ripley's dieses Faktum unterschlug, obwohl sich dieses Kunstprodukt sicher auch bestens als 'berühmteste Mumienfälschung der Welt' hätte vermarkten lassen. Immerhin haben die 'Martindale-Mumien', die ca. 100 Jahre lang über unzählige Jahrmärkte und Ausstellungen getingelt sind, heute tatsächlich einen historischen Wert als wohl einziges erhalten gebliebenes, prominentes Produkt des Mumienfälscher-Handwerks im späten 19. Jahrhundert - und einen ganz besonderen, charismatischen Charme! [4]

Abb. 3 Weitere historische Aufnahmen der vermeintlichen Martindale-Mumien
Abb. 4 Die Position des Alameda County, wo 1916 die Überreste eines 2,44 m großen Riesen entdeckt worden sein sollen

Und diese Feststellung bringt uns zurück zu unserem Kernthema, dem Phänomen der vorzeitlichen Riesen, das nach wie vor vom fachwissenschaftlichen Mainstream ignoriert wird, obwohl die vormalige Existenz dieser Giganten inzwischen hinlänglich belegt sein dürfte. Was Kalifornien betrifft, gehört zu diesen Belegen, die zumindest Indiziencharakter aufweisen, auch die folgende Fundmeldung aus dem Alameda County (Abb. 4), die am 23. Dez. 1916 in der Zeitung The Pittsburgh Press erschien [5]:

"Oakland, Cal. - Dec. 23. Ein Skelett, welches man für dasjenige eines Indianer-Häuptlings hält, wurde von Arbeitern entdeckt, die auf der Frank Wallace Ranch, anderthalb Meilen westlich von San Leandro, nach Kies gruben. Die Knochen wurden von Deputy Coroner Robert Morgan in Verwahrung genommen, der erklärt, es sei der Große des Oberschenkelknochen zufolge evident, dass das Skelett dasjenige eines mindestens acht Fuß [ca. 2,44 m.; d.Ü.] großen Mannes ist. Das Skelett soll der anthropologischen Fakultät der Universität übersandt werden." [6]

Abb. 5 NASA-Aufnahme der Insel San Clemente vor der Küste Kaliforniens

Auch auf der kleinen, Anfang des 20. Jahrhunderts vorwiegend für Schaf- und Ziegenzucht genutzen Insel San Clemente (Abb. 5) vor der Küste Kaliforniens fanden sich offenbar Relikte der alten kalifornischen Riesen. In einem Artikel der Zeitschrift The Columbus Journal vom 22. Juli 1908, der sich mit einem Besuch eines Tierschutz-Beauftragten namens Mr. Zimmer auf der Insel befasst, findet sich eine entsprechende Randnotiz:

"Die Struktur der Insel ähnelt sehr dem 'Rolling Country' von St. Pedro. Man nimmt an, dass sie einst ein Gräberfeld riesiger Indianer gewesen ist, welche diese Küste in früher Zeit bewohnten. Mr. Zimmer sagt, dass einem 500 oder 600 Quadratfuß großen Platz eine Anzahl von Schädeln der ursprünglichen eingeborenen Söhne [des Landes] entnommen wurden. Dem Anschein nach wurden die Riesen in Reihen begraben. [7]

200pxAbb. 6 Die Fundmeldung aus dem East Oregonian vom 10. August 1912

Vier Jahre später meldete auch der East Oregonian einen Fund aus der kalifornischen Küstenregion, wobei diesmal nähere Angaben zum Finder und den Fundumständen zu finden sind. "Sieben Fuß und vier Inches [ca. 2,23 m; d.Ü.] war die Größe des Angehörigen einer ausgestorbenen Rasse, dessen Knochen von einem kalifornischen Wissenschaftler ausgegraben wurden". So lautet die Schlagzeile des Artikels (Abb. 6), der am 8. Mai 1912 erschien und folgenden Inhalt hat:

"San Francisco, Kalifornien - Vor bis zu 300 Jahren bewohnte eine riesenhafte Rasse von Indianern die Küstenregionen Kaliforniens. Überreste von ihnen sind auf den Inseln im Santa-Barbara-Kanal entdeckt worden. William Altmann, Assistenzkurator des Golden Gate Park Memorial Museums gebührt die Ehre der Entdeckung eines der größten und am besten erhaltenen Skelette dieses ausgestorbenen Stammes.

Altmann nutzte seine Ferien zur Ausgrabung einer alten indianischeen Begräbnisstätte im Baumgarten von Thomas S. Dunne, zwei Meilen entfernt von Concord im Contra Costa County. Das riesige Skelett wurde 10 Fuß unter der Oberfläche gefunden, und um es herum war eine große Anzahl von Mörsern und Stößeln, Amulett-Steine und Pfeilspitzen aus Obsidian.

Abb. 7 Francisco Xavier Clavijero berichtete 1780 über Riesen in Mexiko und Kalifornien.

Das Skelett ist bisher noch nicht montiert worden, aber die Knochen wurden auf einem Tisch im Büro des Kurators zusammengefügt und in einer private Ausstellung vorgelegt. Die Knochen befinden sich in einem guten Erhaltungs-Zustand, sind hart und stabil, wenn auch braun aufgrund ihres Alters. Zwei oder drei Vertebrae fehlen, und der Schädel ist in drei Teile zerbrochen. Das Skelett misst 7 Fuß und vier Inches [ca. 2,23 m; d.Ü.]. Die Tibia ist siebzehn Inches [ca. 0.43 m; d.Ü.] lang." [8]

Die bisher älteste bekannte Riesen-Fundmeldung aus Kalifornien stammt übrigens aus jener Zeit, als der heutige US-Bundesstaat noch zum Vizekönigreich Neuspanien ("Virreinato de Nueva España") gehörte. Damals berichtete der Historiker Francisco Javier Clavijero (Abb. 7) in seiner Historia Antigua de México (1780) von der Entdeckung eines Riesen-Skeletts "auf einem Hügel [einem Mound?; bb] in Kalifornien, nicht weit entfernt von Kada-Kaaman." [9]

Dazu lesen wir etwas ausführlicher in der Ausgabe vom 27. Oktober 1858 der deutschsprachigen Auswanderer-Zeitung Der Lecha Patriot (Allentaun, Pa.), in einem aus dem Spanischen übersetzen Textauszug von Clavijero:

"Die Jesuiten haben in den Bergen zwischen dem 27. und 28. Breitengrade, mehrere große, in den Felsen eingehauene Höhlen entdeckt, an deren Wänden Männer und Frauen, anständig bekleidet, und verschiedene Arten von Thieren abgebildet waren. Diese Abbildungen, wenn auch roh, stellten die Gegenstände, die sie vorstellen sollten, noch deutlich dar. Die Farben waren offenbar aus der Gegend des Vulcans von Virgenes gekommen. - Die Jesuiten waren erstaunt, als sie diese Farben nach so vielen Jahren noch unbeschädigt fanden. Diese Bilder stellten offenbar Menschen eines früheren zu Grunde gegangenen Volkes dar. - Dieses bestand nach der Sage unter den Indianern, aus Riesen, die von Norden gekommen.

Für diese Sage hat man natürlich keine Belege, doch hat man zu verschiedenen Malen menschliche Gebeine ausgegraben, die einer sehr großen Rasse angehörten. So fand Peter Jose Rotea, Missionär zu Kadakaamang, in der Nähe der jetzigen Mission San Josaquin, ein solches Riesen-Skelett, von dem nur einzelne Knochen, durch den Regen weggewaschen worden waren. Eine Rippe war zwei Fuß lang, und aus den Schädel-Resten und den übrigen Knochen schloß er, daß der Mann, dem dieses Skelett angehört, 11 Fuß [ca. 3,35 m; bb] lang gewesen." [10]


Fortsetzung

Siehe auch:


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Anmerkungen und Quellen

Fußnoten:

  1. Red. Anmerkung: Auch wir sind lange von der Authentizität der Martindale-Mumien ausgegangen, da uns die Untersuchungsergebnisse von Larry Cartmell (1996) - siehe dazu Fußnote 2 - nicht bekannt waren. So etwas ist auch keine Schande, da diese Untersuchung und ihre Ergebnisse allgemein kaum bekannt sind. Trotzdem bedauern wir, jahrelang zur Verbreitung einer Fehlinformation beigetragen zu haben!
  2. Siehe: Arthur C. Aufderheide, "The Scientific Study of Mummies", Cambridge University Press, 2003, Seite 529-530
  3. Quelle: Anonymus, WORLD´S TALLEST FEMALE MUMMY! (Letzter Abruf im Juni 2009; Seite nicht mehr online; Übersetzung ins Deutsche durch Atlantisforschung.de)
  4. Anmerkung: Siehe zu diesen Spezimen bei Atlantisforschung.de auch: "Ein Addendum zu den vermeintlichen 'Martindale-Mumien' (bb)
  5. Anmerkung: Diese Meldung wurde zuvor schon veröffentlicht unter dem Titel "SKELETON OF INDIAN GIANT", in: The Broad Ax, 16. Dez. 1916; siehe: Library of Congress, unter: The broad ax., December 16, 1916, Page PAGE FIVE, Image 5 (abgerufen: 14.05.2014)
  6. Quelle: o.A., "SKELETON OF GIANT FOUND", in: The Pittsburgh Press, 23. Dez. 1916, S. 63; nach: Micah Ewers,, unter: Giant Research - Part 1, 22. September 2012 (abgerufen: 20.04.2014; Übersetzung ins Deutsche durch Atlantisforschung.de)
  7. Quelle: o.A., "FIERCE DUELS ON ISLAND - Thirty Thousand Sheep and Goats Fight Daily on San Clemente", in: The Columbus Journal, 22. Juli 1908 (abgerufen: 08.05.2014; Übersetzung ins Deutsche durch Atlantisforschung.de)
  8. Quelle: o.A., "SKELETON OF GIANT INDIAN IS FOUND", in: The East Oregonian, 10. August 1912 (abgerufen: 08.05.2014; Übersetzung ins Deutsche durch Atlantisforschung.de)
  9. Quelle: Francesco S. Clavigero (1721-1787), History of Mexico, Vol. I, Richmond: Wm. Prichard, 1806, S. 111, Fußnote a; online bei: Oliver's Bookshelf --- Siehe dazu bei Atlantisforschung.de auch: F.S. Clavijero und die Riesen von Anahuac (bb)
  10. Quelle: Francesco S. Clavigero, "Die Ur-Einwohner vvon Unter-Kalifornien, und die von diesen hinterlassenen Denkmäler", in: Der Lecha Patriot, 27. Oktober 1858, S. 2; nach: CHRONICLING AMERICA - Historic American Newspapers, unter: Der Lecha Patriot., October 27, 1858, Page 2, Image 2 (abgerufen. 11. Aug. 2014)

Bild-Quellen:

1) TUBS bei Wikimedia Commons, unter: File:California in United States.svg
2) Ripley's Believe it or Not, nach: Ooparts, unter: Bobbie Short, "The Giants of Yosemite Valley" (There Were Giants in Those Days - Page 8)
3) Dieter Beständig, "Das Zeugnis fossiler Gebeine über die Nephilim" (PDF-Datei)
4) David Benbennick bei Wikimedia Commons, unter: File:Map of California highlighting Alameda County.svg
5) Ulfer bei Wikimedia Commons, unter: File:San-clemente-island.jpg
6) Library of Congress, unter: East Oregonian : E.O., August 10, 1912, EVENING EDITION, Page (Bildbearbeitung durch Atlantisforschung.de)
7) Xiuhtecuhtli bei Wikimedia Commons, unter: File:Francisco Xavier Clavijero,.jpg