Der Sintflutbericht der Washoe

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Erstaunliche Parallelen zu Platons Atlantida

Abb. 1 Zwei Washoe-Frauen bei der Herstellung einer Decke aus Kaninchenfellen (um 1935)

(red) Bei den Washoe (auch: Washo, in ihrer Sprache: Wa She Shu = Menschen) handelt es sich um ein amerindes nordamerikanisches Volk, dessen Angehörige vor dem Eindringen der Europäer in ihren Siedlungsraum im Grenzgebiet von Kalifornien und Nevada, am Lake Tahoe und in den angrenzenden Gebieten des Großen Beckens ansässig waren.

Dort waren die Washoe, deren Sprache zu den 'Isolierten Sprachen' gehört, offenbar schon weitaus früher eingewandert als ihre indianischen Nachbarn, die Paiute, von denen sie sich kulturell stark unterschieden. Als halbsesshafte Jäger und Sammler lebten sie "im Sommer auf den Höhen der Sierra Nevada, im Herbst an den östlichen Ausläufern; Winter und Frühling verbrachten sie in den geschützten Tälern. Pinienkerne, im Herbst gesammelt, dienten ihnen als Nahrung im Winter. Wurzeln, Samen und Beeren trugen den Rest des Jahres zur Ernährung bei." [1]

Abb. 2 Das rot markierte Gebiet, in dem die isolierte Sprache der Washoe gespochen wurde, zeigt auch ihren Siedlungsaum in nicht allzu großer Entfernung vom Pazifik an.

In den Ursprungsmythen der Washoe wird allerdings über ein 'Goldenes Zeitalter' ihrer fernen Vorfahren berichtet, was Frank Joseph folgendermaßen wiedergibt: "Viele Generationen lang lebten sie glücklich auf einer weit entfernten Insel, in deren Mittelpunkt sich ein ein großer Tempel aus Stein befand, in welchem eine Abbildung des Meeresgottes stand. Sein Ebenbild war so gewaltig, dass sein Kopf den oberen Rand >der Kuppel< berührte. Dieser Teil des Washo-Berichts ist, was vielleicht verwundern wird, in der Encyclopaedia Judaica zu finden, und reprodzuziert praktisch Platos Beschreibung des Poseidon-Tempels im Zentrum von Atlantis aus dem Kritias, wo ein Koloss des Meeresgottes war, >so groß, dass sein Kopf das Dach berührte.<" [2]

Sehr zu Recht bemerkt Frank Joseph dazu: "Es scheint durchaus bemerkenswert, dass die Washo, deren materielle Kultur nie über die Konstruktion von Tipis [genau gesagt: Wickiups; d.Red.] hinausging, etwas über eine architektonische Besonderheit wussten, die so hochentwickelt wie eine Kuppel ist." [3]

"Ihr Sintflut-Bericht besagt, heftige Erdbeben hätten bewirkt, dass die Berge der Insel ihrer Vorfahren Feuer fingen. Die Flammen stiegen so hoch, dass sie die Sterne schmolzen, die zur Erde herabfielen, wobei sie die Feuersbrunst über die ganze Welt verbreiteten. Einige stürzten ins Meer und verursachten eine weltumfassende Flut, welche die Flammen erlöschen ließ, doch die Menschheit vom Aussterben bedrohte. Die Urahnen der Washo versuchten, der anschwellenden Flut dadurch zu entkommen, dass sie das Dach des Tempels des Meeresgottes erklommen, doch sie wurden in Steine verwandelt." [4]

Joseph kommentiert diesen Aspekt der Legende wie folgt: "Diese Verwandlung erinnert an die griechische Sintflut, in welcher Deukalion und seine Frau, Pyrrha, Steine über ihre Schultern warfen; wenn diese Steine den Boden berührten, verwandelten sie sich in Männer und Frauen — eine Umkehrung der Washo-Version." [5] Es bleibt anzumerken, dass die Vorfahren der Washoe - sofern sie einstmals tatsächlich in der prähistorischen Inselwelt des Atlantik beheimatet waren, eine ganz enorme Entfernung zurücklegen mussten, um in ihr späteres Siedlungsgebiet (Abb. 2) in der Nähe des Pazifiks zu erreichen. Selbst wenn wir annehmen, dass diese Reise größtenteils auf dem Seeweg efolgte, stellt sich doch die Frage, warum die Flüchtlinge damals eine derartige 'Odyssee' auf sich nahmen.


Anmerkungen und Quellen

Fußnoten:

  1. Quelle: Wikipedia - die freie Enzyklopädie, unter: Washoe (Volk) (abgerufen: 03. Okt. 2015)
  2. Quelle: Frank Joseph, "The Atlantis Encyclopedia", Career Press, 2005, S. 288 (Übersetzung ins Deutsche durch Atlantisforschung.de)
  3. Quelle: Frank Joseph, op. cit. (2005), S. 288/289 --- Red. Anmerkung: letztlich sind auch die Wikiups der Washoe 'kuppelförmig', was nichts an der Tatsache ändert, dass dieser Bericht Elemente enthält, die jenem Volk völlig 'kulturfremd' gewesen sein müssen und nahelegen, dass es sich bei seinen Vorfahren um maritime Städtebauer handelte.
  4. Quelle: Frank Joseph, op. cit. (2005), S. 289
  5. Quelle: ebd.

Bild-Quellen:

1) U.S. National Archives and Records Administration bei Wikimedia Commons, unter: File:Photograph of Washoe Indians making Rabbit skin quilt - NARA - 296117.jpg (Bild-Bearbeitung durch Atlantisforschung.de)
2) Ishwar~commonswiki (engl. Wikipedia) bei Wikimedia Commons, unter: File:Washo lang.png (Lizenz: Creative Commons Attribution 2.0 Generic)