Die Unterwasser-Ruinen der Bahamas

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Ignoriert vom Mainstream der Archäologie

von R. Cedric Leonard

Abb. 1 Das Seegebiet der Bahamas mit Bimini im Westen (dunkelrot hervorgehoben), wo sich offenbar archäologische Relikte befinden, die nicht ins Bild konvenioneller Forschung passen.

Im Jahr 1969 hatte ich die Erwähnung der Entdeckung eines alten untergegangenen "Tempels" (Abb. 2) in der Nähe der Insel Andros auf den Bahamas bemerkt [1]. Die Struktur war ungefähr 60 Fuß [ca. 18,29 m; d.Ü.] breit und 100 Fuß [30,48 m; d.Ü.] lang. Seine Steinwände (teilweise eingestürzt) waren ungefähr drei Fuß [ca. 0,91 m; d.Ü.] dick. Wir entschieden uns für eine Untersuchung.

Am 3. Juni 1970 traf unsere Gruppe in Miami ein, um Dr. J. Manson Valentine vom Science Museum of Miami (einen der beteiligten Meeresarchäologen [2]) zu treffen. Herr und Frau Valentine waren sehr herzliche Gastgeber, und wir wurden einigen anderen vorgestellt, die an den Entdeckungen [vor] der Bahamainsel beteiligt waren, einschließlich der Piloten Robert Brush und Dick Loudermilk.

Am nächsten Tag flogen wir über die Inseln, um Luftaufnahmen zu machen, bevor wir mit der Untersuchung der Ruinen begannen. Der Andros-Tempel ist in drei separate Räume unterteilt, die vom Grundriss her identisch mit dem Schildkröten-Tempel in der alten Maya-Stadt Uxmal in Yucatán sind. Seine drei Fuß [ca. 0,91 m; d.Ü.] dicken Wände waren in nahezu perfekten 90°-Winkeln angeordnet.

Da die Außenmaße der Struktur dem Verhältnis des Goldenen Schnitts sehr nahe kommen, das von den Maya-Ingenieuren Mexikos und Mittelamerikas in ihren Gebäuden verwendet wurde, ist dies eindeutig ein Gebäude von Bedeutung, das von einer mathematisch hochentwickelten Zivilisation gebaut wurde. Einige Kritiker haben es leichtfertig als Muschel- oder Schildkröten-Zuchtgehege bezeichnet.

Abb. 2 Ein nachbearbeites und vergrößertes Luftbild des heute größtenteils unter Wasser liegenden 'Tempels' bei der Insel Andros

Dr. Valentine erzählte uns, seine Untersuchung habe ergeben, dass die drei Fuß dicken Wände neun Fuß [ca. 2,74 m; d.Ü.] tief in den Sand reichten. Dies war kein Muschel-Gehege. Robert F. Marx, der berühmte Unterwasserarchäologe, berichtete später, dass er diese Wände bis sieben Fuß Tiefe [ca. 2,13 m; d.Ü.] ausgegraben hatte, ohne den Boden zu finden [3]. Da wir keine Ausgrabungs-Genehmigung hatten, benutzten wir unsere Hände, um den Sand wegzufegen, und bestätigten uns selbst, dass sie weiter nach unten gingen.

Am 2. September 1968 entdeckte Dr. Valentine beim Tauchen in drei Faden [ca. 5,49 m; d.Ü.] Wassertiefe vor der nordwestlichen Küste von North Bimini einen ausgedehnten Unterwasser-Megalithkomplex, der "eine ausgedehnte Straße aus rechteckigen und vieleckigen flachen Steinen unterschiedlicher Größe und Dicke bildete, die offensichtlich geformt und genau ausgerichtet waren, um ein überzeugend künstliches Muster zu bilden." [4]

Der Originalartikel, der von dem Meeresarchäologen Robert Marx verfasst und im Dezember 1969 in der Zeitschrift Argosy veröffentlicht wurde, meldete, dass Dr. Carl Holm, Chefgeologe der nordamerikanischen Rockwell Corporation, erklärt habe, es gebe "wenig Zweifel" daran, dass die massiven Steinblöcke von Menschen gehauen worden seien. Doch der Tenor der Geschichte begann sich zu ändern, kurz nachdem Atlantis erwähnt wurde. "Genau genommen ist es nur gewöhnliches Strandgestein", sagte Eugene A. Shinn, ein Sedimentologe des US Geological Survey. Tests an siebzehn Kernbohr-Proben der Steine ​​zeigten [jedenfalls], dass die Neigung der Sedimentschichten der Steine ​​alle in dieselbe Richtung wies - ein Vorkommen, das nicht wahrscheinlich ist, wären die Steine ​​zufällig vom Menschen ausgelegt worden.

Abb. 3 Eine Luftaufnahme der so genannten 'Bimini Road' vor der heutigen Westküste der Bahama-Insel North Bimini

Anfang November 1970 erfuhr Marx, dass die nordamerikanische Rockwell Corporation, die auf Bimini über umfangreichen Landbesitz verfügt, exklusive Ausgrabungsrechte an allen Unterwasserruinen in der Gegend von Bimini erhalten hatte. Bald darauf heuerten sie einen Geologen mit vorausgehender Erfahrung in der Gegend an (war das Shinn?). Marx berichtet, dass die Untersuchung "flüchtig" [orig.: "brief""; d.Ü.] gewesen sei, und dass der Geologe für seine 'wissenschaftliche' Inspektion nicht einmal ins Wasser gegangen sei. [5] Der gedungene Geologe gab kurz darauf bekannt, dass die Mauern nicht künstlich hergestellt wurden und dass die Säulen nichts anderes als "Ballast" von einem Schiffswrack seien [6].

Auf Druck von Marx und Dimitri Rebikoff (Abb. 4) (einem russischen Unterwasserarchäologen und Mitglied des Rockwell-Teams) wurde beschlossen, eine große Expedition mit dem berühmten Astronauten Edgar Mitchell als Expeditionsleiter zu organisieren. Ungefähr fünfundzwanzig andere wurden dem Team hinzugefügt (zu dem Rebikoff, nicht aber Marx gehörte), und die Ausgrabungen begannen. Am Ende stellte sich heraus, dass die massiven fünfzehn Tonnen schweren Steinblöcke nicht direkt mit dem Meeresboden verbunden waren, sondern auf dem Felsgestein lagen, d.h. Sie waren also doch kein "natürlicher Strandfels". Einige wurden sogar von kurzen Säulen gestützt [7].

Abb. 4 Dimitri Rebikoff (1921-1997) bei einem seiner Tauchgänge

Die National Geographic Society zeigte ursprünglich genug Interesse, um eine Untersuchung des Geologen John Gifford von der University of Miami zu unterstützen. Die Steine ​​sind meist Strandfels, den man datieren kann, da diese Art von Felsen unter Wasser akkretiert. So wurden Proben der Steine ​​genommen und mit Kohlenstoff datiert: Ergebnisse lagen im Bereich von 15.000 Jahren [8]. Aufgrund der Beschaffenheit des Gesteins sind unterschiedliche Daten nicht nur möglich, sondern wurden ab 4000 Jahren erreicht. Sobald jedoch Spekulationen über Atlantis aufkamen, begannen sich die Profis zurück zu ziehen [...]

Aufgrund der Unwilligkeit qualifizierter Geologen (z.B. des Geologen John Gifford aus Miami), Die Stätte erneut zu besuchen, übersieht die wissenschaftliche Gemeinschaft signifikante und stichhaltige Beweise. Marineingenieur Dimitri Rebikoff hatte bereits 1969 erklärt, dass die Bimini Road-Formation mit zahlreichen antiken, vom Menschen geschaffenen Häfen identisch ist, die im gesamten Mittelmeerraum entdeckt wurden. Rebikoff, der viel Zeit und Energie mit Tauchen verbrachte, stimmte nicht mit den Skeptikern überein, als diese behaupteten, es gebe unter den großen Steinblöcken bei Bimini keine "Nivelliersteine". [9] Die Kontroverse geht weiter. [10]

In jüngerer Zeit wurden weitere Ruinen rund um die Insel Andros gefunden, darunter eine große Plattform aus massiven, rechteckigen Kalksteinblöcken ähnlich der heute berühmten 'Bimini Road' [11] Allgemeine Übereinstimmung unter den wenigen Fachleuten, welche die Ruinen studiert haben, ist, dass sie artefaktische Hinterlassenschaften darstellen, die einige tausend Jahre zurückreichen. Wenn das Schmelzen eiszeitlicher Gletscher für die gegenwärtige Tiefe der Ruinen verantwortlich ist, sollten sie mindestens 7.500 Jahre alt sein.

Andere Ruinen sind kilometerweit in den Gewässern um die Bahamas verstreut [12], sind aber oft mit Sand bedeckt, was ihre Überprüfung erschwert [13]. Ich habe sie nicht gesehen, deshalb kann ich nicht persönlich für ihre Existenz bürgen; aber diejenigen in der Nähe von Bimini- und Andros-Inseln habe ich gesehen, berührt und fotografiert. Sie sind beeindruckend, um es gelinde auszudrücken! Eine ausführlichere Beschreibung dieser Ruinen finden Sie in meinem Buch Quest for Atlantis [14] sowie in den unten aufgeführten Publikationen.


Anmerkungen und Quellen

Dieser Beitrag von R. Cedric Leonard (©) erschien erstmals unter dem Titel "The Bahama Island Underwater Ruins - Ignored by Main-stream Archeology", auf seiner Webseite QUEST FOR ATLANTIS (www.atlantisquest.com; nicht mehr online). Übersetzung ins Deutsche und redaktionelle Bearbeitung durch Atlantisforschung.de nach der am 19. Juli 2012 archivierten Version des Artikels bei Archive.com / WaybackMachine.

Fußnoten:

  1. Siehe: Marx, Robert F. Marx, & Dimitri Rebikoff, "Atlantis at Last?", in: Argosy magazine, Vol. 369, No. 6, December 1969
  2. Red. Anmerkung: Valentine war kein Berufsarchäologe (er war am Science Museum of Miami als Meeresbiologe tätig), sondern ein, mithin sehr erfahrener, Amateur-Forscher auf dem Gebiet der Meeresarchäologie.
  3. Siehe: Marx, Robert F. Marx, "Atlantis: the legend is becoming fact", in: Argosy Vol. 373, No. 5, November 1971.
  4. Siehe: J. Manson Valentine, "Archaeological Enigmas of Florida and the Western Bahamas", in: Muse News (Miami Museum of Science), Vol. 1, No. 2, Juni 1969
  5. Quelle: Robert F. Marx, op. cit. (1971)
  6. Quelle: ebd.
  7. Quelle: ebd.
  8. Siehe: J.A. Gifford und M.M. Ball, "Investigation of submerged beachrock deposits off Bimini, Bahamas", in: Research Reports No. 12 / 1980, National Geographic Society
  9. Quelle: Marx & Rebikoff, op. cit. (1969)
  10. Red. Anmerkung: Siehe dazu bei Atlantisforschung.de z.B. auch: William Michael Donato, "Die nächste Forscher-Generation auf Spurensuche bei Bimini" (Zurück nach Atlantis, Teil II); sowie extern: Dr. Greg Little, "More Adventures With Bimini Beachrock: Remarkable Blunders in a Purported Scholarly Report Debunking the Bimini Stones", in: Alternate Perceptions Magazine No. 86, Dezember 2004; online bei mysterious-america.com (abgerufen: 09. September 2018); außerdem bei Atlantisforschung.de: I-Newswire, "Der große Schwindel um die 'Bimini Road'" (2005); und Bernhard Beier, "'Rehabilitiert' die Bimini Road!" (2009)
  11. Siehe: Dr. Greg Little, "Andros Update 2004" ("Search For Atlantis Update: June 2004 Andros Report"), in: Alternate Perceptions Magazine No. 80, Juni 2004; online bei mysterious-america.com (abgerufen: 09. September 2018)
  12. Siehe: William Marder, "Indians in the Americas: the Untold Story," edited by Paul Stice, 2005
  13. Siehe: Robert F. Marx, op. cit. (1971)
  14. Siehe: Siehe: R. Cedric Leonard, "Quest for Atlantis", New York (Manor Books Inc.), 1979

Weitere Literaturhinwise des Autors:

  • Charles Berlitz, "Atlantis: The Eighth Continent", New York (G. P. Putnam's Sons), 1984

Empfehlung der Redaktion:


Bild-Quellen:

1) TUBS bei Wikimedia Commons, unter: File:Bimini in Bahamas (+glow).svg (Lizenz: Creative-Commons, „Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 nicht portiert“)
2) IN MYSTERIAM, unter: "La « route de Bimini » et autres structures artificielles submergées"
3) Bild-Archiv Atlantisforschung.de
4) ) cac.plongee.free.fr, unter Histoire (nicht mehr online) / Bild-Archiv Atlantisforschung.de