Ein kompetenter Geologe verreißt die Eiszeitlehre!

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von unserem Gastautor Dr. Horst Friedrich (1996)

Abb. 1 Was ist dran an der Theorie der 'Großen Eiszeitalter?' Der Geologe C. G. S. Sandberg stellte 1937/40 eine vernichtende Kritik dieses Konstrukts vor.

Man kann nicht gut eine Rezension eines Buches verfassen, das schon vor sechzig Jahren erschienen ist. Mitunter ist es aber notwendig, ein Werk der Vergessenheit zu entreißen! Weil man es erneut braucht. Oder weil es seinerzeit und seither der Establishment-Scholastik nicht genehm war und deswegen nicht die ihm zukommende Würdigung erfuhr, während es heute ausgezeichnet ,,in die Landschaft passt”.

Das ein ,,Großes Eiszeitalter” entschieden abstreitende Werk von C. G. S. Sandberg [1], auf das der Verfasser durch seinen geschätzten Freund Uwe Topper aufmerksam gemacht wurde, scheint mir ein solcher Fall zu sein. Es passt exzellent in die schon seit etlichen Nummern auf den Seiten von EFODON SYNESIS geführte Eiszeit-Diskussion.

Sandberg ist offensichtlich ein für dergleichen Fragen hochgradig kompetenter - jedoch nonkonformistischer! - Geologe und Autor. Um so mehr muss es zu denken geben, dass er die These von angeblichen ,,Eiszeiten” - respektive einem einstigen ,,Großen Eiszeitalter” - einer vernichtenden Kritik unterzieht! Es ist auch hier das alte Lied: Fühlt man der Schulwissenschaft wirklich auf den Zahn, fallen oft gleich ganze Lehrmeinungs-Komplexe haltlos in sich zusammen.

Nach Sandberg handelt es sich bei der Eiszeit-Lehre um eine unhaltbare Hypothese, um eine voreilig und leichtfertig aufgepustete "Seifenblase". Das ganze - wenn man nicht genau hinschaut: imposante - Gedankengebäude war offensichtlich bloß der unwissenschaftlichen lyellschen Ideologie [2] geschuldet und wurde, um sie zu stützen und dem Publikum ,,verkaufen” zu können, errichtet. Wirkliche Beweise für diese Lehre ersparte man sich, respektive: Man "drehte alles so hin“, dass es wie Beweise aussah.

Abb. 2 Das Cover von C.G.S. Sandbergs 1937 erschienenem Werk 'Ist die Annahme von Eiszeiten berechtigt?' (Foto: Wulf Alsen)

Hier konstatiert ein super-kompetenter Autor, dass die angeblichen ,,glazialen Produkte” ("Moränen", Drumlins, Schotter etc.), die das "Große Eiszeitalter" beweisen sollen, völlig identisch mit gleichartigen Erscheinungen von definitiv nicht-glazialem Ursprung sind. Und zwar so identisch, dass nicht einmal darauf spezialisierte Geologen sie auseinander halten können! Nach Sandberg wurde einfach unterstellt - aber nie wissenschaftlich konkret bewiesen -, dass jene angeblichen "Endmoränen", die Drumlins [3] etc., die ganze angebliche "glaziale Serie", einer "Eiszeit" ihre Entstehung verdanken.

"Von besonderem Interesse ist es, dass von einigen dieser als glazial gedeuteten Erscheinungen mit Sicherheit bekannt ist, dass sie nicht unter den Produkten der gegenwärtigen Gletscher oder des Inlandeises vorkommen ... Erwähnt sei nur die wichtigste Ablagerung, nämlich der als Grundmoräne geltende Geschiebelehm ... Es ist vielmehr allgemein bekannt, dass die ganz feinen Gesteinsbestandteile, welche den Lehm bilden, in der mobilen Untermoräne zwar anwesend sind, jedoch beim Abtauen des Gletschereises von den Schmelzwässern abgeführt werden (Gletschermilch). Deshalb muss die wirkliche Grundmoräne lehmfrei sein, und sie ist es auch tatsächlich, wie die unmittelbaren Beobachtungen immer wieder einwandfrei nachgewiesen haben". (S. 6-7)

"Das Problem des Wesens des Geschiebelehms ... ist deswegen von vitaler Bedeutung, weil die ganze glaziale Lehrvorstellung letzten Endes aufgebaut ist auf der Annahme, dass derselbe die lokal zurückgelassene Grundmoräne des Inlandeises darstellt. Die Karten, welche die vermutete Eisbedeckung der nordeuropäischen und nordamerikanischen Gebiete darstellen, sind sogar im wesentlichen auf dieser Annahme basiert. Sollte es sich herausstellen, dass diese Annahme falsch ist, dann wäre damit die ganze Eiszeitvorstellung eo ipso verurteilt. Eine zurückgelassene Grundmoräne bildet ja den einzigen Beweis, dass die betreffende Stelle einst von Eis hat bedeckt sein müssen. Einen anderen Beweis gibt es nicht, und ein solcher ist auch nicht denkbar" (S. 9-10). Aber eben, wie wir dem vorausgegangenen Zitat entnehmen, es ist sehr unwahrscheinlich, dass besagter Geschiebelehm überhaupt die Grundmoräne einer ausgedehnten Inlandvergletscherung gewesen ist. [4]

Abb. 3 Das Cover des im Jahr 1940 erschienenen Folgebandes von Christoph Georg Sigismunds Sandbergs Eiszeit-Werks (Foto: Wulf Alsen)

In ähnlicher, einleuchtender Weise begründet Sandberg seine überwältigenden Zweifel an den Entstehungs-Erklärungen unserer "Eiszeit-Scholastik" für andere Phänomene wie Findlinge, Drumlins, U-Täler, Löss, Schotterterrassen, Übertiefung von Haupttälern gegenüber Nebentälern oder ,,Urstromtäler”. Breiten Raum nimmt bei ihm das Problem ein, wie denn die angeblichen riesigen Inlandgletscher die geradezu ungeheuerlichen Schottermassen transportiert haben sollen, die - noch heute mit einer Mächtigkeit bis zu Hunderten von Metern - etwa Norddeutschland oder Nordamerika bedecken. "Bekanntlich waren alle Grönland- und Antarktisforscher erstaunt über den geringen Schuttinhalt des Inlandeises". (S. 40)

Sandberg zieht dann das Fazit: "Wir haben also nachgewiesen, dass die Grundlagen, worauf die Eiszeitannahme sich stützt, unzulänglich sind und sich widersprechen ... Die herrschende Eiszeitannahme und die darauf aufgebaute Theorie müssen daher fallen gelassen werden". (S. 48) Und er fügt noch hinzu, dass "bekanntlich besonders in den letzten Zeiten auch von botanischen, zoologischen und biologischen Seiten schwere Bedenken erhoben worden sind gegen die herrschende Lehrvorstellung der diluvialen Eiszeit."

Was glaubt nun Sandberg, wie alle jene einer angeblichen "Eiszeit" zugeschriebenen Ablagerungen und Erscheinungen entstanden sind? Ja, das kommt nicht so klar heraus wie seine Argumente für sein Verreißen der Eiszeit-Lehre. Man merkt, es fehlte ihm Velikovskys EARTH IN UPHEAVAL, das erst neunzehn Jahre später (1956) erscheinen sollte! Aber als guter Geologe ist er schon auf der richtigen Spur: "M. E. hat man z. B. noch viel zu wenig den Faktor der Gesteinsströme (Petrofluxe) in Betracht gezogen. Solche Gesteinsströme sind mit riesigen Wasser- bzw. Gasmassen in Verbindung zu bringen, so dass man an katastrophenmäßige Ereignisse denken muss". (S. 49, Hervorheb. H. F.)

Sandberg verbreitet sich in einem Folge-Bändchen [5] dann noch ausführlicher über die vielfältigen Möglichkeiten von Schutt- und Schlammströmen, mit denen man rechnen müsse. Aber was eben bei ihm fehlt, das merkt man deutlich, ist ein Einschlag von velikovskyschem Katastrophismus in seinem Weltbild. Er realisierte damals noch nicht die vielfältigen Möglichkeiten kosmisch verursachter, gigantischer Kataklysmen, die uns heute - sofern wir nicht gänzlich von den schulwissenschaftlichen "Mythen" und "Märchenerzählungen" hypnotisiert sind - selbstverständlich sind. An gigantische, Kontinente überrollende Riesen-Tsunamis zu denken lag ihm wohl ebenso fern, könnte man vermuten, wie der Gedanke, ob nicht vielleicht ein Teil unserer Kies-, Löss-, Sand- und Wassermassen extraterrestrischen Ursprungs sein könnte.

Zweifellos ist jedenfalls Sandbergs Werk ein wertvoller Beitrag zur gegenwärtig auf den Seiten von EFODON-SYNESIS stattfindenden Eiszeit-Diskussion. Es wurden da schon allerhand bedenkenswerte "Eiszeit"-Erklärungs-Szenarien diskutiert. Haben vielleicht zusätzlich noch gewaltige, kosmisch verursachte - möglicherweise aus kometarischen Trümmermassen stammende - Schutt- und Schlamm-Ströme, untermischt mit Eis-, Gas- und Wassermassen, das Bild verkompliziert?


Anmerkungen und Quellen

Dieser Beitrag von Horst Friedrich (© 1996) wurde erstmals in der Zeitschrift EFODON-SYNESIS (Nr. 18/1996) veröffentlicht. Bei Atlantisforschung.de erscheint er im Dr. Horst Friedrich Archiv in einer redaktionell bearbeiteten Neufassung.

  1. Anmerkung: Christoph Georg Sigismund Sandberg: "Ist die Annahme von Eiszeiten berechtigt?", Bd. 1, Leiden 1937. Das Werk ist über den Fernleihverkehr der öffentlichen Bibliotheken jederzeit zugänglich.
  2. Anmerkung: Die Lehrmeinung, es hätten bei der Formung der Erdoberfläche stets nur jene vergleichsweise harmlosen (nicht-kataklysmischen!) Kräfte mitgewirkt, wie wir sie heute beobachten können, wird deswegen auch "Aktualismus" benannt. Nach unserem heutigen Wissen ist diese Doktrin als gänzlich abwegig zu bezeichnen.
  3. Anmerkung: Drumlins sind typische, länglich-stromlinienförmig geformte Hügel aus quartärzeitlichem Ablagerungsmaterial wie Kies etc., die stellenweise sehr zahlreich auftreten.
  4. Anmerkung: In diesem Zusammenhang sei an die ,,unmöglichen” Schubverhältnisse erinnert! Der Verfasser hat S. 38 von EFODON-SYNESIS Nr. 15/1996 eine Alpenvorland-Vergletscherung maßstabsgerecht skizziert, die schon unglaubhaft genug wirkt. Eine Inlandvergletscherung Nordeuropas oder Nordamerikas wirkt, so skizziert, geradezu lächerlich!
  5. Siehe: C. G. S. Sandberg: ,,Ist die Annahme von Eiszeiten berechtigt? - Teil II: Gesteinsströme, eine Studie über Wasserstrom, Schlammstrom, Lahar, Glutstrom”, Leiden 1940.

Bild-Quellen:

1) StephenHudson bei Wikimedia Commons, unter: File:AntarcticaDomeCSnow.jpg
2) Wulf Alsen, unter: Sandberg, C.G.S. - 2 eBooks – Ist die Annahme von Eiszeiten berechtigt, 2 Bände, komplett zusammen 20,- € (Bild-Bearbeitung durch Atlantisforschung.de)
3) ebd.